Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 1,9
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Nomen proprium und Nomen Appellativum
2.2 Das niederdeutsche Sprachgebiet & das Dorf Dergenthin
2.3 Zur Bildung von Familiennamen
2.3.1 Familiennamen aus Rufnamen
2.3.2 Familiennamen nach der Herkunft
2.3.3 Familiennamen nach der Wohnstätte
2.3.4 Familiennamen aus Berufsbezeichnungen
2.3.5 Familiennamen aus Übernamen
2.3.6 Herausforderungen bei der sprachlichen Untersuchung von Familiennamen
3. Analyse der Familiennamen des Dorfes Dergenthin
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Die Familiennamen nach ihrer Motivation
3.2.1 Der Familienname Dannehl
3.2.2 Der Familienname Zander
3.2.3 Der Familienname Meinert
3.2.4 Der Familienname Imme
3.2.5 Der Familienname Prestin
3.2.6 Der Familienname Vandrey
3.2.7 Der Familienname Hieke
3.2.8 Der Familienname Niemeier
3.2.9 Der Familienname Vogler
3.2.10 Der Familienname Blüthmann
3.2.11 Der Familienname Hüttmann
3.2.12 Der Familienname Sauer
3.2.13 Der Familienname Scheibner
3.2.14 Der Familienname Johns
3.2.15 Der Familienname Krüll
3.2.16 Der Familienname Zuther
3.2.17 Der Familienname Ladewig
3.2.18 Die Familiennamen Bülow, Gülzow & Rachow
3.2.19 Der Familienname Gröning
3.2.20 Der Familienname Muhs
3.2.21 Der Familienname Ramm
3.2.22 Der Familienname Mundt
3.2.23 Der Familienname Runge
3.2.24 Der Familienname Tiede
3.2.25 Der Familienname Stettin
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern Familiennamen im niederdeutschen Raum anhand des Beispiels des Ortes Dergenthin heute noch niederdeutsche Prägungen aufweisen. Dabei wird analysiert, ob die häufigsten Familiennamen des untersuchten Ortes ihrer Bedeutung nach niederdeutsch geprägt sind.
2.1 Definition Nomen proprium und Nomen Appellativum
Eigennamen (lat. Nomen proprium) verweisen im Vergleich zum Gattungsnamen (lat. Nomen Appellativum) nicht auf eine Gattung von Erscheinungen, Prozessen oder Gegenständen. Sie verweisen auf Individuen. Herr Prof. Dr. phil. habil. Armin Burkhardt verwendet dabei die Bezeichnung von der „[…] identifizierenden Beziehung auf ein Referenzobjekt“ (Burkhard 2004, S. 13). Dies bezeichnet er als „primäre Bedeutung“ (ebd.). Beschrieben wird hier die Beziehung zwischen einem bestimmten Referenten und einem Namen, wie zum Beispiel einer Person. Das Nomen proprium hat ausschließlich eine Markierungsfunktion und besitzt im Vergleich zum Nomen Appellativum keine Bedeutung (vgl. Bauer 1998, S. 35). Propria stechen durch eine Identifizierungsfunktion heraus. Dadurch wird „[…] ein Individuum von anderen gleichartigen abgegrenzt“ (ebd., S. 36). Auch bei Veränderung der Eigenschaften der bezeichneten Person bzw. der Sache, beispielsweise wenn die Person älter wird, bleibt die Bezeichnung konstant (vgl. Burkhard 2004, S. 13). Dieser Ansicht sind sowohl Bauer, als auch Burkhard, dass Propria wie Appellativa funktionieren können, auch über ihre Bezeichnungs- und Identifikationsfunktion hinaus. Herr Armin Burkhard spricht hier von der „[…] sekundären Bedeutung“ (ebd., S. 14) von Eigennamen. Eigennamen entwickeln neben ihrer „[…] Bezeichnungsfunktion noch eine Bedeutung“ (ebd.), sofern sie als Metaphern verwendet werden. Er nennt als Beispiel „Einstein ist der Kopernikus des 20. Jahrhunderts“ (ebd.). Prinzipiell fungieren Propria wie Appellativa, sobald sie eine Bedeutung entwickeln (vgl. ebd., S. 15). Ähnlicher Meinung ist Gerhardt Bauer, denn „Eigennamen können gewisse Hinweise auf Eigenschaften zukommen, die klassenspezifisch sind“ (Bauer 1998, S. 35).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung und sprachwissenschaftliche Bedeutung von Familiennamen ein und formuliert die Forschungsfrage zur niederdeutschen Prägung von Familiennamen im Ort Dergenthin.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Abgrenzung zwischen Eigennamen und Gattungsnamen sowie die verschiedenen Motivationsgruppen der Familiennamenbildung im niederdeutschen Raum.
