Masterarbeit, 2020
63 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Giambattista Vico zur Einführung
2.1 Sensus Communis
2.2 Metaphysik
2.3 Rezeption
3. Über die Poetische Weisheit
3.1 Welterfahrung und Sprache
3.2 Poetische Charaktere
3.3 Herkules und Homer
4. Ein kurzer Rückblick
5. Der Heros in tausend Gestalten
5.1 Die heroische Abenteuerfahrt
6. Von Geist und Geschichte
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die narrative Struktur der Geschichte bei Giambattista Vico, mit einem besonderen Fokus auf dem Prinzip der "poetischen Charaktere". Das zentrale Ziel ist es, Vicos erkenntnistheoretische Ansätze in Verbindung mit der Theorie des Monomythos von Joseph Campbell zu bringen, um aufzuzeigen, wie menschliche Kultur und Denken durch narrative Artefakte geprägt sind und wie diese den menschlichen Geist als im Kern narrativ konstituieren.
3.2 Poetische Charaktere
Die Entdeckung des Prinzips Poetischer Charaktere, welches eng an die Entstehung von Schrift und Sprache gebunden ist, nennt Vico selbst die größte Entdeckung, seines Gelehrtenlebens. Sie bildet die Wurzel der Scienza Nuova, die seine Erkenntnisse in einem festen philologischen Fundament verankert. Deshalb führt das Verständnis seiner Philosophie durch dieses zentrale Konzept. Seine Bezugnahme auf dieses Prinzip ist an verschiedenen Stellen nicht eindeutig, was das Zusammenfassen aller entsprechender Gedanken erschwert. Er benutzt für das hier zu erläuternde Konzept fünf verschiedene Bezeichnungen, die im Kern aber das gleiche ausdrücken wollen. Carrateri poetici; Poetische Charaktere, carrateri fantastici; Fantastische Charaktere, generi fantastici, Fantastische Gattungsbegriffe, universale fantastici; Fantastische Universalien und universale poetici; Poetische Universalien. Im Kern liegt diesen Begriffen die gleiche Denkbewegung zu Grunde: Es wird in einem sinnlichen Bild ausgedrückt, was als allgemeiner Begriff noch nicht gefasst, versprachlicht werden kann. Dieses Konzept wird in dieser Arbeit schwerpunktmäßig untersucht und stellvertretend unter dem Begriff ‚Poetische Charaktere‘ zusammengefasst.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung der poetischen Strukturen für die menschliche Geschichte sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Giambattista Vico zur Einführung: Das Kapitel erläutert Vicos zentrales Axiom "verum et factum convertuntur" und legt die theoretischen Grundlagen seiner Erkenntnistheorie und Rhetorik dar.
2.1 Sensus Communis: Hier wird der "sensus communis" als Grundlage für den Gemeinsinn und die gesellschaftliche Natur der Völker definiert, der alle Menschen verbindet.
2.2 Metaphysik: Dieses Kapitel betrachtet Vicos Metaphysik, die den menschlichen Geist im Kontext der göttlichen Vorsehung und der Entfaltung der Weltordnung verortet.
2.3 Rezeption: Es folgt eine kritische Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte Vicos, von der anfänglichen Nichtbeachtung bis zu seiner Anerkennung als einflussreicher Denker.
3. Über die Poetische Weisheit: Dieses Kapitel widmet sich der poetischen Weisheit als erste Wissenschaft der Heiden, durch die der Mensch die Welt und den göttlichen Willen zu deuten lernte.
3.1 Welterfahrung und Sprache: Hier wird das Verhältnis von Sprache, Benennung und Welterfahrung untersucht, wobei Sprache als schöpferisches Medium begriffen wird.
3.2 Poetische Charaktere: Dieses Kapitel vertieft das Konzept der "poetischen Charaktere" als instrumentelle Begriffe, die das Denken in anschaulichen Bildern ermöglichen.
3.3 Herkules und Homer: Anhand von Herkules und Homer wird exemplarisch verdeutlicht, wie diese Figuren als Grundpfeiler des "mondo civile" fungieren und die menschliche Kultur prägen.
4. Ein kurzer Rückblick: Dieser Abschnitt dient der Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse und der Kontextualisierung der Erkenntnisse innerhalb Vicos Systems.
5. Der Heros in tausend Gestalten: Hier wird Joseph Campbells Theorie des Monomythos eingeführt, um ein tiefenpsychologisches Verständnis der Mythen zu gewinnen.
5.1 Die heroische Abenteuerfahrt: Dieses Kapitel detailliert die Stufen der Heldenreise nach Campbell und überträgt diese auf die narrative Struktur des menschlichen Bewusstseins.
6. Von Geist und Geschichte: Es wird diskutiert, wie Geist und Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind und wie narrative Formen das menschliche Verständnis der Welt gestalten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Synthese aus Vicos Prinzip der poetischen Charaktere und Campbells Monomythos zusammen und betont die narrative Natur des menschlichen Geistes.
Giambattista Vico, Scienza Nuova, poetische Charaktere, Sensus Communis, Metaphysik, Monomythos, Joseph Campbell, narrative Struktur, Ingenium, Fantasia, Kulturwissenschaft, Weltbild, menschliches Bewusstsein, Mythos, Erkenntnistheorie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der "narrativen Struktur der Geschichte" im Denken von Giambattista Vico und untersucht, wie der Mensch seine Welt durch poetische Mythen und Charaktere erschafft und begreift.
Zentrale Themen sind die Philosophie Vicos, das Konzept der poetischen Weisheit, die Rolle der Sprache als schöpferisches Medium sowie die Verbindung zwischen Vicos kulturhistorischen Erkenntnissen und der mythologischen Heldenreise nach Joseph Campbell.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Prinzip der "poetischen Charaktere" bei Vico als notwendiges Instrument der menschlichen Begriffsbildung freizulegen und in eine übergreifende Theorie der narrativen Transformation des menschlichen Geistes zu integrieren.
Es wird eine philologisch-philosophische Analyse angewandt, die primär auf der Auslegung der "Scienza Nuova" von Vico basiert und diese methodisch mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen und tiefenpsychologischen Modellen, insbesondere von Joseph Campbell, verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung in Vicos Werk, die detaillierte Analyse der poetischen Charaktere als Instrumente des Ingeniums, eine Untersuchung der historischen Figuren Homer und Herkules sowie die Synthese mit Campbells Modell des Monomythos.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Vico, poetische Charaktere, Sensus Communis, Monomythos, Ingenium, Fantasie, narrative Struktur und Metaphysik.
Herkules dient als Archetyp des Kulturschaffenden, der die "wilde Welt" materiell bearbeitet, die Agrarkultur begründet und somit die Ordnung der Gesellschaft und die Entstehung der Zivilisation versinnbildlicht.
Während Gott die Welt als Schöpfer vollkommen durchdringt ("intellegere"), ist das menschliche Wissen auf ein zergliederndes, mühsames Denken ("cogitatio") angewiesen, das sich durch Symbole und Narrative der Realität annähert.
Vico postuliert, dass die Geschichte nicht linear verläuft, sondern in einem "corso e ricorso" (Lauf und Rücklauf) zyklisch ist, wobei Kulturen von einer Stufe zur nächsten und bei Zerfall wieder zurück in barbarenähnliche Zustände führen.
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