Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten
1. Einleitung
1.1 Relevanz der Darstellung von Trans* in Massenmedien
1.2 Forschungsfrage
1.3 Untersuchungszeitraum
1.4 Forschungsgegenstand
1.5 Methodik und Vorgehensweise
2. Grundlagen
2.1 Forschungsentwicklung der Geschlechtsinkongruenz zwischen Kriminalisierung, Pathologisierung, Diagnose und Akzeptanz
2.2 Zeitaktuelle Begriffsdefinition und -abgrenzung: Trans*Gender als Begriff aus der Community auf dem Weg zur Kategorie in Soziologie, Psychologie und Medizin
2.3 Entwicklungen der rechtlichen Personenstandsänderung und Schutz durch Antidiskriminierungsgesetze zwischen 1950 und 2020 in Deutschland und Schlaglichter auf die aktuelle Situation in Frankreich, England, Irland und USA
2.4 Genese von Alltagswissen durch implizites Wissen als immanente Grundlage des Handelns und Einfluss gesellschaftlicher Normen
2.5 Luhmanns Betrachtungen der Massenmedien als „Reproduktion der Realität in Form einer transzendentalen Illusion“ (Fußnote folgt)
2.6 Reproduktion des gesellschaftlichen Konsenses und Kultivierungseffekte durch die Inszenierung von Stereotypen in Medien
2.7 Ausbruch aus den Machtstrukturen der Norm: Judith Butlers Modell „Matrix der Intelligibilität“
3. Aufbau des Rasters zur Analyse der Darstellung von Trans*Personen in Filmen und Serien
3.1 Entwicklung des Analyserasters zur Untersuchung der Darstellung von Trans*Personen in Filmen und Serien
3.2 Analysekriterien
3.2.1 Differenzierte Darstellung von Trans*, Drag und Homosexualität
3.2.2 Zurschaustellung von Trans*Personen zwecks Belustigung
3.2.3 Bedienen von Negativ-Stereotypen
Pathologisierendes und/oder kriminalisierendes Narrativ
Bestrafendes Narrativ
Trans* Sexarbeiter*innen
Negativereaktionen auf Outing
Crossdressing Killer
3.2.4 Umgestaltung des Bechdel-Wallace-Test zur Überprüfung der Repräsentation von Vielfalt: Vito Russo Test
3.2.5 Trans*positives Narrativ
3.2.6 Inszenierung der Trans*Figur als begehrenswert
3.1.7 Geschichte aus Sicht einer Trans*Person
4. Zusammenfassung der Analyseergebnisse
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1950 – 1969
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1970 – 1979
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1980 – 1989
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 1990 – 1999
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 2000 – 2009
Analyseergebnisse aus dem dem Betrachtungszeitraum 2010 – 2019
Inkludierte Analyseergebnisse über den gesamten Betrachtungszeitraum 1950 – 2020
5. Diskussion der Analyseergebnisse
5.1 Diskussion der Analyseergebnisse im Spiegel der Begriffsentstehung bis hin zum Paradigmenwechsel zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Soziologie, Psychologie und Medizin
5.2 Diskussion der Analyseergebnisse im Spiegel der rechtlichen Situation von Trans*Personen im Betrachtungszeitraum in Deutschland
5.3 Aus den Analyseergebnissen abzuleitende Thesen über die reproduzierte Realität der Wahrnehmung von Trans*Personen und veränderten Normbewusstsein im Betrachtungszeitraum
6. Fazit
7. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderungen in der Darstellung von Trans*-Personen in fiktionalen Film- und Serienformaten zwischen 1950 und 2020 unter Berücksichtigung soziokultureller, wissenschaftlicher und rechtlicher Entwicklungen. Ziel ist es, Filme und Serien als Spiegel gesellschaftlicher Normierungsprozesse zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich trans*identische Charaktere und deren Inszenierung im Zeitverlauf gewandelt haben.
