Examensarbeit, 1998
151 Seiten, Note: 1,0
1. Die Beschäftigungsfelder der Familiensoziologie
1.1 Spezifische Aufgabenstellungen an die Familiensoziologie
1.2 Funktionsverlust und Auflösungserscheinungen der Familie
2. Die Moderne im Problemfeld der Familiensoziologie
2.1 Pluralität und Pluralisierung der Lebenswelten als kennzeich nendes Merkmal der modernen Gesellschaft
2.2 Die Folgen der Moderne
2.2.1 Das Risiko der modernen Abstraktheit
2.2.2 Das Risiko von Individualisierung, Pluralisierung und Anomie
2.2.3 Das Risiko des veränderten Zeithorizonts
3. Die Postmoderne in Abgrenzung zur modernen Gesellschaft
3.1 Das Merkmal der konsequenten Semiotik
3.2 Das Merkmal der Pluralisierung im Kontext der Postmoderne
3.3 Das Merkmal von Individualisierung und Identität
4. Die Familie in der modernen Gesellschaft
4.1 Die Neustrukturierung der Funktionen der modernen Familie
4.2 Die Bedeutung verwandtschaftlicher Beziehungen für die moder ne Familie in bezug auf die „funktionale Ausdifferenzierung“
4.3 Die Pluralisierung familialer Lebensformen als spezifisches Merkmal der modernen Familie
4.4 Familie und Ehe im Prozeß der Deinstitutionalisierung
5. Die Bedeutung der Ehe in der modernen Gesellschaft
5.1 Ehescheidungen
5.2 Das Phänomen der „sukzessiven Ehe“ als Lebensform der modernen Gesellschaft
5.3 Das Phänomen der „kinderlosen Ehe“ als Lebensform der modernen Gesellschaft
6. Die Bedeutung der Partnerschaft in der Moderne
6.1 Die „nichteheliche Lebensgemeinschaft“ als alternative Lebensform zur institutionellen Ehe
6.2 Das Konzept des „living-apart-together“
6.3 „Commuter-Beziehungen“ – eine moderne familiale Lebensform?
7. Die Bedeutung der sozialen Beziehungen in der modernen Familie
7.1 Die soziale Struktur der Eltern-Kind-Beziehung
7.2 Die strukturelle Ausprägung der Mutter-Kind-Beziehung in Abhängigkeit von mütterlicher Erwerbstätigkeit bzw. Nichterwerbstätigkeit
7.3 Die soziale Beziehung unter Geschwistern und deren Einfluß nahme auf die strukturelle Ausprägung der Eltern-Kind Beziehung
8. Die Grundsteinlegung der Erziehung in der modernen Familie: „Das Jahrhundert des Kindes“ – Kritik am Erziehungssystem des ausgehenden 19. Jahrhunderts durch Ellen Key
8.1 Der Prozeß der familialen Sozialisation in Anlehnung an ein verändertes Erziehungsverhalten in der modernen Familie
8.2 Familienspezifische Voraussetzungen für den Prozeß der Sozialisation
8.3 Familienspezifisch erschwerende Bedingungen für den Prozeß der Sozialisation
9. Die Familie im Diskurs der Postmoderne
9.1 Die Pluralität familialer Lebensformen als demographische Vielfalt und als Vielfalt der Bezeichnungen – Erklärungsmodell zum Übergang zur Postmoderne
9.2 Das Konzept der Aleatorik im Diskurs der postmodernen Familie
9.2.1 Deutungsversuch der Entstehung von Partnerschaften mittels des Konzeptes der Aleatorik
9.2.2 Die Ursachen für Ehescheidungen im Deutungsmuster der Postmoderne
9.2.3 Veränderte Eltern-Kind-Beziehung im Übergang zur Postmoderne
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse der Familie im Zuge der Modernisierung und ihre Einordnung in den gesellschaftlichen Übergang zur Postmoderne, wobei sie insbesondere die These eines Strukturverfalls hinterfragt und die Familie als beständige Institution analysiert.
Die Beschäftigungsfelder der Familiensoziologie
Seit Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre befindet sich die Familiensoziologie besonders durch die Arbeiten R. Königs, H. Schelskys und G. Wurzbachers in einem Stadium enormen Aufschwungs. Seit Mitte der sechziger Jahre ist auch eine Vielfalt an Publikationen zu Fragestellungen der Familiensoziologie erschienen. Zu nennen sind hier insbesondere die Arbeiten von Claessens (1962), Neidhardt (1966, 1970) und Wurzbacher (1963, 1968).
