Masterarbeit, 2020
111 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
I Trendsport in der Erlebnisgesellschaft
1 Merkmale
2 Entwicklungsphasen
3 Sinnmotive
II Wakeboarden als Sportart
1 Faszination Gleiten
2 Genese
3 Kommerzialisierung
III Wakeparks – soziologisch betrachtet
1 Ort
2 Raum
3 Landschaft
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die soziale Wirklichkeit des Wakeboardens und beleuchtet das Handeln der Akteure vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. Ziel ist es, die Motive und Einstellungen der Wakeboarder zu verstehen, damit einhergehende ökonomische Entwicklungen aufzuzeigen und die ökologische Verantwortung von Wakeparks kritisch zu hinterfragen.
Die Erlebnisgesellschaft
Die kontinuierliche Anhebung der Lebensstandards seit Mitte der 1960er Jahre, bildet die strukturelle Basis für die Erlebnisgesellschaft. Hauptmerkmal dieser Gesellschaft ist ein „kollektives Mehr“ an Möglichkeiten in der Lebensgestaltung (Beck 1986: 122). Gemeint sind damit der allgemeine Anstieg des Lebensstandards, die Zunahme der arbeitsfreien Zeit, die Expansion der Bildungsmöglichkeiten, ein allgemeiner Zuwachs an Mobilität und Kommunikationsmöglichkeiten sowie damit einhergehend die Auflösung starrer biografischer Muster. Die wachsenden Einkommen führen zu einer Reduzierung der Arbeitszeit, was wiederum zu einem enormen Freizeitgewinn führt. In diesem Zusammenhang gilt es ebenfalls die Technisierung von Arbeitswelt und Alltagsleben zu berücksichtigen. Bedarf es früher den ganzen Tag, um den Haushalt zu bewältigen, so gibt es nun etliche Maschinen, die diese Arbeiten erleichterten und beschleunigen. Insgesamt können die Menschen auf ein Mehr an Geld, Technik, Zeit und Mobilität zurückgreifen. Auf der anderen Seite des Wirtschaftssystems findet wiederum eine Vervielfachung des Angebots der Waren und Dienstleistungen statt (Schimank und Volkmann 2007: 77).
Schulze (1992) erfasst diesen sozialen Wandel seit der Nachkriegszeit als eine Veränderung der Beziehung von Subjekt und Situation, welche in einem Wechselverhältnis zu einander stehen. Da der Mensch keinem Ressourcenmangel mehr ausgesetzt ist, sondern vielmehr einem Ressourcenüberfluss gegenübersteht, ist sein erklärtes Ziel nicht, seinen Lebensstandard zu verbessern, sondern aus den vorhandenen Optionen die Richtige und Beste zu wählen (vgl. Gross 1994). Das Handeln wird entgrenzt und die Wahl zur neuen Notwenigkeit des Alltags (Schimank und Volkmann 2007: 77).
Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Betrachtung des Trendsports ein und definiert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Studie.
I Trendsport in der Erlebnisgesellschaft: Das Kapitel analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und theoretischen Modelle, die zur Entstehung von Trendsportarten als Bewältigungsstrategie in der Moderne beigetragen haben.
II Wakeboarden als Sportart: Hier wird das Bewegungskonzept des Wakeboardens erläutert, die Entstehungsgeschichte der Sportart nachgezeichnet und die zunehmende Kommerzialisierung sowie Professionalisierung thematisiert.
III Wakeparks – soziologisch betrachtet: Dieser Abschnitt rekonstruiert Wakeparks als sozialen Raum und untersucht die räumliche, soziale und ökologische Bedeutung der Anlagen für die Szene.
Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung des Wakeboardens in Bezug auf seine kulturelle Autonomie und wirtschaftliche Verflechtung.
Wakeboarden, Trendsport, Erlebnisgesellschaft, Soziologie, Wakepark, Kommerzialisierung, Gemeinschaft, Szenekultur, Raumaneignung, Sportsoziologie, Freizeitverhalten, Ökologie, Stil-Können, Individualisierung, Selbstermächtigung.
Die Arbeit analysiert die soziale Wirklichkeit des Wakeboardens und wie diese Sportart als Teil einer modernen "Erlebnisgesellschaft" verstanden werden kann.
Die zentralen Felder sind die soziologische Einordnung von Trendsportarten, die Entwicklung von Wakeboarden als Sport und Subkultur sowie die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Wakeparks.
Die Arbeit untersucht, wie das soziale Handeln der Wakeboarder vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungsprozesse zu verstehen ist und welche Bedeutung der Sport für das Individuum in der modernen Welt hat.
Die Studie basiert auf einer qualitativen Analyse, die einen Methoden-Mix aus explorativen Experteninterviews mit Führungskräften der Szene und einer Dokumentenanalyse umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Trendsports, die sportartspezifische Genese des Wakeboardens und eine soziologische Analyse von Wakeparks unter Berücksichtigung von Ort, Raum und Landschaft.
Wichtige Begriffe sind Trendsport, Erlebnisgesellschaft, Stil-Gemeinschaft, Kommerzialisierung und die sogenannte McDonaldisierung des Gleitens.
Dieser Begriff beschreibt die Tendenz zur Rationalisierung, Standardisierung und Reproduzierbarkeit des Gleiterlebnisses, wodurch das Wakeboarden in Wakeparks für eine breite Masse verlässlich und effizient konsumierbar wird.
Die Szene fungiert als soziale Gemeinschaft, die Identität stiftet, individuelle Ausdrucksmöglichkeiten bietet und als familiärer Ersatz für traditionelle Vereinsstrukturen dient.
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