Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Steuerungsbedarf in der partizipativen Budgetierung
2.1 Einordnung und Probleme der Budgetierung als Instrument zur Unternehmenssteuerung
2.2 Einfluss sozialer Präferenzen auf Budgetary Slack
2.2.1 Ehrlichkeitspräferenzen zur Begrenzung der Unehrlichkeit
2.2.2 Differenzierung und Wirkung von Fairnesspräferenzen
2.2.3 Entstehung von Präferenzen für eine soziale Norm
3 Konflikt zwischen Ehrlichkeits- und Fairnesspräferenzen
3.1 Kompromiss zwischen horizontaler distributiver Fairness und Ehrlichkeitspräferenzen
3.2 Kompromiss zwischen vertikaler distributiver Fairness und Ehrlichkeitspräferenzen
4 Ansätze zur Erhöhung des Nutzens der Budgetierung
4.1 Ganzheitliche Betrachtung der Managementkontrolle
4.2 Außerachtlassung sozialer Präferenzen
5 Fazit und Ausblick für weitere Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Nutzen der partizipativen Budgetierung durch gezielte Kontrollinstrumente unter Berücksichtigung des Spannungsfelds zwischen Ehrlichkeits- und Fairnesspräferenzen gesteigert werden kann, um der Bildung von Budgetary Slack entgegenzuwirken.
3.1 Kompromiss zwischen horizontaler distributiver Fairness und Ehrlichkeitspräferenzen
Nach Evans (2001) und Rankin (2008) werden im partizipativen Budgetierungsprozess Normen für Ehrlichkeit und Fairness aktiviert (Evans et al. 2001, Rankin et al. 2008). Im vorherigen Kapitel wurde gezeigt, dass Individuen Präferenzen für beide Normen besitzen und diese sowohl in die gleiche als auch in die entgegengesetzte Richtung wirken. Budgetnehmer führen Gehaltsvergleiche horizontal und vertikal durch. Im Folgenden wird sich mit dem Spannungsfeld zwischen Ehrlichkeitspräferenzen und Präferenzen für horizontale distributive Fairness auseinandergesetzt. Wie bereits in 2.2.3 erwähnt, kann eine Situation gleich mehrere Normen aktivieren und es ist unklar, welche Norm Vorrang hat. Nach Bicchieri (2006) entscheiden situative und kontextbezogene Hinweise, welche Norm hervorsticht (Bicchieri 2006).
Chen und Sandino (2011) zeigen, dass die Vergütungspraktiken der Organisation als Teil formeller Kontrollen, das soziale Miteinander einer Gruppe negativ beeinflussen und Diebstahl fördern (Chen und Sandino 2012). Horizontale Gehaltsunterschiede zwischen Budgetnehmern treten auf, wenn sich das Grundgehalt unterscheidet oder wenn ein Budgetnehmer seine Budgetziele erreicht und der andere nicht. Die Erreichung der Budgetziele kann durch ehrliche Anstrengungen erreicht worden sein oder durch die Bildung von Budgetary Slack. Durch die Informationsasymmetrie kann der Budgetgeber Budgetary Slack nicht aufdecken. Gleichgestellte Mitarbeiter verfügen hingegen über dieselben Informationen und sind so in der Lage, die Bildung von Budgetary Slack aufzudecken. Erkennen Budgetnehmer bei einem gleichgestellten Mitarbeiter die Bildung von Budgetary Slack, beobachten Forscher zwei verschiedene Reaktionen. Entweder bilden Budgetnehmer ebenfalls Budgetary Slack oder sie melden das dysfunktionale Verhalten ihrer Kollegen dem Vorgesetzten (Zhang 2008, Chen und Sandino 2012, Chong und Sudarso 2016, Chong und Khudzir 2018).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Budgetierung als zentrales Steuerungsinstrument und thematisiert das Problem des Budgetary Slack, das durch Informationsasymmetrien entsteht.
2 Steuerungsbedarf in der partizipativen Budgetierung: Dieses Kapitel ordnet die Budgetierung in Managementkontrollsysteme ein und analysiert den Einfluss sozialer Präferenzen wie Ehrlichkeit und Fairness auf das Verhalten von Budgetnehmern.
3 Konflikt zwischen Ehrlichkeits- und Fairnesspräferenzen: Es wird analysiert, wie horizontale und vertikale Gerechtigkeitswahrnehmungen in ein Spannungsfeld zu Ehrlichkeitspräferenzen treten und zu unehrlichem Berichtsverhalten führen können.
4 Ansätze zur Erhöhung des Nutzens der Budgetierung: Das Kapitel diskutiert alternative Kontrollansätze, wie eine ganzheitliche Managementkontrolle und den Einsatz informeller Instrumente, um den Nutzen der Budgetierung zu verbessern.
5 Fazit und Ausblick für weitere Forschung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und zeigt auf, dass informelle Kontrollen das Potential haben, die Ehrlichkeit in der Budgetierung maßgeblich zu fördern.
Partizipative Budgetierung, Budgetary Slack, Ehrlichkeitspräferenzen, Fairnesspräferenzen, Managementkontrolle, Informationsasymmetrie, Verteilungsgerechtigkeit, Ethik-Kodex, Informelle Kontrollen, Organisationskultur, Prinzipal-Agenten-Theorie, Soziale Normen, Commitment, Gehaltstransparenz.
Die Arbeit analysiert die Funktionalität der partizipativen Budgetierung und untersucht, wie der durch Budgetary Slack verursachte Nutzenverlust durch ein besseres Verständnis sozialer Präferenzen minimiert werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verhaltensökonomie im Budgetierungskontext, der Wirkung von Fairness- und Ehrlichkeitsnormen sowie der Optimierung von Kontrollsystemen in Unternehmen.
Ziel ist es, den Konflikt zwischen Fairness- und Ehrlichkeitspräferenzen zu identifizieren und daraus Strategien abzuleiten, die das Ehrlichkeitsniveau der Budgetnehmer erhöhen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der theoretischen Einbettung in das Modell zur Aktivierung sozialer Normen nach Bicchieri (2006).
Der Hauptteil analysiert das Spannungsfeld zwischen horizontaler und vertikaler Gerechtigkeit und evaluiert den Einsatz sowohl formeller als auch informeller Kontrollinstrumente.
Zentrale Begriffe sind Partizipative Budgetierung, Budgetary Slack, Fairness, Ehrlichkeit, Managementkontrolle und soziale Normen.
Sie dient als Basismodell zur Erklärung des opportunistischen Verhaltens, wobei die Arbeit ergänzend zeigt, dass soziale Präferenzen die ökonomischen Vorhersagen dieser Theorie erweitern oder korrigieren.
Gehaltsunterschiede werden oft als ungerecht wahrgenommen, was nach der Equity-Theorie dazu führt, dass Mitarbeiter durch unehrliche Budgetvorschläge versuchen, ihre als ungerecht empfundene Input-Output-Relation auszugleichen.
Ein Ethik-Kodex fungiert als informelles Kontrollinstrument, das durch die Betonung von Organisationswerten soziale Normen aktiviert und dem Mitarbeiter die moralischen Konsequenzen seines Verhaltens verdeutlicht.
Damit wird die Ungewissheit bezeichnet, warum und wann in einer Situation die Präferenz für eine soziale Norm (z.B. Fairness) die andere (z.B. Ehrlichkeit) überwiegt.
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