„Die Blüte familiensoziologischer Forschung im ersten Nachkriegsjahrzehnt hängt offensichtlich unmittelbar zusammen mit der Erschütterung der gesellschaftlichen Strukturen durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse. Die familialen und verwandtschaftlichen Beziehungen hatten sich als die einzig noch halbwegs intakt gebliebenen, verläßlichen Stützen für den einzelnen erwiesen, so daß die Frage nach dem Bestand und der Zukunft der deutschen Familie von großer gesellschaftspolitischer Relevanz war.“
Die familiensoziologischen Bemühungen dieser Zeit waren gekennzeichnet von dem Bestreben, die Gesellschaft durch die Stärkung der Familie und somit auch der interpersonellen Beziehungen, aufzubauen und politisch zu stabilisieren. Daneben stand innerhalb der Beschäftigung mit der Familie selbst die zentrale Frage nach ihrer Stabilität bzw. den Möglichkeiten ihrer Stabilisierung im Mittelpunkt.
1. Die Beschäftigungsfelder der Familiensoziologie: Analysiert die historische Entwicklung der familiensoziologischen Forschung seit den 1940er Jahren mit Fokus auf Stabilität und gesellschaftliche Relevanz.
2. Die Moderne im Problemfeld der Familiensoziologie: Untersucht die Auswirkungen der Modernisierung und den damit einhergehenden Pluralismus auf die Struktur der Familie.
3. Die Postmoderne in Abgrenzung zur modernen Gesellschaft: Definiert die Begriffe Moderne und Postmoderne und analysiert deren Einfluss auf familiäre Lebensformen und Identitätskonzepte.
4. Die Familie in der modernen Gesellschaft: Betrachtet die Neustrukturierung familiärer Funktionen sowie die Auswirkungen der funktionalen Ausdifferenzierung auf verwandtschaftliche Beziehungen.
5. Die Bedeutung der Ehe in der modernen Gesellschaft: Diskutiert den Funktionswandel der Ehe, Scheidungen und alternative Lebensformen wie die sukzessive oder kinderlose Ehe.
6. Die Bedeutung der Partnerschaft in der Moderne: Analysiert alternative Partnerschaftsmodelle wie nichteheliche Lebensgemeinschaften, das „living-apart-together“ und Commuter-Beziehungen.
7. Die Bedeutung der sozialen Beziehungen in der modernen Familie: Behandelt die interne soziale Struktur, insbesondere Eltern-Kind- und Geschwisterbeziehungen.
8. Die Grundsteinlegung der Erziehung in der modernen Familie: Kritisiert Erziehungssysteme und untersucht den Sozialisationsprozess unter veränderten Bedingungen.
9. Die Familie im Diskurs der Postmoderne: Erörtert, inwiefern die moderne Familie als Übergang zur postmodernen Gesellschaft gedeutet werden kann und welche Rollen Aleatorik und Identität spielen.
Familiensoziologie, Moderne, Postmoderne, Sozialisation, Pluralisierung, Ehe, Partnerschaft, Deinstitutionalisierung, Familienstruktur, Identität, Lebensformen, Funktionswandel, Wertorientierung, Erziehung, Sozialstruktur.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Wandlungsprozesse der Familie im Zuge der Modernisierung und deren Eingliederung in den gesellschaftlichen Übergang zur Postmoderne.
Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel von Familie und Ehe, die Pluralisierung familialer Lebensformen, Auswirkungen der funktionalen Ausdifferenzierung sowie Sozialisationsprozesse in der modernen Gesellschaft.
Das Ziel ist es, die These des Strukturverfalls der Familie zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Familie als stabile Institution trotz der gesellschaftlichen Umbrüche fortbesteht.
Es handelt sich um eine familiensoziologische theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und verschiedene soziologische Forschungsperspektiven zur Familie vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teile: Problembereiche der Familiensoziologie, die Auswirkungen des Modernisierungsprozesses auf die Binnenstruktur der Familie sowie die Familie im Diskurs der Postmoderne.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familiensoziologie, Pluralisierung, Individualisierung, Deinstitutionalisierung, Sozialisation und moderne/postmoderne Familie charakterisiert.
Das Konzept der Aleatorik wird im Diskurs der postmodernen Familie als Deutungsmuster verwendet, um die zunehmende individuelle Lebensgestaltung und die Abnahme institutioneller Vorgaben zu erklären.
Die Autorin argumentiert, dass von einem totalen Strukturverfall oder einer vollständigen Deinstitutionalisierung der Familie nicht gesprochen werden kann, da sie als stabile Institution weiterhin eine zentrale Funktion zur individuellen Bedürfnisbefriedigung erfüllt.
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