3. Analyse der Familiennamen des Dorfes Dergenthin: Im Hauptteil werden 27 häufige Familiennamen in Dergenthin auf ihre sprachliche Herkunft, ihre Motivation und ihre geografische Verteilung hin untersucht.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über die Herausforderungen bei der eindeutigen Zuordnung von Familiennamen in einem mobilen, modernen Sprachraum.
Familiennamen, Onomastik, Niederdeutsch, Dergenthin, Sprachgeschichte, Nomen proprium, Appellativum, Namensforschung, Etymologie, Rufnamen, Herkunftsnamen, Berufsnamen, Wohnstättennamen, Übernamen, Benrather Linie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herkunft, der Etymologie und der sprachgeografischen Einordnung von Familiennamen im niederdeutschen Sprachgebiet, konkret am Beispiel des Ortes Dergenthin.
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Motivationskategorien von Namen (nach Beruf, Herkunft, Wohnort, Übernamen oder Rufnamen) und wie sich diese in der spezifischen Region Prignitz/Brandenburg manifestieren.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob die häufigsten Familiennamen des Dorfes Dergenthin tatsächlich eine niederdeutsche Prägung aufweisen oder ob ihre Entstehung anderen regionalen oder etymologischen Ursprüngen geschuldet ist.
Die Arbeit nutzt die onomastische Analyse von Familiennamen, ergänzt durch historische Sprachvergleiche, die Untersuchung der Benrather Linie als Isoglosse und die Auswertung relativer Namensverbreitung mittels Geodaten.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelanalyse von 27 ausgewählten Familiennamen, wobei für jeden Namen versucht wird, die spezifische Bildungsweise und den regionalen Bezug zu bestimmen.
Die wichtigsten Begriffe sind Familiennamen, Onomastik, Niederdeutsch, Namensforschung, Sprachgeschichte und Etymologie.
Dergenthin dient als konkretes Fallbeispiel für eine ländliche Region in der Prignitz, um zu testen, ob die theoretisch angenommenen niederdeutschen Namensstrukturen in der Praxis auf die dortige Bevölkerung zutreffen.
Übernamen bilden eine große und oft schwer deutbare Gruppe, die häufig auf körperliche oder charakterliche Eigenschaften anspielt, wobei der niederdeutsche Raum oft durch eine besondere humoristische oder spottende Art der Namengebung gekennzeichnet ist.
Der Vergleich verdeutlicht die Problematik der Bedeutungskonkurrenz: Während Dannehl als typisch für die norddeutsche Verfestigung religiöser Rufnamen gilt, lässt sich Sauer aufgrund seiner Verbreitung und lautgeschichtlichen Entwicklung nicht eindeutig als spezifisch niederdeutsch kategorisieren.
Die Untersuchung zeigt, dass durch Binnenwanderung, lautliche Verschleifungen, den Wandel von Berufsbezeichnungen und die Überlagerung durch das Hochdeutsche eine eindeutige Rückführung von Familiennamen auf eine einzige Quelle oft erschwert wird.
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