Bachelorarbeit, 2020
95 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung „Sexualität“
3 Geschichtlicher Verlauf
4 Begriffsbestimmung „Pubertät“ und „Adoleszenz“
5 Sexualverhalten Jugendlicher
6 Kontrazeptionsverhalten Jugendlicher
7 Vertrauenspersonen bei sexuellen Fragen
8 Sozialisationsinstanz Schule
8.1 Sexuelle Bildung im schulischen Kontext
8.2 Kenntnisstand der Jugendlichen bei sexuellen Themen
9 Herausforderungen der sexuellen Bildung in Schule und Jugendarbeit
9.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede
9.2 Scham in der sexuellen Bildung
9.3 Heikle Themen
9.3.1 Sexuelle Vielfalt und Heteronormativität
9.3.2 Sexuelle Identität
9.3.3 Sexuelle Bildung und Medien
9.3.3.1 Pornografie
9.4 Defizite pädagogischer Fachkräfte
10 Professionalisierungsmaßnahmen der sexuellen Bildung
10.1 Fokus: Offene Jugendarbeit als notwendige Instanz der (schulischen) sexuellen Bildung
10.2 Notwendige Kompetenzen der (sexual-)pädagogischen Fachkräfte
10.3 Fort- und Weiterbildungsangebote für (sexualpädagogische) Fachkräfte
10.4 Überlegungen zur Methodik und Didaktik eines theoretischen Unterrichtsentwurfs zum Thema sexuelle Bildung
11 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen und den Professionalisierungsbedarf der sexuellen Bildung in Schulen und der Jugendarbeit. Ziel ist es, durch eine systematische Literaturanalyse und die Einbeziehung empirischer Wiederholungsbefragungen aktuelle Problemfelder wie Tabuisierungen, mediale Einflüsse und die Rolle der pädagogischen Fachkräfte aufzuzeigen, um fundierte Anregungen für eine modernisierte sexuelle Bildung zu formulieren.
3 Geschichtlicher Verlauf
Durch die weltlichen Gewalthaber und die verschiedenen Kirchenführer unserer Gesellschaft beeinflusst die Menschheit diverse soziale Normen und infolgedessen verschiedene sexuelle Normen, die zu einer in der Gesellschaft vorherrschenden Sexualmoral führen. Genauso wechselhaft wie die Gesellschaft im Ganzen, wandeln sich ebenfalls gesellschaftliche Normen- und Wertevorstellungen im Laufe der Zeit. Die Verfolgung und Hinrichtung von Lesbierinnen bis 1871 und der darauffolgende in Kraft gesetzte § 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der Sexualität zwischen männlichen Personen strafbar machte, wäre zu heutiger Zeit kaum vorstellbar. Im Jahre 1969 wurde § 175 StGB infolgedessen abgeschafft. Von der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts über die goldenen Zwanziger, die Rasseideologie der Nationalsozialisten, von der Adenauer-Ära hin zur deutschen Sexwelle der 1968er Jahre, wandelten sich die Moral- und Wertevorstellungen der Menschheit drastisch. (Becker, 2011:20)
Die „68er Bewegung“ hatte unter anderem die (sehr radikale) Befreiung von sexuellen Zwängen zum Ziel und ging durch Forderungen in öffentlichen Demonstrationen mit einer gesellschaftlichen Revolutionierung einher (Müller, 1992:17). Anstoß dieser sexuellen Revolution machte so auch die Erfindung der Antibabypille, die zum ersten Mal die Verbindung von Sexualität und Fortpflanzung trennte und ganz Deutschland enthemmte (Meves, 2008:12). Gleichzeitig wurde die für die christliche Religion typische normative Bindung von Sex und Ehe aufgehoben (Menne & Rohloff, 2014:10). Unter Einsatz akribisch eingesetzter Mithilfe von staatlichen Organisationen brachte die deutsche Gesellschaft Parteilichkeit und Despotie zu sexuellen Themen hervor.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der veränderten sexuellen Bildung ein und verdeutlicht die Notwendigkeit einer emanzipatorischen Herangehensweise in Schule und Jugendarbeit.
2 Begriffsbestimmung „Sexualität“: Dieses Kapitel verortet Sexualität als grundlegendes menschliches Bedürfnis und beleuchtet die Wandlung des Begriffs vom reinen Fortpflanzungsaspekt hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Identität und Erotik.
