Magisterarbeit, 2003
100 Seiten, Note: gut
Einführung
Der Louvre: eine kurze Baugeschichte bis zum Ende des 19. Jh.
Begriffsbestimmung: Museum
Das Ausstellungsbild im 18. Jahrhundert
1. Bereiche des Louvre
1.1. Die Luxemburg Galerie als Vorläufer für die Entwicklung eines Kunstraumes
1.2. Das Louvre-Schloss während der Revolutionsjahre
1.3. Die Akademie
1.4. Der Salon
1.5. Die Galerie an der Uferseite der Seine
1.6. Sammlungsstücke aus der alten Welt
1.7. Die ästhetische Raumaneignung des Publikums
2. Das Museum Napoleon
2.1. Der Moralkodex innerhalb des Museumsraumes: David und Goya
2.2. Der philosophische Kontext
2.3. Der Sakralisierungsprozess des profanen Raumes
2.4. Die Namensgebung: Musée Napoleon
2.5. Das Image Napoleons
2.6. Das Museum als Kenotaph
2.7. Das Museum als metaphysischer Raum
3. Die mediale Entwicklung des Kunstraumes
3.1. Die Umstrukturierung nach 1814
3.2. Der Louvre 1819 und seine mediale Ausformung
3.3. Kunst und Industrie als mediale Kräfte
3.4. Das zweite Kaiserreich (1848 – 1870)
3.5. Der Orientalismus
4. Kulturelle Identität
4.1. Der Kanon innerhalb des Museumsraumes
4.2. Die Künstler und ihre Studien im Louvre
4.3. Der Kunstkritiker – Vermittler zwischen Künstler und Publikum -
Kunstkritik 1824
Kunstkritik 1839
Pierre Joseph Proudhon
Charles Baudelaire
Die Brüder Goncourt
4.4. Der Bürgerliche Realismus
4.5. Le Salon des Cent
5. Resümée
Die Arbeit untersucht die historische Konzeption und mediale Entwicklung des Ausstellungsraums im Louvre des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Transformation vom königlichen Palais zum Nationalmuseum zu analysieren und zu ergründen, wie sich diese museale Inszenierung auf die Wahrnehmung von Kunst, die Rolle des Künstlers und die Bildung eines kulturellen Kanons auswirkte.
Die ästhetische Raumaneignung des Publikums
Das Museum war nach der französischen Revolution für alle Besucher zugänglich und im Unterschied zurLuxemburg Galerie nutzte die Öffentlichkeit das Angebot, weil das Museum für sie als die Errungenschaft ihrer eigenen Ideale galt. Die Gesellschaftsstruktur setzte sich als letztes Relikt der Monarchie aus den verschiedenen Klassen zusammen. Wie ungewöhnlich der Anblick des Volkes in den einst königlichen Räumen war, wurde in vielen Bildern festgehalten. Honoré Daumier (1808 – 1879) hielt diesen Typus des Museumsbesuchers in seinem „Type de faux pas“ fest, der ohne Geschichtswissen und visuelle Kompetenz die Räume durchstreift. Die Tatsache, dass der Eintritt frei war, kam dem Pariser Typus des < flâneurs > entgegen, der die Boulevards und Quais entlang streifte.
1. Bereiche des Louvre: Dieses Kapitel zeichnet die Baugeschichte und die Entwicklung der einzelnen Räume sowie deren Funktion seit der Öffnung für die Öffentlichkeit nach.
2. Das Museum Napoleon: Hier wird die Etablierung des Museums unter Napoleon beleuchtet, wobei besonders seine Nutzung der Kunst zu Propagandazwecken und die sakrale Aura der Räume untersucht werden.
3. Die mediale Entwicklung des Kunstraumes: Dieses Kapitel thematisiert die Medialisierung des Museums im Zuge der Industrialisierung und die zunehmende Konfrontation zwischen Kunst und Industrie.
4. Kulturelle Identität: Die Analyse konzentriert sich hier auf die Kanonisierung von Kunstwerken und die tragende Rolle der Kunstkritiker bei der Vermittlung zwischen Künstler und Publikum.
Louvre, Museumsgeschichte, Napoleon, Ausstellungsraum, Kunstraum, Bildpräsentation, Kunstkritik, Ästhetik, kulturelle Identität, Musealisierung, Institution, Bildungsraum, Französische Revolution, Kunstpolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der Genese des modernen Museums im 19. Jahrhundert am Beispiel des Pariser Louvre, wobei der Fokus auf der Wechselwirkung zwischen Architektur, Rauminszenierung und der sich wandelnden Bedeutung von Kunst liegt.
Zentrale Themen sind die Baugeschichte des Louvre, die politische Instrumentalisierung von Kunst durch Napoleon, der Einfluss der Industrialisierung auf Ausstellungspraktiken sowie die Entwicklung der Kunstkritik als vermittelnde Instanz.
Die Autorin möchte herausfinden, welche mediale Entwicklung der Kunstraum durchlaufen hat und wie sich diese Prozesse auf die Identitätsbildung von Künstler und Publikum ausgewirkt haben.
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse, die historische Primärquellen, zeitgenössische Reiseberichte sowie Bildmaterial wie Innenraumansichten und Ausstellungsdokumentationen interdisziplinär auswertet.
Der Hauptteil behandelt die Transformation von königlichen Räumen zu einem "Sanktuarium der Kunst", die sakrale Aufladung des profanen Museumsraumes unter Napoleon sowie die ästhetische Raumaneignung durch das aufstrebende Bürgertum.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem die "Medialisierung des Kunstraumes", "Musealisierung", "Kanonisierung" sowie das "Bild als Ware" und die Rolle des Museums als "Kenotaph".
Die Arbeit diskutiert, dass die Kopie im 19. Jahrhundert als wichtiges Hilfsmittel für die Ausbildung und zur Erhaltung der Erinnerung an bedeutende Kunstwerke diente, bevor das Original den exklusiven Status erhielt, den wir heute gewohnt sind.
Die Kunstkritik wird als essenzielles Bindeglied verstanden, das den Prozess der "Sinnstiftung" im Museumssaal erst ermöglichte und damit entscheidend an der Konstituierung kultureller Identität im 19. Jahrhundert beteiligt war.
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