Masterarbeit, 2021
130 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Forschungsstand
2.1 Aktuelle Forschungslage
2.2 Forschungsdefizit und Fragestellung
3 Diabetes und körperliche Aktivität
3.1 Definition und Klassifikation des Diabetes
3.1.1 Diabetes mellitus Typ 1
3.1.2 Diabetes mellitus Typ 2
3.2 Therapie
3.2.1 Therapie bei Diabetes-Typ-1
3.2.2 Therapie bei Diabetes-Typ-2
3.3 Epidemiologie
3.4 Pathophysiologie
3.5 Die Rolle der körperlichen Aktivität
3.6 Bewegungsempfehlung für Menschen mit Diabetes
3.6.1 Umfang der Aktivität
3.6.2 Intensität
3.7 Auswirkungen körperlicher Aktivität bei Typ-1-Diabetes
3.7.1 Kurzfristige Auswirkungen
3.7.2 Langfristige Auswirkungen
4 Entwicklung und Stabilisierung des Verhaltens im Lebenslauf
4.1 Lebenslaufperspektive: Wendepunkte und Übergänge von Typ-1-Diabetikern
4.2 Sozial kognitive Theorie von Bandura
4.3 Biopsychosoziales Modell
4.3.1 Biopsychosoziales Modell aus medizinischer Sicht
4.3.2 Biopsychosoziales Modell aus sportwissenschaftlicher Sicht
5 Methodik: Die Thematik im Rahmen der qualitativen Forschung
5.1 Eigene Verbundenheit
5.2 Studiendesign und methodologische Herangehensweise
5.3 Bestimmung der Stichprobe
5.4 Datenerhebung
5.4.1 Interviews
5.4.2 Biografische Mappings
5.5 Untersuchungsdurchführung
5.6 Datenauswertung
5.6.1 Narrationsanalyse nach Schütze (Teil 1)
5.6.2 Auswertung einzelner Kategorien der Mappings mittels eines Klassifikationssystems (Teil 2)
5.7 Gültigkeit der qualitativen Forschung
5.8 Darstellung der Ergebnisse
5.8.1 Analytische Beschreibungen und Rekonstruktionen (Teil 1)
5.8.2 Kategorische Auswertung der Mappings (Teil 2)
6 Diskussion
6.1 Überprüfung Forschungsstand
6.2 Interpretation der Ergebnisse (Teil 1)
6.3 Interpretation der Ergebnisse (Teil 2)
6.4 Limitationen
7 Fazit
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit besteht darin, die biopsychosozialen Barrieren zu identifizieren, die Jugendliche mit Diabetes-Typ-1 in Bezug auf ihre körperliche Aktivität erfahren, und zu untersuchen, wie diese Barrieren in einer wechselseitigen Beziehung zueinanderstehen sowie sich im Lebensverlauf verändern.
1.1 Problemstellung
Es gibt viele Faktoren, die die Teilnahme an körperlicher Aktivität beeinflussen. Dazu gehören demografische Variablen, Kenntnisse, Einstellungen und Überzeugungen zu körperlicher Aktivität, aber auch Faktoren wie Zeitmangel und physische Aspekte bestimmen das Bewegungsverhalten der Allgemeinbevölkerung (vgl. Behrens et al., 2017). Es gibt zwei kognitive Variablen, die für die körperliche Aktivität verantwortlich sind: wahrgenommene Vorteile und wahrgenommene Barrieren. Wahrgenommene Vorteile können positiv sein, Barrieren können die Teilnahme an Aktivitäten negativ beeinflussen. In den letzten Jahren wurde die Untersuchung der wahrgenommenen Barrieren für körperliche Aktivität als wichtig angesehen, um zur Problematik der körperlichen Inaktivität in Stichproben von Jugendlichen beizutragen (vgl. Arzu et al., 2006).
