Examensarbeit, 2021
42 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Hinführung zur Thematik und Forschungsfrage
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit
2. Grundlagen und Definitionen
2.1 Binge Eating Störung
2.2 Störungsbild und Klassifikation
2.3 Epidemiologie
2.3.1 Prävalenz
2.3.2 Verlauf
2.4 Ätiologie der Binge Eating Störung aus systemischer Sicht
2.4.1 Systemische Therapie
2.4.2 Beziehungsmuster
3. Methodischer Teil
3.1 Strukturbaum
3.1.1 Dimension Eins: Familie
3.1.2 Dimension Zwei: andere soziale Systeme
3.2 Halbstrukturiertes Interview
3.3 Untersuchung in der Praxis
3.3.1 Vorbereitung
3.3.2 Kontaktaufnahme
3.3.3 Durchführung
3.3.4 Analyse
3.3.5 Auswertung
4. Diskussion
4.1 Herausforderungen wissenschaftlicher Erhebungen
4.1.1 Objektivität
4.1.2 Reliabilität
4.1.3 Validität
4.2 Systemische Konzepte in Bezug auf die BES
4.2.1 Problemsystem
4.2.2 Lebensproblem
4.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Binge Eating Störung (BES) aus einer systemischen Perspektive, um die Risikofaktoren im sozialen Kontext besser zu verstehen. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die familiären und sozialen Beziehungsmuster zu erlangen, die zur Entstehung der Störung beitragen, um daraus mögliche Präventionsansätze abzuleiten.
2.4.2 Beziehungsmuster
Diverse klinische Beobachtungen belegen verschiedenartige familiäre und soziale Einflüsse auf das Essverhalten und die Einstellung zum eigenen Körper. Interessante Befunde sind beispielsweise „eine gestörte Einstellung zum Essen in der Generation der Mütter. Diese wird anscheinend oft an die Töchter weitergegeben und korreliert deutlich miteinander.“ Überdies wurde festgestellt, dass „die Differenz zwischen der Selbsteinschätzung von Töchtern hinsichtlich ihrer Attraktivität und der diesbezüglichen Einschätzung der Mütter bei Essgestörten signifikant höher ist.“ Wird von den Müttern Essen als Mittel gegen Langeweile und negative Gefühle eingesetzt, wird die Störung gefördert. Ebenso die Überzeugung, dass sich die Lebensqualität durch einen schlanken Körper verbessern würde.
Zum Einfluss familiärer Beziehungen auf die Entwicklung von BES kann gesagt werden, dass Familien Essgestörter oft schlechter organisiert sind und der Zusammenhalt beeinträchtigt ist. Nicht selten kommt es vor, dass die Eltern die Probleme ihrer Kinder in ihrer Bedeutung herabsetzen oder unwillig sind, diese wahrzunehmen und dadurch der Gefühlsausdruck oft gestört ist. Des Weiteren beleuchten Beobachtungen, dass Situationen die Störung auslösen, in denen Betroffene unter Bewährungsdruck sind und sich dabei geringwertig fühlen.
Weitere klinische Beobachtungen zur Familien- und Beziehungsdynamik bei BES-Patienten zeigen unter anderem häufig offene und heftig ausgetragene Familienkonflikte. Spannungen werden nicht angesprochen und es bestehen sehr paradoxe Kommunikationsmuster. Schwierigkeiten mit der Emotionsregulierung, welche die Betroffene auch in späteren Partnerschaften oder Freundschaften wahrnehmen, sind somit keine Seltenheit. Alle Familienangehörige verfügen über eine sehr geringe Resilienz und es herrscht wenig Akzeptanz und Trost.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung und Relevanz von Essstörungen und stellt die Forschungsfrage zur systemischen Perspektive der Binge Eating Störung.
2. Grundlagen und Definitionen: Dieses Kapitel erläutert das Störungsbild der BES, deren Klassifikation und epidemiologische Daten sowie die theoretische Basis der systemischen Therapie.
3. Methodischer Teil: Hier wird der methodische Ansatz der Arbeit dargelegt, insbesondere die Entwicklung eines Strukturbaums zur Erfassung von Risikofaktoren und die Erstellung eines Interviewleitfadens.
4. Diskussion: Das letzte Kapitel reflektiert die wissenschaftlichen Gütekriterien, diskutiert systemische Konzepte im Kontext der BES und gibt einen Ausblick auf künftige Präventionsmaßnahmen.
Binge Eating Störung, Systemische Therapie, Essstörungen, Beziehungsmuster, Familiendynamik, Prävention, Risikofaktoren, Qualitative Befragung, Problemsystem, Lebensproblem, Essanfälle, Sozialsysteme, Emotionsregulierung, Psychische Störungen, Gesundheitspsychologie
Die Arbeit untersucht die Binge Eating Störung (BES) mit dem Fokus auf systemische Einflüsse und Beziehungsmuster.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der BES, die systemische Ätiologie, die Erstellung eines Risikofaktoren-Strukturbaums und die Konzeption einer qualitativen Befragung.
Das Ziel ist es, durch eine systemische Analyse der Risikofaktoren Erkenntnisse zu gewinnen, um Präventionsmaßnahmen für Betroffene in sozialen Systemen entwickeln zu können.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur Theoriebildung sowie die methodische Entwicklung eines qualitativen, halbstrukturierten Interviews.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen und epidemiologische Daten als auch die methodische Herleitung des Strukturbaums für die Praxis untersucht.
Kernbegriffe sind Binge Eating Störung, systemische Therapie, Beziehungsmuster, Familiendynamik und Präventionsmaßnahmen.
Die Arbeit zeigt, dass oft gestörte Kommunikationsmuster und mangelnde emotionale Unterstützung in der Familie als "Austragungsorte" für die Probleme dienen, die sich in Essanfällen manifestieren.
Ein Lebensproblem ist ein störendes, klinisch relevantes Phänomen des Einzelnen, während ein Problemsystem entsteht, wenn dieses Problem in einem sozialen System problematisiert und kommuniziert wird.
Es ermöglicht das Herausarbeiten von überindividuell Gemeinsamem aus den qualitativen Interviews, um die Daten nachvollziehbar und praxisnah aufzubereiten.
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