Diplomarbeit, 2003
54 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung: Abgrenzung des Themas und Gang der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Plazierung und Plazierungsverfahren
2.2 Idealtypische Plazierungssituationen
2.3 Ziele der an einem Plazierungsverfahren beteiligten Akteure
2.3.1 Vorbemerkung
2.3.2 Ziele der Verkäufer
2.3.3 Ziele der Intermediäre
2.3.3.1 Aufbau und Erhaltung der eigenen Reputation
2.3.3.2 Maximierung der Vergütung
2.3.4 Ziele der Anleger
3 Der Greenshoe als Gestaltungselement
3.1 Begriff und Funktionsweise des Greenshoe
3.1.1 Begriff
3.1.2 Funktionsweise
3.2 Gestaltungsparameter einer Greenshoe-Vereinbarung
3.2.1 Greenshoe-Volumen
3.2.2 Bezugspreis der Greenshoe-Aktien
3.2.3 Optionstyp und -frist
3.2.4 Zusätzliche Ausübungsbedingungen
3.2.5 Bereitstellung der Greenshoe-Aktien
3.2.5.1 Aktionäre als Stillhalter der Greenshoe-Option
3.2.5.2 Gesellschaft als Stillhalter der Greenshoe-Option
4 Ökonomische Analyse einer Greenshoe-Vereinbarung
4.1 Ausgewählte Funktionen des Greenshoe
4.1.1 Instrument zur Marktpflege
4.1.2 Maximierung der Plazierungserlöse
4.1.3 Vermeidung von Reneging-Kosten
4.1.4 Anreiz- und Vergütungsmechanismus
4.1.5 Förderung der Reputation des Intermediärs
4.2 Kritische Analyse
4.2.1 Zur Funktion der Marktpflege
4.2.2 Zur Funktion der Erlösmaximierung
4.2.3 Zur Funktion der Vermeidung von Reneging-Kosten
4.2.4 Zur Anreiz- und Vergütungsfunktion
4.2.5 Zur Reputationsfunktion
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht aus ökonomischer Perspektive, welche Bedeutung der Greenshoe als Gestaltungselement bei Aktienplazierungen hat. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit die Vereinbarung einer Greenshoe-Option als Vertragsinstrument zwischen Verkäufer und Finanzintermediär genutzt werden kann, um Interessenkonflikte zu lösen und Plazierungserlöse zu optimieren.
3.1.1 Begriff
Bei einem Greenshoe handelt es sich um eine spezielle Variante kurz laufender optionaler Kaufrechte auf Aktien, die den mit der Plazierung beauftragten Intermediären eingeräumt werden können. Die Bezeichnung ist auf die US-amerikanische Firma „GREEN SHOE MANUFACTURING COMPANY“ zurückzuführen, die diese Optionsvariante erstmals im Februar 1963 einsetzte. Synonyme Begriffe sind Over-Allotment-Option (OAO), Überzuteilungsoption oder Mehrzuteilungsoption. Während ein Greenshoe in den USA seither bei den meisten Aktienplazierungen verwendet wird, kommt er in Deutschland erst seit einer Plazierung von LUFTHANSA-Aktien im Jahre 1994 zum Einsatz. Nach gängiger Sichtweise spricht man von einem Greenshoe, wenn Intermediäre innerhalb von 30-45 Tagen nach Ende der Zeichnungsfrist zusätzlich Aktien im Volumen von 10-15 % des normalen Plazierungsvolumens zu demselben Preis wie das normale Plazierungsvolumen vom Aktienverkäufer erwerben können.
1 Einleitung: Abgrenzung des Themas und Gang der Arbeit: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand Greenshoe als Instrument der Vertragsgestaltung bei Aktienplazierungen und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Das Kapitel präzisiert Begriffe wie Plazierung und Plazierungsverfahren, erläutert idealtypische Situationen und analysiert die verschiedenen Interessenlagen von Verkäufern, Intermediären und Anlegern.
3 Der Greenshoe als Gestaltungselement: Hier werden Definition, Funktionsweise sowie zentrale Gestaltungsparameter des Greenshoe, wie Volumen, Bezugspreis und Bereitstellungsformen, theoretisch hergeleitet.
4 Ökonomische Analyse einer Greenshoe-Vereinbarung: Dieses Kapitel unterzieht die verschiedenen Funktionen des Greenshoe, wie Marktpflege, Erlösmaximierung und Anreizsteuerung, einer tiefgehenden ökonomischen und kritischen Analyse.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei betont wird, dass die ökonomische Bewertung eines Greenshoe stark von den spezifischen Ausübungsbedingungen abhängt.
Greenshoe, Aktienplazierung, Finanzintermediär, Überzuteilungsoption, Underpricing, Marktpflege, Emissionsgeschäft, Principal-Agent-Problem, Kapitalerhöhung, Börsengang, Kursstabilisierung, Vertragsgestaltung, Emissionspreis, Underwriting Agreement.
Die Arbeit analysiert den Greenshoe als Gestaltungselement im Kontext von Aktienplazierungen und untersucht dessen ökonomische Wirkung auf die beteiligten Akteure.
Im Zentrum stehen die Vertragsgestaltung zwischen Verkäufer und Intermediär, die Funktionsweise der Überzuteilungsoption und die Analyse von Anreizstrukturen bei der Emission von Aktien.
Ziel ist es, die ökonomischen Funktionen des Greenshoe – insbesondere hinsichtlich Marktpflege, Erlösmaximierung und Anreizsteuerung – aus theoretischer Sicht zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine ökonomische Analyse, die auf einer theoretischen Fundierung der Interessenlagen und der Interaktion zwischen den Marktteilnehmern aufbaut.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Funktionsweise des Greenshoe, den Gestaltungsparametern und einer kritischen ökonomischen Prüfung der dem Instrument zugeschriebenen Wirkungen.
Zu den zentralen Begriffen gehören Greenshoe, Aktienplazierung, Underpricing, Marktpflege, Emissionsgeschäft und Agency-Konflikte.
Die Arbeit verdeutlicht, dass ein Greenshoe nur dann für den Verkäufer kostenneutral ist, wenn spezifische Ausübungsbedingungen vertraglich fixiert sind, die opportunistisches Verhalten des Intermediärs unterbinden.
Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie bestimmt, wer die Kosten des Greenshoe trägt und wessen Interessen bei der Vertragsgestaltung als primär maßgeblich gelten.
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