1.1 Relevanz der Darstellung von Trans* in Massenmedien
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Medien“ schrieb Luhmann 2017 über den Einfluss von Massenmedien auf die Weltanschauung von Rezipient*innen. Zugleich sind Massenmedien auf die Akzeptanz der Rezipient*innen angewiesen, zeigen sie Inakzeptables, werden sie nicht rezipiert. Massenmedien, also alle Einrichtungen, welche sich technischer Hilfsmittel zur Übermittlung von Inhalten an eine große Anzahl unbestimmter Adressaten bedienen beeinflussen und bestätigen also das Alltagswissen. Akzeptabel für die Menge der Rezipient*innen von Massenmedien ist das, was gesellschaftlicher Norm entspricht. Nach Butlers Thesen zeichnen sich gesellschaftliche Normen durch ihren Doppelcharakter aus: Sie schaffen Einheit und erzwingen zugleich den Ausschluss, „Gewalt und gesellschaftliche Ächtung“ derer, welche sich außerhalb der Norm bewegen.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts führte die Emanzipation der Frau durch Hinterfragen von gesellschaftlichen Normierungen zunehmend zur Betrachtung von Gender als sozialem Konstrukt. Konträr zu der zuvor herrschenden Annahme, Unterschiede seien alleinig der Biologie geschuldet, ergab sich aus dieser Entwicklung ein Infragestellen der Geschlechter Mann und Frau als einzig mögliche Varianten. Diese vorherrschende Norm der Geschlechterordnung bestätigt sich durch die eigenständige Einordnung der einzelnen Individuen fortwährend selbst. Sich diesem Dualismus zu entziehen, wie es eben Trans*Personen durch das Nicht-einordnen in ihre angeborene Rolle tun, ist somit eine Verletzung der etablierten Norm. Ihre Geschlechtsidentität wird als nicht eindeutig gelesen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Massenmedien für die gesellschaftliche Konstruktion von Realität dar und definiert das Ziel, die Darstellung von Trans*-Personen im Film im Kontext soziokultureller Veränderungen zu untersuchen.
2. Grundlagen: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung von Trans*-Begriffen, die rechtliche Situation sowie theoretische Konzepte wie Luhmanns Massenmedientheorie und Butlers „Matrix der Intelligibilität“ als Basis für die Analyse.
3. Aufbau des Rasters zur Analyse der Darstellung von Trans*Personen in Filmen und Serien: Hier wird die methodische Vorgehensweise erläutert, inklusive der Auswahl von 60 Filmen und der Kriterien wie etwa dem Vito-Russo-Test zur Bewertung der Repräsentation.
4. Zusammenfassung der Analyseergebnisse: Dieser Teil präsentiert die Resultate der Film- und Serienanalyse, chronologisch gegliedert nach Jahrzehnten, und zeigt Trends in der Darstellung auf.
5. Diskussion der Analyseergebnisse: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei die Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlichen Paradigmenwechseln, rechtlichen Rahmenbedingungen und der filmischen Inszenierung von Trans*-Personen erörtert werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die dialektische Beziehung zwischen Medien, Normvorstellungen und der Darstellung von Trans*-Personen zusammen und resümiert, dass eine zunehmende Sichtbarkeit und positive Akzeptanz in fiktionalen Medien erkennbar ist.
7. Ausblick: Der Ausblick identifiziert Limitationen der Studie und schlägt weiterführende Forschungsansätze vor, etwa eine tiefere qualitative Diskursanalyse oder empirische Untersuchungen zum Einfluss auf Rezipienten.
Trans*, Transsexualität, Geschlechtsinkongruenz, Massenmedien, Stereotype, Judith Butler, Niklas Luhmann, Matrix der Intelligibilität, Film, Serie, Repräsentation, Vito Russo Test, Normbewusstsein, Gender, Diskursanalyse
Die Arbeit untersucht, wie sich die filmische Darstellung von Trans*-Personen zwischen 1950 und 2020 im Spiegel gesellschaftlicher, rechtlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen verändert hat.
Zentrale Felder sind die historische Begriffsentwicklung von Trans*-Identitäten, die Theorie der Medienwirkung und die Analyse filmischer Narrative im Hinblick auf Stereotype.
Das Ziel ist es, die narrative und inszenatorische Wandlung in der Darstellung von Trans*-Personen nachzuzeichnen und zu prüfen, ob Filme als Spiegel gesellschaftlicher Normierungsprozesse dienen.
Es wurde ein hybrides Analyseraster auf 60 ausgewählte Filme und Serien angewendet, welches sowohl qualitative Kriterien als auch quantitative Häufungen berücksichtigt.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, die Entwicklung eines spezifischen Analyserasters, die chronologische Ergebnispräsentation nach Jahrzehnten sowie deren kritische Diskussion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Trans*, Repräsentation, Medienwirkung, Geschlechtsidentität und gesellschaftliche Normierung zusammenfassen.
Dieses Modell dient zur Erklärung, wie binäre Geschlechternormen durch ständige Wiederholung und gesellschaftliche Erwartungen erzeugt werden und wie filmische Darstellungen diese Normen entweder stützen oder untergraben können.
Während in den 1950ern Trans*-Personen primär pathologisiert, kriminalisiert oder als Witzfigur zur Belustigung dargestellt wurden, zeigen moderne Produktionen (ab ca. 2010) eine deutlich stärkere Tendenz zu trans*-positiven Narrativen und der Einbindung von Trans*-Personen als komplexe, handlungstragende Charaktere.
Die Arbeit zeigt, dass die rechtliche Entwicklung oft verzögert verläuft, aber die zunehmende soziale Anerkennung, die sich auch in der Reform des ICD-Klassifikationssystems widerspiegelt, parallel zu einer differenzierteren und humaneren Darstellung in fiktionalen Medien korreliert.
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