3 Geschichtlicher Verlauf: Hier wird der historische Wandel gesellschaftlicher Moralvorstellungen und sexueller Normen in Deutschland von der Kaiserzeit bis zur sexuellen Befreiung der 68er Jahre dargelegt.
4 Begriffsbestimmung „Pubertät“ und „Adoleszenz“: Das Kapitel erläutert die physiologischen und psychosozialen Entwicklungsprozesse während der Pubertät und Adoleszenz sowie die damit verbundenen Anforderungen an Jugendliche.
5 Sexualverhalten Jugendlicher: Es wird analysiert, wie sich das Sexualverhalten Jugendlicher entwickelt hat und welche Rolle Tabuisierung sowie mediale Einflüsse dabei spielen.
6 Kontrazeptionsverhalten Jugendlicher: Der Fokus liegt auf der Anwendung von Verhütungsmitteln beim ersten Geschlechtsverkehr und den Herausforderungen für die Aufklärung in Schulen.
7 Vertrauenspersonen bei sexuellen Fragen: Dieses Kapitel beleuchtet, an wen sich Jugendliche wenden, wenn sie Fragen zu Sexualität haben, wobei eine Verschiebung von den Eltern hin zu Gleichaltrigen und digitalen Medien erkennbar wird.
8 Sozialisationsinstanz Schule: Es wird die Rolle der Schule als Ort der sexuellen Bildung und die historische Entwicklung der entsprechenden Lehrpläne analysiert.
9 Herausforderungen der sexuellen Bildung in Schule und Jugendarbeit: Hier werden geschlechtsspezifische Unterschiede, die Rolle von Scham und der Umgang mit heiklen Themen wie Vielfalt und Pornografie kritisch betrachtet.
10 Professionalisierungsmaßnahmen der sexuellen Bildung: Dieser Abschnitt widmet sich den notwendigen Kompetenzen für pädagogische Fachkräfte und zeigt Wege für eine effektive Professionalisierung auf.
11 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert die Etablierung einer ganzheitlichen, altersgerechten und vernetzten sexuellen Bildung als festen Bestandteil des Schulalltags.
Sexuelle Bildung, Jugendsexualität, Schule, Jugendarbeit, Professionalisierung, Pubertät, Adoleszenz, Aufklärung, Verhütungsverhalten, Medieneinfluss, Pornografie, sexuelle Identität, Heteronormativität, pädagogische Fachkräfte, Empowerment.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die aktuelle Situation der sexuellen Bildung in Schulen und der Jugendarbeit in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Herausforderungen bei der Umsetzung und den notwendigen Professionalisierungsmaßnahmen für Fachkräfte.
Zentrale Themen sind der geschichtliche Wandel der Sexualmoral, das Sexual- und Verhütungsverhalten heutiger Jugendlicher, der Einfluss von digitalen Medien sowie der Umgang mit komplexen Themen wie sexueller Identität und Vielfalt im pädagogischen Kontext.
Ziel ist es, die bestehenden Lücken und Herausforderungen in der heutigen sexuellen Bildung zu identifizieren und auf Basis einer fundierten Analyse Konzepte zur Professionalisierung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften vorzuschlagen.
Die Bachelorarbeit basiert primär auf einer systematischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von repräsentativen Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), um ein aktuelles Bild der Thematik zu zeichnen.
Im Hauptteil werden neben den Begriffsdefinitionen und historischen Hintergründen insbesondere die spezifischen Herausforderungen wie Schamgefühl, der Einfluss von Pornografie, geschlechtsspezifische Bedürfnisse und die mangelnde institutionelle Vorbereitung von Fachkräften erörtert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie sexuelle Bildung, Jugendsexualität, Professionalisierung, Schule, Jugendarbeit, mediale Einflüsse und Identitätsentwicklung beschreiben.
Laut der Arbeit sind Lehrkräfte oft unzureichend ausgebildet, fühlen sich mit der Thematik überfordert und stoßen auf Widerstände im institutionellen Rahmen, was eine ganzheitliche Aufklärung erschwert.
Digitale Medien fungieren als primäre Informationsquelle, bergen jedoch auch Risiken wie die Konfrontation mit Pornografie, die ein falsches Bild von Normalität und Sexualität vermitteln kann, was wiederum den pädagogischen Beratungsbedarf erhöht.
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