Fachbuch, 2021
92 Seiten
1 Einleitung
2 Allgemeines
2.1 Definition selektiver Mutismus
2.2 Erklärungsmodelle des Schweigens
2.3 Ätiologie
2.3.1 Biologische Einflussfaktoren
2.4 Komorbiditäten
2.5 Klinisches Erscheinungsbild und Diagnostik
3 Verhaltensweisen von selektiv mutistisch betroffenen Kindern
3.1 Verhaltensweisen in verschiedenen Situationen
4 Umgang mit selektivem Mutismus in Bildungsstätten
4.1 pädagogische Umgangsweise (Kita)
4.2 Pädagogische Umgangsweise (Schule)
5 Therapie bei selektivem Mutismus
5.1 Therapeutische Diagnostik
5.2 Multimodale Therapieansätze bei selektivem Mutismus
5.3 Wirksamkeitsnachweise der Therapieansätze
5.4 Prognose bei selektivem Mutismus
5.5 Therapeutische Umgangsweise
5.6 Interdisziplinärer Austausch
6 Transfer in die Ergotherapie
6.1 ergotherapeutische Maßnahmen bei selektivem Mutismus
6.2 Umgangsweise der Ergotherapeuten
7 Diskussion
7.1 Multimodale Therapieansätze und deren Wirksamkeit
7.2 Umgangsweise von Pädagogen und Therapeuten mit dem Schweigen
7.3 Ausblick für Pädagogen
7.4 Ausblick für Therapeuten und die Therapiemaßnahmen
7.5 Persönlicher Lerngewinn
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über maßgebliche Behandlungsmethoden aus verschiedenen Fachdisziplinen wie Psychiatrie, Psychotherapie, Sprachtherapie und Ergotherapie zu geben und fachdisziplinübergreifende Ansätze für den Umgang mit dem Schweigen bei selektiv mutistischen Kindern zu erarbeiten, um das professionelle Verständnis und Handeln zu verbessern.
3.1.2. Situatives Verhalten im alltäglichen Leben
Für die betroffenen Kindern stellen alltägliche Erledigungen und Erlebnisse ein Problem dar. Sie widerfahren Einschränkungen in ihrem Tun und Handeln, indem Sprache erforderlich ist. Alltagstätigkeiten wie Arztbesuche oder Situationen wie Geburtstage von Verwandten, in denen sie sich sprachlich mit anderen in Kontakt treten oder sie auf der Straße von Fremden angesprochen werden - die Sprache stellt eine Hürde im Alltag dar und lässt die Kinder mit einem Schweigen reagieren [5]. Kinder mit einem selektiven Mutismus bewegen sich nicht gerne im Mittelpunkt, sondern befinden sich lieber im Hintergrund. Den selektiv mutistischen Kindern fällt es häufig schwer, Blickkontakt mit anderen Menschen aufzubauen. Manche Kinder sind dennoch in der Lage, einen intensiven Blickkontakt herzustellen und zu halten.Andere wiederum vermeiden den Blickkontakt zu anderen durchgängig und senken den Blick zum Beispiel auf den Boden. Weitere Vermeidungshaltungen wie Toilettengänge an fremden Orten, das Einschlafen an fremden Orten oder das Essen an fremden Orten erweisen sich für die Betroffenen als schwierig oder als nicht bewältigbar [5].
Alltagssituationen, in denen also Sprache erwartet wird, können bei diesen Kindern einen besonders hohes Stressgefühl auslösen und es wirkt als würden die Betroffenen bestimmte Situationen und Personen außerhalb ihrer sicherheitsgebenden Umgebung als eine Art Bedrohung einstufen [6]. Wenn ein Stressfaktor als nicht bewältigbar bewertet wird, kann dies sich als ein Gefühl von Hilflosigkeit zeigen. Hirnorganisch kommt also zu einer Destabilisierung neuronaler Verschaltungen und gleichzeitig zu einer vermehrten Produktion/Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Diese Kinder stehen in solchen Momenten in einem bestimmten Zwiespalt. Sie verkrampfen sich physisch wie auch psychisch und versuchen diese Situation unter Kontrolle zu halten. Die Kinder finden im Schweigen eine Lösung für die damit einergehende Spannung.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe, gesellschaftlich wenig bekannte Phänomen des selektiven Mutismus ein und stellt die Forschungsfragen bezüglich existierender Therapiemöglichkeiten sowie des Umgangs von Fachkräften mit dem Schweigen.
