Bachelorarbeit, 2020
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Die Grundsteuer
2.1 Das Wesen der Grundsteuer
2.2 Die Grundsteuer im internationalen Vergleich
2.3 Das bisherige Grundsteuermodell
3. Reformmodelle der Grundsteuer
3.1 Das neue BMF-Modell
3.2 Das Flächenmodell
3.3 Das Bodenwertmodell
4. Auswirkungen und Belastungsvergleiche der Modelle auf die Branchen
4.1 Die Immobilienbranche
4.1.1 Auswirkungen und Belastungsvergleiche
4.1.2 Die Grundsteuer C
4.1.3 Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer
4.2 Industrie und Handel
4.3 Würdigung der Grundsteuerreform nach dem Leistungsfähigkeits- und dem Äquivalenzprinzip
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die steuerlichen Auswirkungen der Grundsteuerreform auf die Immobilienbranche sowie die Sektoren Industrie und Handel. Dabei steht die Analyse des neuen BMF-Modells im Vergleich zu den durch die Länderöffnungsklausel ermöglichten Flächen- und Bodenwertmodellen sowie deren Vereinbarkeit mit dem Leistungsfähigkeits- und Äquivalenzprinzip im Zentrum.
4.1.1 Auswirkungen und Belastungsvergleiche
Besonders betroffen sein von der Reform der Grundsteuer wird die Immobilienbranche, da Immobilien und Grundstücke deren Kernkompetenzen darstellen. Einen direkten finanziellen Einfluss wird die Grundsteuerreform nicht auf die Immobilienbranche haben, da nach §2 BetrKV der Vermieter die Grundsteuer auf die Mieter umlegen kann. Jedoch wird die geänderte Grundsteuerbelastung großen Einfluss auf die Mieten haben. Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage, wird es für die Immobilienmakler und Immobilienverwalter schwerer eine Immobile zu vermieten, falls die Warmmiete durch die höhere Grundsteuerumlage steigt. Besonders in den Großstädten, wo die Mieten und Bodenrichtwerte besonders stark gestiegen sind, wird sich dies bemerkbar machen. Auf dem Wohnungsmarkt wird der potenzielle Mieter aufgrund des Wohnungsmangels, besonders in den Großstädten, eher bereit sein eine höhere Miete zu zahlen. Jedoch haben die Mieter kein unendliches Budget zur Verfügung und es wird eine Grenze erreicht werden, was sich ein Mieter noch leisten kann an Miete zu zahlen. Folglich kann ab einem gewissen Betrag, der Vermieter nur einen kleineren Teil der Miete für sich beanspruchen, da der Mieter nicht mehr die volle Grundsteuerlast selber tragen kann. Dies würde zu Gewinneinbußen der Immobilienbranche führen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Reform der Grundsteuer aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Die Grundsteuer: Dieses Kapitel erläutert das Wesen der Grundsteuer als Realsteuer, ihren internationalen Kontext und das bisherige, nun verfassungswidrige Einheitswertmodell.
3. Reformmodelle der Grundsteuer: Es werden die verschiedenen neuen Ansätze vorgestellt, namentlich das BMF-Modell, das Flächenmodell und das Bodenwertmodell.
4. Auswirkungen und Belastungsvergleiche der Modelle auf die Branchen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Konsequenzen der Reform für die Immobilienwirtschaft sowie Industrie und Handel und würdigt die Modelle nach steuerrechtlichen Prinzipien.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reform einen Kompromiss darstellt, der zwar teilweise die Anforderungen der Interessenvertreter berücksichtigt, jedoch aufgrund von Pauschalisierungen die steuerlichen Prinzipien nur bedingt erfüllt.
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Die Arbeit befasst sich mit der umfassenden Reform der Grundsteuer in Deutschland und deren vielfältigen Auswirkungen auf Unternehmen und Wirtschaftssektoren.
Zentral sind der Vergleich verschiedener Berechnungsmodelle (BMF-Modell, Flächen- und Bodenwertmodell) sowie die Analyse der steuerlichen Auswirkungen auf die Immobilienbranche und den Sektor Industrie und Handel.
Ziel ist es, die steuerlichen Folgen der Reform aufzuzeigen und die neuen Modelle kritisch vor dem Hintergrund des Leistungsfähigkeits- und Äquivalenzprinzips zu bewerten.
Es handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung von Gesetzentwürfen und aktuellen steuerrechtlichen Stellungnahmen sowie exemplarischen Belastungsberechnungen basiert.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Auswirkungen auf Immobilien, die Einführung der Grundsteuer C zur Baulandmobilisierung, die Umlagefähigkeit der Steuer sowie die Auswirkungen auf Industrieunternehmen durch veränderte Grundbesitzbewertungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Grundsteuerreform, BMF-Modell, Grundsteuerwert, Flächenmodell, Bodenwertmodell, Leistungsfähigkeitsprinzip und Immobilienbranche definiert.
Die Immobilienbranche ist durch die geänderten Bewertungsgrundlagen direkt betroffen, was je nach Lage und Modell zu einer Verschiebung der Steuerlast führt, die unter Umständen nicht mehr vollständig auf Mieter umgelegt werden kann.
Kritikpunkte am BMF-Modell sind insbesondere die Nutzung fiktiver Werte und die damit einhergehenden Pauschalisierungen, die zu Wertverzerrungen führen und nicht in jedem Einzelfall dem tatsächlichen Verkehrswert entsprechen.
Die Öffnungsklausel erlaubt es den Bundesländern, eigene Grundsteuermodelle (wie das Flächen- oder Bodenwertmodell) anzuwenden, was zu einer regional sehr unterschiedlichen Grundsteuerbelastung führt.
Das Äquivalenzprinzip rechtfertigt die Grundsteuer als Gegenleistung für die durch die Gemeinde bereitgestellte Infrastruktur, wobei der Nutzen für den Grundbesitzer im Mittelpunkt steht.
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