Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,7
1. Hinführung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Terminologie weiß, Schwarz
2.2 Rassismus gegen Schwarze
2.2.1 Konnotationen Schwarzer Körper durch den weißen Blick
2.3 Kulturelle Aneignung
2.4. Die Ikonographie der Dreadlock- Frisur
3. Die Dreadlock- Frisur auf weißen und Schwarzen Köpfen
3.1 Analyse zur Darstellung der weißen Musikerin Zhavia Ward
3.2. Analyse zur Darstellung des Schwarzen Musikers Wiz Khalifa
3.3. Analyse zur Darstellung des weißen Musikers Trevor Hall
3.4 Die herausgearbeitete Dichotomie zwischen Darstellungen Schwarzer und weißer Dreadlockträger*innen
4. Kulturelle Aneignung als Reproduktion rassistischer Strukturen
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Tragen von Dreadlocks durch weiße Personen als Kulturelle Aneignung zu bewerten und als rassistischer Akt zu verstehen ist, wobei der Fokus auf dem Sichtbarmachen rassistischer Strukturen und der Reflexion über Machtverhältnisse und Privilegien liegt.
2.3 Kulturelle Aneignung
In diesem Abschnitt wird erklärt, warum Kulturelle Aneignung mit Machtverhältnissen einhergeht. Diese Erkenntnis ist wichtig für den Analyse- und Diskussionsverlauf dieser Arbeit. Kulturelle Aneignung ist ein Begriff, der sich in der ethnologischen Wissenschaft in den 1970er Jahren etabliert. Die Bezeichnung entwickelt sich aus den Cultural Studies und beschreibt einen Prozess der einseitigen Übernahme von Kulturelemente und -fragmenten. Diese prozesshafte Übernahme wird von einer Dominanzkultur zugehörigen Person, Gruppe oder Institution ausgeübt, wodurch die Handelnden einen Bedeutungsraum ein- und eine als „[…] eigene deklarierte Neuschreibung […]“ vornehmen. Diese Art der Übernahme und Aneignung finde laut Hans Peter Hahn, in besonders intensiver Form im Westen statt.
1. Hinführung: Einführung in die Thematik der Kulturellen Aneignung anhand von Dreadlocks bei weißen Personen und Verortung im Feld der Critical Whiteness-Forschung.
2. Theoretische Grundlage: Definition zentraler Begriffe wie weiß, Schwarz, Rassismus und Kulturelle Aneignung sowie Erarbeitung der Ikonographie der Dreadlock-Frisur.
3. Die Dreadlock- Frisur auf weißen und Schwarzen Köpfen: Qualitative Analyse dreier Fotografien von Musiker*innen, um Unterschiede in der Inszenierung und Lesbarkeit der Frisur zwischen weißen und Schwarzen Personen aufzuzeigen.
4. Kulturelle Aneignung als Reproduktion rassistischer Strukturen: Vertiefende Diskussion über die Problematik der Aneignung, unter Einbezug von Kritikermeinungen und der Reflexion über weiße Privilegien.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die das Tragen von Dreadlocks durch weiße Personen als rassistische Aneignungspraxis bestätigt und zu einer kritischen Reflexion über das eigene weiß-Sein aufruft.
Kulturelle Aneignung, Dreadlocks, Rassismus, Critical Whiteness, Machtverhältnisse, weiße Privilegien, Diskriminierung, Ikonographie, Mediale Inszenierung, Stereotype, Identitätskonstruktion, rassistische Strukturen, Dominanzkultur, Intersektionalität, Blackfishing
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kulturellen Aneignung am Beispiel des Tragens von Dreadlocks durch weiße Personen und hinterfragt, inwiefern dies rassistische Strukturen aufrechterhält.
Zu den Themenfeldern gehören Rassismus gegenüber Schwarzen Personen, die Bedeutung von Machtverhältnissen, das Konzept des weiß-Seins sowie die Analyse von Repräsentation in den Medien.
Das primäre Ziel ist es zu ermitteln, inwiefern das Tragen von Dreadlocks durch weiße Personen als Kulturelle Aneignung kritisiert und als rassistischer Akt bezeichnet werden sollte.
Es wird eine qualitative Analyse von drei Fotografien medial bekannter Musiker*innen durchgeführt, um Unterschiede in der Symbolverwendung und Inszenierung zu belegen.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen definiert, eine ikonographische Einordnung von Dreadlocks vorgenommen und detaillierte Fallanalysen durchgeführt, gefolgt von einer kritischen Diskussion.
Wichtige Schlüsselwörter sind Kulturelle Aneignung, Rassismus, weiße Privilegien, Machtverhältnisse, Stereotypisierung und Dreadlocks.
Weiße Personen können sich durch Dreadlocks als exotisch und individuell inszenieren, während Schwarze Personen mit dieser Frisur oft Vorurteilen und Marginalisierung ausgesetzt sind, ohne dass dies ihr Image in gleicher Weise wie bei weißen Personen auflädt.
Blackfishing beschreibt die Inszenierung einer weißen Person als Schwarz, beispielsweise durch Make-Up oder Styling, um ein profitables Image zu kreieren, was die bestehenden Privilegien verdeutlicht.
Dies ist eine bewusste Entscheidung, um die gesellschaftspolitische Position als privilegierte Norm innerhalb eines rassistischen Systems zu markieren und auf historische sowie gegenwärtige Zustände aufmerksam zu machen.
Sie veranschaulicht, dass weiße Personen den Rassismus initiieren und durch Stereotype legitimieren, welche sie sich dann mittels Kultureller Aneignung wieder aneignen, um sich selbst zu inszenieren, wodurch Machtverhältnisse stetig reproduziert werden.
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