2 Allgemeines: Das Kapitel definiert den selektiven Mutismus als angstassoziierte Kommunikationsstörung und erläutert verschiedene theoretische Erklärungsmodelle, Ätiologien, Komorbiditäten sowie diagnostische Verfahren.
3 Verhaltensweisen von selektiv mutistisch betroffenen Kindern: Es werden die facettenreichen Verhaltensweisen der betroffenen Kinder in verschiedenen Lebenssituationen, wie Familie, Kindergarten und Schule, sowie deren Auswirkungen auf das soziale Umfeld beschrieben.
4 Umgang mit selektivem Mutismus in Bildungsstätten: Dieses Kapitel widmet sich den pädagogischen Handlungsmöglichkeiten in Kita und Schule, wobei der Fokus auf angstreduzierenden Maßnahmen und der Förderung nonverbaler Kommunikation liegt.
5 Therapie bei selektivem Mutismus: Es wird ein Überblick über die therapeutische Diagnostik und multimodale Therapieansätze verschiedener Fachdisziplinen wie Logopädie, Psychotherapie und Psychiatrie gegeben.
6 Transfer in die Ergotherapie: Das Kapitel beleuchtet spezifische ergotherapeutische Maßnahmen und die therapeutische Haltung, die bei der Behandlung selektiv mutistischer Kinder Anwendung finden können.
7 Diskussion: Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse kritisch reflektiert, Implikationen für die Praxis abgeleitet und ein Ausblick für Pädagogen und Therapeuten gegeben.
Selektiver Mutismus, Kommunikationsstörung, Angststörung, Therapie, Logopädie, Psychotherapie, Ergotherapie, Diagnostik, Pädagogik, Schweigen, Kindesentwicklung, Multimodale Therapie, Stressbewältigung, Familienarbeit, Fallstudien.
Die Arbeit befasst sich mit dem Störungsbild des selektiven Mutismus bei Kindern, analysiert die Ursachen und Erscheinungsformen sowie die Möglichkeiten zur therapeutischen und pädagogischen Behandlung.
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung des Mutismus, die klinische Diagnostik, die pädagogische Begleitung in Bildungsstätten, verschiedene therapeutische Ansätze (psychotherapeutisch, sprachtherapeutisch, psychiatrisch, ergotherapeutisch) sowie die Rolle der Gefühlswahrnehmung bei den Fachkräften.
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über existierende Behandlungsmethoden verschiedener Fachdisziplinen zu geben und zu untersuchen, welche Therapiemöglichkeiten existieren und wie Pädagogen sowie Therapeuten professionell mit dem Schweigen der Kinder umgehen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche. Zur Illustration spezifischer Aspekte und der Gefühlswahrnehmung wurden zudem ergänzende Experteninterviews mit einer Mutter und einer Pädagogin geführt.
Im Hauptteil werden das Störungsbild definiert, Erklärungsmodelle dargestellt, diagnostische Verfahren erläutert, Verhaltensweisen in unterschiedlichen Situationen analysiert sowie therapeutische Konzepte (u.a. SYMUT, KoMut, DortMuT) detailliert beschrieben und deren Wirksamkeit diskutiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selektiver Mutismus, Therapie, Diagnostik, Pädagogik, multimodale Ansätze, Ergotherapie und Stressbewältigung charakterisiert.
Die Ergotherapie wird als zusätzliche, zukunftsfähige Fachdisziplin vorgestellt, die durch ganzheitliche Ansätze wie das "Model of Human Occupation" (MOHO) dazu beitragen kann, die Handlungsfähigkeit der Kinder im Alltag zu stärken.
Die Interviews dienen dazu, die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Realität zu verknüpfen, insbesondere um die Herausforderungen und die emotionalen Belastungen (wie Hilflosigkeit oder Frust) zu beleuchten, denen Fachkräfte im Umgang mit schweigenden Kindern begegnen.
Wichtige Erkenntnisse sind die Notwendigkeit einer respektvollen, geduldigen Haltung, die Vermeidung von Druck, das Akzeptieren nonverbaler Kommunikationsformen sowie die Bedeutung der stetigen Selbstreflexion des Fachpersonals.
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