Bachelorarbeit, 2020
52 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Extremismus
2.1.1 Rechtsextremismus
2.1.2 Die Neue Rechte des digitalen Zeitalters
2.1.3 Rechte Internetkultur
2.2 Radikalismus
2.2.1 Radikalisierung als Inszenierung
2.2.2 Radikalisierung als Depluralisierung
2.3 Medienbegriff
2.3.1 Medien zur öffentlichen Kommunikation
2.3.2 Medien zur interpersonellen Kommunikation
3. Methode
4. Netzwerk der Neuen Rechten
4.1 Wesentliche AkteurInnen
4.2 Relevante Social Media-Plattformen
5. Rechtsextreme Narrative und Kommunikationsstrategien im Internet
5.1 Narrative der Neuen Rechten
5.2 Neurechte Kommunikationsstrategien
6. Fazit und Ausblick
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung sozialer Medien für die Vernetzung, Radikalisierung und Mobilisierung innerhalb der rechtsextremen "Neuen Rechten". Ziel ist es, durch eine vergleichende Fallstudie der amerikanischen Alt-Right und der europäischen Identitären Bewegung (IB) maßgebliche Akteure, Netzwerke sowie Kommunikationsstrategien im Internet zu identifizieren und die Rolle digitaler Räume bei der Rekrutierung und Ideologievermittlung zu analysieren.
2.1.2 Die Neue Rechte des digitalen Zeitalters
Bereits 1967 hat Theodor W. Adorno in einem Vortrag an der Wiener Universität von den Aspekten des neuen Rechtsradikalismus gesprochen. Anlass für seine damaligen Ausführungen waren die Erfolge der rechtsradikalen Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD) (vgl. Adorno 1967). In den letzten 60 Jahren kam es immer wieder zu Wellen des verstärkten Auftretens rechtsextremer Gruppierungen, Organisationen oder Parteien. Während die rechtsextremen Parteien bereits gut wissenschaftlich analysiert sind, bleiben Ableger des modernen digitalen Rechtsradikalismus in der Forschung weniger untersucht (vgl. Borstel/Heitmeyer 2012). In seinen Ausführungen stellte Adorno Ziele, Mittel sowie Taktiken des neuen Rechtsradikalismus heraus und fragte nach den Gründen für den Zuspruch, den rechtsextreme Bewegungen bekommen. Vieles hat sich seitdem geändert, aber manches ist gleichgeblieben oder ist in neuer Form wieder da (vgl. Adorno 1967).
Die neurechte Online-Bewegung versteht sich selbst als eine intellektuell ausgerichtete politische Strömung in verschiedenen Staaten (vgl. Gensing 2016). Sie versucht sich in vielen Dingen von der Alten Rechten zu distanzieren. So werden Bomberjacke und Springerstiefel gegen Poloshirt und Stoffturnschuhe getauscht. Doch nicht nur das äußerliche Auftreten hat sich geändert, auch ihre Ansichten wurden mehr an die gesellschaftliche Mitte angepasst. Die Neue Rechte leugnet offenkundig weder den Holocaust noch die Konzentrationslager und lehnt Hitler und seine Verbrechen ab. Vielmehr stellen sie sich als gewaltlose Szene dar, die den „Schuldkult“ hinter sich lassen und stolz auf die deutsche Tradition sein will (Fuchs/Middelhoff 2019).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Bedeutung des Internets und sozialer Medien für die Radikalisierung rechtsextremer Bewegungen, motiviert durch aktuelle Anschläge wie jene von Christchurch und Halle.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Extremismus und Radikalisierung, beleuchtet das Phänomen des Rechtsextremismus und untersucht die Rolle von Medien in der Kommunikation.
3. Methode: Hier wird das Forschungsdesign für die Fallstudien zur Alt-Right und zur Identitären Bewegung dargelegt, wobei ein Schwerpunkt auf der Top-down-Perspektive der Akteure liegt.
4. Netzwerk der Neuen Rechten: Das Kapitel analysiert die Strukturen und Vernetzung der Neuen Rechten, identifiziert einflussreiche Akteure und relevante Online-Plattformen.
5. Rechtsextreme Narrative und Kommunikationsstrategien im Internet: Hier werden die Inhalte der rechten Online-Kulturen untersucht, insbesondere zentrale Narrative und die strategische Nutzung von Medien zur Manipulation und Mobilisierung.
6. Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass das Internet als zentraler Vermittler und Katalysator rechtsextremer Radikalisierung fungiert.
7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Vollständige Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Rechtsextremismus, Neue Rechte, Radikalisierung, Soziale Medien, Alt-Right, Identitäre Bewegung, Online-Radikalismus, Internetkultur, Narrative, Desinformation, Kommunikation, Vernetzung, Politische Agitation, Ideologie, Digitale Räume
Die Arbeit untersucht, wie das Internet und soziale Medien zur Radikalisierung und Vernetzung innerhalb rechtsextremer Bewegungen, insbesondere der sogenannten Neuen Rechten, beitragen.
Im Zentrum stehen die digitale Vernetzung, die Verbreitung rechtsextremer Narrative, verschiedene Online-Kommunikationsstrategien sowie der Einfluss dieser digitalen Aktivitäten auf die Radikalisierungsprozesse.
Das Hauptziel ist es, die Erkenntnislücke bezüglich der Rolle sozialer Medien bei der Radikalisierung durch Rechtsextremisten zu schließen, indem maßgebende Akteure und deren Online-Aktivitäten untersucht werden.
Es wird ein deskriptiver, fallstudienbasierter Ansatz gewählt, um die amerikanische Alt-Right und die europäische Identitäre Bewegung systematisch auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Online-Strategien zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Netzwerkanalyse der Neuen Rechten sowie die detaillierte Untersuchung spezifischer Narrative und Kommunikationsstrategien wie Desinformation und visuelle Kommunikation.
Zentrale Begriffe sind Rechtsextremismus, Neue Rechte, Radikalisierung, Online-Radikalismus, Narrative sowie die Rolle von sozialen Medien und alternativen Plattformen.
Die Arbeit stellt dar, dass die Neue Rechte versucht, intellektueller und popkulturell moderner aufzutreten, sich von klassischer Neonazi-Symbolik distanziert und stark auf digitale Strategien zur Verbreitung ihrer Ideologien setzt.
Echokammern werden als Räume beschrieben, in denen Nutzer verstärkt mit Gleichgesinnten interagieren und vor abweichenden Meinungen abgeschirmt werden, was die Radikalisierung und die Wahrnehmung einer extremen Weltanschauung als gesellschaftlich relevante Bewegung fördert.
Als "Dark Social" werden private Kommunikationskanäle wie Messenger-Dienste (z.B. Telegram oder Discord) bezeichnet, die aufgrund ihrer geschlossenen Struktur weniger zensurgefährdet sind und einen geschützten Raum für intensivere Radikalisierung und informellen Austausch bieten.
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