„You can’t just jump on a bike and go“ (Quirk et al., 2014, S. 5) so beschreibt eine Mutter eines Typ-1-Diabetikers einen wichtigen Bestandteil des Lebens eines Diabetikers. Im Hinblick an körperliche Aktivität müssen Diabetiker das Management gut beherrschen, da es ansonsten zu Komplikationen kommen kann. Aus diesem Grund treten insbesondere bei Patienten mit Typ-1-Diabetes oftmals weitere, zum Teil schwerwiegende Barrieren auf. Bei richtiger Einstellung kann körperliche Aktivität gute Stoffwechseleffekte induzieren, während es bei schlecht Eingestellten zu Stoffwechselentgleisungen, wie schwere Hypo- oder Hyperglykämien kommen kann (vgl. Esefeld et al., 2017). Neben schwerwiegenden Stoffwechselentgleisungen können diabetesbedingte Komorbidität und chronische Krankheitsverhalten, darunter auch Verhaltensweisen von körperlicher Zurückhaltung, Vertrauensverlust in die eigenen Körperfunktionen und Verlust des Selbstwertgefühls umfassen. Auch wenn der grundsätzliche Anstieg des Hypoglykämierisikos überwiegend nicht aus den Stoffwechselkontrolldaten zur körperlichen Aktivität abgeleitet werden kann, wird die Sorge um eine Hypoglykämie als Verringerung oder Mangel an körperlicher Aktivität genannt und stellt somit die häufigste genannte Barriere dar (vgl. Behrens et al., 2017).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz körperlicher Aktivität für Diabetiker ein und erläutert die Problemstellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Forschungsstand: Hier wird ein Überblick über die bestehende Forschung zu Barrieren körperlicher Aktivität bei Diabetes gegeben und das Forschungsdefizit herausgearbeitet.
3 Diabetes und körperliche Aktivität: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Diabetes mellitus, seinen Therapieformen sowie der physiologischen Rolle und den Auswirkungen körperlicher Aktivität.
4 Entwicklung und Stabilisierung des Verhaltens im Lebenslauf: Hier werden theoretische Modelle der Verhaltensänderung, wie die sozial kognitive Theorie und das biopsychosoziale Modell, auf den Lebenslauf von Diabetikern angewendet.
5 Methodik: Die Thematik im Rahmen der qualitativen Forschung: In diesem Kapitel werden das qualitative Studiendesign, die Stichprobenwahl, die Datenerhebung durch Interviews und Mappings sowie die Auswertungsverfahren detailliert beschrieben.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier in den Kontext des Forschungsstandes eingeordnet und im Hinblick auf die biopsychosozialen Wechselwirkungen interpretiert, ergänzt durch die Limitationen der Studie.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die biopsychosozialen Barrieren zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Diabetes-Typ-1, körperliche Aktivität, biopsychosoziale Barrieren, Lebenslaufperspektive, qualitative Forschung, biografische Mappings, Stoffwechselkontrolle, Hypoglykämie, soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, Bewegungsverhalten, Jugendalter, psychische Belastung, körperliche Beschwerden, Krankheitsbewältigung.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Barrieren, die Jugendliche mit Diabetes-Typ-1 bei der Ausübung körperlicher Aktivität erleben.
Zentrale Themen sind die biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren, die das Bewegungsverhalten beeinflussen, sowie deren Wechselwirkung im Lebensverlauf der Betroffenen.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, welche spezifischen Barrieren Jugendliche mit Diabetes-Typ-1 wahrnehmen und wie sich diese in verschiedenen Phasen nach der Diagnose verändern.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der narrative Interviews mit biografischen Mappings kombiniert, um individuelle Lebensgeschichten und Barrieren rekonstruierbar zu machen.
Der Hauptteil umfasst den aktuellen Forschungsstand, die theoretischen Grundlagen zu Diabetes und Bewegung, die Anwendung entwicklungspsychologischer Modelle sowie die detaillierte methodische Auswertung der erhobenen Daten.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Diabetes-Typ-1, biopsychosoziale Barrieren, Lebenslaufperspektive, qualitative Forschung und biografische Mappings gekennzeichnet.
Die Diagnose wird als einschneidendes Lebensereignis identifiziert, das oft mit einer signifikanten Veränderung des körperlichen Aktivitätsniveaus und einer Zunahme psychischer Belastungen einhergeht.
Die Untersuchung zeigt, dass mangelndes Verständnis in Schule und Sportverein, verbunden mit Sorgen um eine Hypoglykämie, häufig als soziale Barriere wirkt, die zur Zurückhaltung im Sport führt.
Dies ist häufig auf den erhöhten Druck zurückzuführen, ein komplexes Therapieregime mit dem Alltag zu vereinbaren, gepaart mit Ängsten vor stoffwechselbedingten Komplikationen während sportlicher Belastungen.
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