Examensarbeit, 2018
115 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
Theoretische Grundlagen
2. Veränderte Lebenswelt für Kinder und Jugendliche
2.1 Lebensstil und Freizeitgestaltung
2.1.1 Mediennutzung
2.1.2 Teilnahme an Sportvereinen und Bewegungszeit
2.2 Räumliche Faktoren
2.3 Familie und soziales Umfeld
3. Bewegungsmangel/Sedentarismus
3.1 Definition von Bewegungsmangel
3.2 Ursachen und Folgen von Bewegungsmangel
3.3 Bedeutung für die motorische Entwicklung
4. Sitzen als Belastung
4.1 Aspekte einer Physiologie des Sitzens
4.1.1 Folgen für die Wirbelsäule
4.1.2 Weitere Aspekte des Sitzens
4.2 Der Klassenraum aus ergonomischer Sicht
4.2.1 Möblierung
4.2.2 Luft und Klima
4.2.3 Lärm
4.3 Aktiv-dynamisches Sitzen
5. Möglichkeiten für die Schule
5.1 Konzept der Bewegten Schule
5.1.1 Pädagogisch-personalstrukturelle Rahmen
5.1.2 Infrastrukturelle Rahmen
5.1.3 Unterrichtsinterne Merkmale
5.1.4 Unterrichtsexterne Merkmale
5.2 Rückenschule
5.3 Motorikschule
5.4 Bedeutung für den Schulsport
5.4.1 Der Erziehende Sportunterricht
5.4.2 Umsetzung einer täglichen Sportstunde
5.5 Zwischenfazit
Empirie
6. Unterrichtsgegenstand und Forschungsfrage
7. Forschungsdesign
7.1 Verschiedene Ansätze empirischer Forschung
7.2 Qualitative Forschung
7.3 Datenerhebung
7.3.1 Interview als Forschungsmethode
7.3.2 Interviews mit Kindern
7.4 Stichprobe und Forschungsfeld
7.5 Interviewleitfaden
8. Auswertung der Daten
8.1 Transkription
8.2 Qualitative Inhaltsanalyse
9. Ergebnisse der Interviews
9.1 Darstellung der Ergebnisse
9.2 Interpretation der Ergebnisse
9.3 Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch den Einfluss von langen Sitzzeiten im schulischen Alltag auf die körperliche Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ausgehend von der Forschungsfrage, ob Schule gesundheitsgefährdend sei, werden Lösungsansätze wie das Konzept der "Bewegten Schule" und das "Aktiv-dynamische Sitzen" analysiert sowie empirisch durch Interviews und Sitztagebücher untermauert.
4.1 Aspekte einer Physiologie des Sitzens
Das Problem des Sitzens als eine besondere Form von Haltungsbelastung ist nicht erst in unserer Zeit erkannt und formuliert worden. Bereits Staffel hat 1884 die wichtigsten und heute noch gültigen Zusammenhänge zwischen dem Sitzen und bestimmten Beschwerden und Formveränderungen der Wirbelsäule erwähnt (Senn, 1991, S. 133):
Ruhiges Stehen und Sitzen ist anstrengend, weil der von einer Ermüdung schützende Wechsel zwischen Beugen und Strecken fehlt.
Eine unausweichliche Ermüdung während dem ruhigen Sitzen führt zu Haltungsfehlern und speziell bei heranwachsenden Menschen zu Gestaltfehlern der Wirbelsäule.
Die Wirbelsäule eines Säuglings mit einer anfänglich flachen Rundbogen formt sich erst und nur unter dem Einfluss des Balancierens des aufrechten Körpers zur endgültigen Gestalt aus.
Das Sitzen im Sattel oder auf einem flach nach vorn abschüssigen Kutscherbock fördert eine gute Haltung, die im Stehen leichter zu erreichen ist und zu der immer das leicht eingezogene Kreuz gehört.
Der Mensch ist nicht zum Sitzen geschaffen. Um diese Nachteile zu kompensieren, muss der Mensch sich ausgiebig bewegen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Bewegungsmangels ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der gesundheitlichen Gefährdung durch langes Sitzen in der Schule.
2. Veränderte Lebenswelt für Kinder und Jugendliche: Das Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und dessen Einfluss auf Freizeitgestaltung, Medialisierung sowie räumliche Gegebenheiten.
3. Bewegungsmangel/Sedentarismus: Hier werden Definitionen, Ursachen und Folgen des Bewegungsmangels auf die physische und psychische Entwicklung von Heranwachsenden detailliert analysiert.
4. Sitzen als Belastung: Der Fokus liegt auf der Physiologie des Sitzens und den ergonomischen Defiziten im schulischen Umfeld sowie dem Konzept des aktiv-dynamischen Sitzens.
5. Möglichkeiten für die Schule: Dieses Kapitel diskutiert pädagogische Lösungsansätze wie das Konzept der "Bewegten Schule", Rückenschul- und Motorikschul-Programme sowie die Bedeutung des Schulsports.
6. Unterrichtsgegenstand und Forschungsfrage: Hier wird der theoretische Rahmen für den empirischen Teil der Arbeit abgesteckt und der aktuelle Forschungsstand zu Sitzzeiten von Kindern eingeführt.
7. Forschungsdesign: Es werden die Grundlagen der qualitativen Forschung sowie das methodische Vorgehen, insbesondere der Einsatz von Interviews mit Kindern, begründet.
8. Auswertung der Daten: Dieser Teil beschreibt die methodischen Schritte der Datentranskription und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring.
9. Ergebnisse der Interviews: Hier werden die Ergebnisse der Schülerinterviews dargestellt, interpretiert und zusammenfassend in einem Fazit bewertet.
Bewegungsmangel, Sedentarismus, Bewegte Schule, Sitzen, Ergonomie, motorische Entwicklung, Schulsport, Gesundheitserziehung, qualitative Forschung, Schüler, Sitzzeiten, körperliche Aktivität, Haltungsschäden, Interview, Prävention.
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit die Institution Schule durch lange, starre Sitzzeiten zur körperlichen Inaktivität und gesundheitlichen Beeinträchtigung von Schülern beiträgt und welche Ansätze zur Bewegungsförderung existieren.
Die zentralen Themen sind der gesellschaftliche Wandel der Lebenswelt, die physiologischen und gesundheitlichen Folgen von Bewegungsmangel sowie die ergonomische Gestaltung von Lernräumen und pädagogische Bewegungskonzepte.
Die übergeordnete Fragestellung lautet: "Sitzende Schülerinnen und Schüler – ist Schule gesundheitsgefährdend?"
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit mit einem empirischen Teil, in dem eine qualitative Forschungsmethode mittels Leitfadeninterviews und Sitztagebüchern bei Schülern angewendet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bewegung und Sitzen sowie in die Darstellung, Auswertung und Interpretation der empirischen Ergebnisse aus den Schülerinterviews.
Wichtige Begriffe sind Bewegungsmangel, Bewegte Schule, Sitzzeiten, Ergonomie, motorische Entwicklung und Schulsport.
Die Arbeit betont, dass mangelhafte Möblierung und statische Sitzhaltungen die körperliche Entwicklung belasten. Ergonomische Anpassungen, wie individuell einstellbare Möbel, werden als wichtige Präventionsmaßnahme diskutiert.
Die Interviews zeigen, dass sich die befragten Schüler ihrer hohen Sitzzeiten oft erst durch die Tagebuchführung bewusst wurden und großteils bereit sind, durch mehr Sport und reduzierten Medienkonsum gegenzusteuern.
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