Bachelorarbeit, 2016
23 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Wann ist ein Mann ein Mann? Don Juan als Prototyp des sexuellen Verführers
2. Verführer in der deutschsprachigen Literatur
2.1 Emilia Galotti
2.2 Der Hofmeister
2.3 Schach von Wuthenow
2.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verführerfiguren
3. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die literarische Darstellung des männlichen Verführers in drei bedeutenden Werken der deutschsprachigen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Ziel der Analyse ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Figuren Hettore Gonzaga, Läuffer und Schach von Wuthenow aufzuzeigen, indem sie mit dem Don-Juan-Mythos als archetypischem Verführer verglichen werden.
Die Figur des Verführers in der deutschsprachigen Literatur
Wann wird aus einem Mann ein Verführer? Welche Eigenschaften benötigt er dafür? Und gibt es in der deutschsprachigen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts überhaupt solche Verführer? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Bachelorarbeit. Im Mittelpunkt steht hierbei die sexuelle Verführung von Frauen. Die Frage, wie man es als Mann schafft, möglichst attraktiv auf Frauen zu wirken, scheint nie wirklich aus der Mode gekommen zu sein und wirkt aktueller denn je. In Zeiten, in denen Flirtcoaches ihre Dienste für viel Geld feilbieten und sich selbsternannte Pick-Up-Artists (zu Deutsch etwa: „Aufreißkünstler“) im Internet über die besten Methoden und Techniken austauschen, wie man möglichst effizient Frauen für sich einnehmen kann, lag die Bearbeitung dieser Fragestellung nahezu auf der Hand.
Um einen Verführer überhaupt definieren zu können, muss ein Vorbild herausgearbeitet werden. Denkt man an große Verführer, so geht es vor allem um zwei Namen: Giacomo Casanova und Don Juan. Ersterer lebte jedoch selbst im 18. Jahrhundert und während seine Bekanntschaft erst im langen 19. Jahrhundert zunahm, wirkte der Mythos um Don Juan bereits wesentlich früher. Es erscheint somit sinnvoll, den Spanier dem Venezianer vorzuziehen. Da es jedoch unzählige Bearbeitungen des Don-Juan-Stoffes gibt, kann es im ersten Teil dieser Arbeit nur darum gehen, eine Art Prototypen zu erstellen, an dem sich die drei untersuchten Charaktere im zweiten und umfangreichsten Teil dieser Abschlussarbeit messen müssen. Eine Rezeptionsgeschichte des Don-Juan-Mythos‘ erscheint zu umfassend, deshalb widmet sich diese Arbeit dem Werk von Tirso de Molina.
Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Rolle des Verführers in der deutschsprachigen Literatur vor und begründet die Wahl des Don-Juan-Mythos als analytischen Prototyp.
1. Wann ist ein Mann ein Mann? Don Juan als Prototyp des sexuellen Verführers: Dieses Kapitel arbeitet anhand von Tirso de Molinas Werk die zentralen Merkmale des Don-Juan-Typus heraus, die als Maßstab für die weitere Analyse dienen.
2. Verführer in der deutschsprachigen Literatur: Das Hauptkapitel untersucht nacheinander die Figuren Gonzaga, Läuffer und Schach von Wuthenow auf ihre Verführerqualitäten und ihre Ähnlichkeiten zum Don-Juan-Modell.
2.1 Emilia Galotti: Analyse von Hettore Gonzaga als Prinz, der trotz donjuanesker Züge in seiner Besessenheit von einer einzigen Frau und seiner Beeinflussbarkeit unterscheidbar bleibt.
2.2 Der Hofmeister: Untersuchung von Läuffer, der trotz bürgerlicher Herkunft und anfänglicher Unbeholfenheit durch Bildung als Verführer in Lehrer-Schülerin-Konstellationen erfolgreich ist.
2.3 Schach von Wuthenow: Analyse der Figur Schach, bei der Ehre und gesellschaftliches Ansehen im Vordergrund stehen, was ihn in eine Krise führt, die letztlich im Suizid endet.
2.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verführerfiguren: Synthese der vorangegangenen Analysen, die Muster wie Machtmissbrauch, Flucht vor Konsequenzen und die Rolle zürnender Eltern als gemeinsame Elemente identifiziert.
3. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Ausgangslagen wiederkehrende Strukturen im Verführungstopos erkennbar sind.
Don Juan, Verführer, Verführung, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Emilia Galotti, Der Hofmeister, Schach von Wuthenow, Rhetorik, Geschlechterrollen, Machtmissbrauch, Moral, Ehre, Literaturanalyse.
Die Arbeit analysiert das Motiv des männlichen Verführers in drei Werken der deutschsprachigen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und setzt diese in Bezug zum archetypischen Don-Juan-Mythos.
Zentrale Themen sind die soziale Herkunft von Verführerfiguren, der Zusammenhang von Rhetorik und Erfolg bei Frauen, gesellschaftliche Normen bezüglich Ehre sowie die Rolle des zürnenden Elternteils bei Verführungskonstellationen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob sich bei Hettore Gonzaga, Läuffer und Schach von Wuthenow trotz unterschiedlicher Herkunft und Ausgangslage einheitliche Muster oder "donjuaneske" Züge im Verhalten feststellen lassen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Charaktere anhand der Primärtexte und unter Einbeziehung von Forschungsliteratur charakterisiert und vergleicht.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Lessings "Emilia Galotti", Lenz' "Der Hofmeister" und Fontanes "Schach von Wuthenow" sowie einem abschließenden Vergleich dieser Figuren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Don Juan, Verführer, Verführung, Literaturgeschichte sowie spezifische Werk- und Epochenbezeichnungen beschreiben.
Die Kastration Läuffers wird im Text als entscheidende Zäsur gedeutet, die den Übergang von einer triebhaften zu einer "liebhaften" Beziehung zu Lise markiert.
Der Suizid wird als Konsequenz von Schachs extremen Ehrvorstellungen gewertet, da er den gesellschaftlichen Spott nach der Verführung von Victoire nicht ertragen kann.
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