Masterarbeit, 2018
160 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Filmtourismus
2.1.1 Definition
2.1.2 Filmtouristische Destinationen
2.1.3 Filmtouristen
2.1.4 Forschungsstand
2.2 Atmosphäre
2.2.1 Definition
2.2.2 Erzeugung von Atmosphären
2.2.3 Forschungsstand
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Exploration
3.2 Literaturrecherche
3.3 Qualitative Interviews
3.4 Teilnehmende Beobachtung
3.5 Auswertung
3.6 Filmanalyse
4 Fallbeispiel Harry Potter
4.1 Vorstellung der filmtouristischen Destinationen
4.1.1 ‚Broomstick Training‘ in Alnwick Castle
4.1.2 Der Verbotene Wald
4.1.3 Jacobite Steam Train
4.1.4 The Potter Trail in Edinburgh
4.2 Atmosphäre an filmtouristischen Destinationen
4.2.1 Broomstick Training
4.2.2 Der Verbotene Wald
4.2.3 Jacobite Steam Train
4.2.4 The Potter Trail
4.3 Atmosphäre im Film Harry Potter
4.3.1 Harrys erste Flugstunde
4.3.2 Der Verbotene Wald
4.3.3 Zugfahrt im Hogwarts Express
4.4 Vergleich der Atmosphären
5 Folgen und Nutzen für die Geographie
5.1 Erzeugung von Atmosphären im Filmtourismus
5.2 Atmosphären im Filmtourismus
6 Reflexion
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Erzeugung und Wirkung von Atmosphäre an filmtouristischen Destinationen am Beispiel der Harry Potter-Filmreihe. Das Ziel ist es, zu analysieren, wie filmtouristische Orte als "atmosphärische Räume" wahrgenommen werden, welche Mittel Anbieter zur Erzeugung solcher Stimmungen nutzen und inwieweit reale Destinationen mit der filmischen Vorlage korrespondieren.
4.2.1 Broomstick Training
Das Broomstick Training ist nur eine der vielen Attraktionen von Alnwick Castle, darunter jedoch mit Abstand die beliebteste (IP20: 46f.). Bedeutend ist bei dieser On-Location das Gesamtpaket: die Burg, die Flugstunde, die Professoren, das Gemeinschaftsgefühl, die Community, die Sinneseindrücke. Wird die Burg durch den „Eingang von Hogwarts“ (siehe Karte im Anhang, Kap. VII.VI, Abb. 28) aus dem ersten Teil betreten, passiert der Besucher sofort einige Spots, die in den ersten beiden Harry Potter-Teilen zu sehen sind. Das bringt den Fan gedanklich sofort in die Harry Potter-Welt (IP18: 131).
Besonders viele Menschen in ihren Zwanzigern nehmen an der Flugstunde teil, was sich darauf zurückführen lässt, dass sie zusammen mit Harry Potter groß geworden sind. Sie waren im ähnlichen Alter wie der Junge selbst und konnten jedes Jahr auf ein neues Buch oder später einen neuen Film hinfiebern. Das hat die Kindheit von vielen wesentlich geprägt (IP17: 73, IP20: 95, IP22: 41ff.) und steigert das emotionale Potential, das die Flugstunde besitzt.
Alnwick Castle bietet den perfekten Rahmen für die Aktivität. Nicht nur, dass Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens tatsächlich vor Ort gedreht wurden, Alnwick Castle ist auch eine gut erhaltene, wunderschöne Burg, die einen eindrucksvollen Hintergrund für die Aktivität darstellt (IP20: 351, IP22: 106) und entscheidend zur Atmosphärenbildung beiträgt. Viele Besucher weltweit kommen dorthin, um die berühmte Flugstunde miterleben zu können (IP20: 34f.). Sie begeben sich während der Flugstunde in die Simulation einer Simulation und erfahren dadurch eine starke emotionale Bindung zu dem Ort. Es ist der Kontaktpunkt zu der Lebenswelt des Films, auf dessen Suche sie – bewusst oder unbewusst – waren. Dadurch können sie bereits auf der Leinwand Gesehenes erneut durchleben.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Filmtourismus als Wirtschaftsfaktor ein und formuliert die Fragestellung nach der atmosphärischen Erzeugung an filmtouristischen Orten.
2 Theoretischer Rahmen: Es werden die zentralen Begriffe Filmtourismus und Atmosphäre definiert sowie der aktuelle Forschungsstand beider Felder beleuchtet.
3 Methodisches Vorgehen: Das methodische Design, basierend auf qualitativer Forschung, Interviews und teilnehmender Beobachtung, wird detailliert dargestellt.
4 Fallbeispiel Harry Potter: Die empirische Analyse der Harry Potter-Destinationen (Alnwick Castle, Verbotener Wald, Jacobite Steam Train, Potter Trail) sowie ein Vergleich mit den Filmszenen bilden den Hauptteil.
5 Folgen und Nutzen für die Geographie: Die Ergebnisse werden in den Kontext der humangeographischen Forschung gestellt und vier Dimensionen der atmosphärischen Erzeugung präsentiert.
6 Reflexion: Die Autorin reflektiert kritisch über das methodische Vorgehen und die Herausforderungen der Atmosphärenforschung vor Ort.
7 Fazit: Die Arbeit fasst die Kernentscheidungen zusammen und betont die Bedeutung emotionaler Bindungen für den Erfolg filmtouristischer Destinationen.
Filmtourismus, Atmosphäre, Harry Potter, filmische Geographie, Kulturtourismus, qualitative Forschung, Raumwahrnehmung, Sinneseindrücke, Reenactment, Destination, Imagination, Phänomenologie, Standortanalyse, emotionale Bindung, touristisches Erlebnis
Die Masterarbeit untersucht, wie an filmtouristischen Destinationen eine spezifische Atmosphäre erzeugt wird und wie diese mit den filmischen Vorlagen interagiert.
Die Arbeit verknüpft humangeographische Ansätze mit der Atmosphärenforschung und der Medienwissenschaft, wobei der Filmtourismus als kulturelles Phänomen im Mittelpunkt steht.
Die zentrale Frage ist, wie Atmosphäre an filmtouristischen Destinationen erzeugt wird und inwiefern sich diese mit den Atmosphären der entsprechenden Filmszenen vergleichen lässt.
Die Verfasserin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Literaturrecherche, qualitativen Experten- und Touristen-Interviews sowie teilnehmender Beobachtung an den Standorten.
Der Hauptteil analysiert die Standorte Alnwick Castle, den Verbotenen Wald im Warner Bros. Movie Set, den Jacobite Steam Train und den Potter Trail in Edinburgh anhand der Kategorien Sachverhalte, Programme, Probleme, sinnliche und leibliche Eindrücke.
Neben Filmtourismus und Atmosphäre sind Konzepte wie die "neue Phänomenologie", "Imaginäre Geographien" und das "Reenactment" zentral für das Verständnis der Arbeit.
Die Harry Potter-Reihe dient als Fallbeispiel, da sie weltweit bekannt ist, ein starkes "Universum" bietet und sowohl reale Drehorte als auch touristische Inszenierungen umfasst.
Als Ergebnis wurden vier Dimensionen der atmosphärischen Erzeugung identifiziert: Personen/Performance, arrangierte Dinge, emotionale Bindung und Aktivitäten.
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