Bachelorarbeit, 2021
42 Seiten, Note: 1,0
Einführung, Ziel- und Fragestellung
1. Spiel als ein unterschätztes Phänomen
1.1 Begriffsannäherung Spiel
1.2 Spiel als Kraft
1.3 „Spielverderber“ - ist das freie Spiel gegenwärtig gefährdet?
2. Spieltherapie als Zugang
2.1 Begriffsannäherung Spieltherapie
2.2 Entstehung einer psychoanalytischen Therapie für das Kind (Abriss)
2.2.1 Hans Zulliger- „Heilende Kraft des Spiels“
2.3 Der Einfluss des humanistischen Menschenbildes auf die Spieltherapie
2.3.1 Zum Personenzentrierten Ansatz nach Carl Rogers
2.3.1.1 Nicht direktive Verfahren nach Virginia Axline
3.3.1.2 Zur Bedeutung des Ansatzes für die (Sonder-)Pädagogik- (heilpädagogische Spieltherapie)
3. Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des kindlichen Spiels als unterschätztes Phänomen sowie dessen therapeutisches Potenzial. Dabei stehen die Forschungsfragen im Fokus, welche spezifischen Kräfte das Spiel auf die kindliche Entwicklung entfaltet, wie diese innerhalb der Spieltherapie genutzt werden können und welche förderlichen Rahmenbedingungen für diesen Prozess essenziell sind.
1.2 Spiel als Kraft
Das kindliche Spiel wird häufig als „Motor der kindlichen Entwicklung“ bezeichnet, der Schwerpunkt dieser Sichtweise bezieht sich meist auf die ersten Lebensjahre und auf die Grundschulzeit. In der Adoleszenz wird meist bewusst Abstand von infantilen Spielen wie z.B. den Rollenspielen im engeren Sinne genommen, die Jugendlichen befinden sich in der Phase des Ernstspiels, in dem die gesellschaftlichen Regeln und Prinzipien auf Herz und Nieren getestet werden (vgl. Zimpel, 2016, S.34). Dennoch bleibt das Spiel dem Menschen in einem erfüllten Leben ein lebenslanger Begleiter, nur die Form des Spiels ist stets im Wandel und somit ist häufig das Spiel in seinem Wesen erst auf dem zweiten Blick erkennbar. Was wäre eine Welt ohne Spiel? „It s not just an absence of games or sports. Life without play is a life without books, art, music, jokes, dramatic stories. Imagine a world with no flirting, no daydreaming, no comedy, no irony “(Brown, 2010, S.6). The opposite of play is not work- the opposite of play is depression“ (ebd., S.126). Dieses Zitat von Stuart Brown, dem Psychiater und Spielforscher, verdeutlicht Kernmerkmale des Spiels, die sich u.a. in Selbstbestimmtheit bzw. Autonomie im Spiel und durch das Betreten des Möglichkeitsraumes zeigen können (vgl. u.a. Hüther & Quarch, 2018, S.19). Die Individuen sind die "Schöpfer*innen" ihrer Spielsituationen und können sich in dem Spielraum, der von Angst und Selbstzweifeln und Bedrohungen des Selbst, geschützt ist, ausprobieren und ihre Umwelt und sich selbst erkunden. Erstarrt das Ausprobieren und Erkunden des Menschen, aufgrund von negativen Aufmerksamkeiten bzw. Erinnerungen, Rückzug und Passivität, kann die Person den Raum des Spiels nicht betreten, da Angst und andere negative Gefühle ihr Handeln hemmt (vgl. Strangler, 2018, S.69). Spiel ist Bewegung.
Einführung, Ziel- und Fragestellung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung des Spiels vor dem Hintergrund der Pandemie und führt in die zentralen Forschungsfragen zur kindlichen Entwicklung und Spieltherapie ein.
1. Spiel als ein unterschätztes Phänomen: Dieses Kapitel nähert sich dem Wesen des Spiels begrifflich an, beschreibt seine Funktion als „Motor der Entwicklung“ und diskutiert Gefährdungen des freien Spiels durch Leistungsdruck.
2. Spieltherapie als Zugang: Hier wird die Spieltherapie als Methode vorgestellt, beginnend bei den psychoanalytischen Ursprüngen bis hin zur Weiterentwicklung durch den humanistischen, personenzentrierten Ansatz.
3. Schlussteil: Das letzte Kapitel führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, reflektiert das Eingangsbeispiel und gibt einen Ausblick auf die gesellschaftliche Relevanz des Schutzes von Spielräumen.
Spiel, Spieltherapie, Kindliche Entwicklung, Humanistische Psychologie, Personenzentrierter Ansatz, Carl Rogers, Virginia Axline, Möglichkeitsraum, Selbstwirksamkeit, Flow-Erlebnis, Impulskontrolle, Resilienz, Spielverderber, Psychohygiene, Heilpädagogische Spieltherapie
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Spiels als essenzielles Phänomen für die kindliche Entwicklung und untersucht, wie dieses Medium in der therapeutischen Praxis gezielt zur Unterstützung von Kindern eingesetzt werden kann.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den biologischen und psychologischen Grundlagen des Spiels, der historischen Entwicklung der Spieltherapie und der Bedeutung von Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche therapeutische Begleitung.
Das Ziel ist es zu klären, welche spezifischen Kräfte das Spiel auf die kindliche Entwicklung ausübt, wie diese in der Spieltherapie instrumentalisiert werden und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit sich diese Potenziale entfalten können.
Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturrecherche, um den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zu analysieren und theoretische Grundlagen sowie praktische Ansätze fundiert gegenüberzustellen.
Im Hauptteil werden zunächst das Wesen und die Bedeutung des freien Spiels analysiert. Anschließend erfolgt ein Abriss über die Entstehung der Spieltherapie aus der Psychoanalyse sowie die detaillierte Darstellung des personenzentrierten Ansatzes nach Carl Rogers und Virginia Axline.
Zentrale Begriffe sind Spiel, Spieltherapie, Personenzentrierter Ansatz, Selbstwirksamkeit, Flow-Erlebnis, Resilienz und kindliche Entwicklung.
Spiel wird als "Möglichkeitsraum" und "Sprache des Kindes" verstanden, in dem sich das Individuum angstfrei und selbstbestimmt erproben und seine emotionale Erlebniswelt verarbeiten kann.
Dieser Ansatz bildet das humanistische Fundament, das das Kind in seinem Kern als aktiv und positiv betrachtet. In der Therapie wird hierbei der Fokus auf eine empathische, wertschätzende Beziehung und die Förderung der Selbstaktualisierung gelegt.
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