Bachelorarbeit, 2018
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Intermedialität
3. „Tschick“ – ein Adoleszenzroman
3.1. Adoleszenzthematik im Film
4. Die Handlung – ausgewählte Schlüsselszenen
4.1. Der Anfang in Roman und Film
4.2. Die erste Begegnung mit Tschick
4.3. Isa
4.4. Ein Tag am See
4.5. Ein Wiedersehen in 50 Jahren
5. Medienkulturelle Referenzen
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den intermedialen Zusammenhang zwischen Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ und der gleichnamigen Filmadaption von Fatih Akin, wobei insbesondere analysiert wird, wie filmische Mittel eingesetzt werden, um die adoleszenztypische Gefühlswelt und narrative Kernaspekte des literarischen Werkes umzusetzen oder neu zu gestalten.
4.1. Der Anfang in Roman und Film
Bereits zu Beginn des Films wird deutlich, dass Fatih Akin der Romanvorlage nicht 1:1 folgt, sondern sich die Freiheit nimmt, Szenen zu kürzen oder ganz darauf zu verzichten. Während sich Maik in Wolfgang Herrndorfs Werk im ersten Kapitel nach dem Unfall wie bereits erwähnt auf der Polizeistation und danach im Krankenhaus befindet, wo er zu seinen Eltern befragt wird und eigener Aussage nach „vollgeschifft und blutig“ (HT S. 17) ist und mehrmals das Bewusstsein verliert, entscheidet sich der Regisseur zu einem alternativen Anfang und verzichtet gänzlich auf die ersten vier Kapitel.
In diesen vier Kapiteln erfährt der Leser einiges über die Person Maik Klingenberg, was ihm die Möglichkeit gibt, sich bereits früh mit dem Protagonisten zu identifizieren. Obwohl die Situation ernst ist, schließlich ist Maik gerade wegen seines Unfalls mit einem geklauten Auto zum Verhör geladen, besticht der Romanbeginn durch Komik und Humor. Dass Herrndorfs Werk „über außerordentlichen Witz verfügt und dabei zugleich durchaus ernste Themen verhandelt“32, kündigt sich hier bereits an. Auch das Wissen der Medien, auf das die Romanfiguren immer wieder zurückgreifen, wenn ihnen das eigene nicht weiterhilft, wird auf der ersten Seite als Motiv eingeführt.
1. Einführung: Es wird die Entstehungsgeschichte des Romans „Tschick“ beleuchtet, der Autor kurz vorgestellt und die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise des Vergleichs erläutert.
2. Intermedialität: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Intermedialität im Kontext des Deutschunterrichts und erläutert die Besonderheiten des Medienwechsels von einer literarischen Vorlage zur filmischen Adaption.
3. „Tschick“ – ein Adoleszenzroman: Der Roman wird als Adoleszenzroman eingeordnet und dessen zentrale Motive wie Freundschaft, Identitätsbildung und Emanzipation von den Eltern analysiert.
3.1. Adoleszenzthematik im Film: Hier wird untersucht, wie der Regisseur Fatih Akin die jugendliche Lebensphase und die damit verbundenen Emotionen in seinem Film authentisch und ansprechend für ein breites Publikum umsetzt.
4. Die Handlung – ausgewählte Schlüsselszenen: Es erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Schlüsselszenen des Romans und deren filmische Umsetzung, wobei die Unterschiede in der Darstellung und erzählerischen Technik im Fokus stehen.
4.1. Der Anfang in Roman und Film: Die Analyse konzentriert sich auf die unterschiedlichen Eröffnungssequenzen der beiden Medien und wie diese zur Charakterisierung des Protagonisten Maik beitragen.
4.2. Die erste Begegnung mit Tschick: Dieses Kapitel widmet sich der Einführung der Figur Tschick und vergleicht die schriftliche Charakterisierung mit der filmischen Darstellung sowie der Wirkung auf Maik.
4.3. Isa: Die Begegnung mit der Figur Isa auf der Müllkippe wird analysiert, wobei besonders die unterschiedliche Darstellung der Müllkippe und die Dynamik zwischen den drei Jugendlichen hervorgehoben werden.
4.4. Ein Tag am See: Der Fokus liegt auf der wachsenden Intimität zwischen Maik und Isa und der visuellen Umsetzung dieser Schlüsselszene im Film im Vergleich zum Roman.
4.5. Ein Wiedersehen in 50 Jahren: Diese Szene, in der das Ende der Reise und die Vergänglichkeit des Lebens thematisiert werden, wird hinsichtlich ihrer Bedeutung und filmischen Gestaltung untersucht.
5. Medienkulturelle Referenzen: Das Kapitel befasst sich mit den zahlreichen Verweisen auf Popkultur, Musik und Medien in beiden Werken und deren Funktion für die Identifikation jugendlicher Leser und Zuschauer.
6. Fazit: Die erarbeiteten Ergebnisse werden zusammenfassend dargestellt, wobei die Gemeinsamkeiten und medienbedingten Unterschiede hervorgehoben werden, ohne die Werke qualitativ gegeneinander aufzuwiegen.
Intermedialität, Wolfgang Herrndorf, Tschick, Fatih Akin, Adoleszenzroman, Literaturverfilmung, Medienkultur, Identitätsbildung, Maik Klingenberg, Filmische Mittel, Jugendliteratur, Kontingenz, Transformation, Romananalyse, Freundschaft.
Die Arbeit analysiert den intermedialen Zusammenhang zwischen dem Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und der gleichnamigen Filmadaption von Fatih Akin mit dem Fokus auf deren filmische Umsetzung.
Zentrale Felder sind die Gattung des Adoleszenzromans, die mediale Transformation von Literatur zu Film sowie pop- und medienkulturelle Referenzen innerhalb der Erzählungen.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Buch und Film objektiv darzustellen und zu untersuchen, mit welchen filmischen Mitteln Akin die Gefühlswelt der Jugendlichen transportiert.
Es wird eine komparative Analyse angewendet, die anhand ausgewählter Schlüsselszenen sowohl textanalytische als auch filmsprachliche Aspekte (wie Einstellungsgrößen, Kameraführung und Ton) miteinander vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition von Intermedialität, die Einordnung als Adoleszenzroman sowie den detaillierten Vergleich der Handlung an ausgewählten Szenen.
Wichtige Begriffe sind Intermedialität, Adoleszenz, Literaturverfilmung, filmische Mittel, Medienkultur, Identitätsbildung und die Analyse von Schlüsselszenen.
Während der Roman Maik nach einem Unfall auf der Polizeistation einführt, entscheidet sich Fatih Akin für einen alternativen Anfang, der sich auf den Unfall auf der Autobahn konzentriert, um sofort eine Atmosphäre von Chaos und Isoliertheit zu erzeugen.
Die Charaktere beziehen ihr Wissen über die Welt oft aus Medien (wie Tatort, Science-Fiction-Filme oder Videospiele), was ihnen hilft, ihre eigene Wahrnehmung zu kommunizieren und sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden.
Der Film wird als eigenständiges Kunstwerk betrachtet, das nicht als zweitrangiges Derivat dient, sondern durch eigene filmische Entscheidungen und atmosphärische Umsetzungen eine neue Interpretation der Geschichte bietet.
Der See dient als Ort der Intimität zwischen den Jugendlichen und greift die besondere Beziehung des Autors Herrndorf zum Wasser auf, die sich durch seine gesamte jugendliterarische Arbeit zieht.
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