Bachelorarbeit, 2018
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit und Forschungsfragen
1.2 Methodik
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Relevanz des Themas
2. Begriffliche Erläuterungen
2.1 Hostile-Media-Effekt
2.2 Relativer Hostile-Media-Effekt
2.2 Third-Person-Effekt
3. Forschungsstand
3.1 Der Einfluss des Involvements auf den HME
3.2 Der Einfluss des Themas auf den HME
3.3 Der Einfluss der Quelle auf den HME
3.4 Der Einfluss der empfundenen Reichweite auf den HME
3.5 Der Einfluss von Gruppenidentifikation auf den HME
3.6 Psychologische Mechanismen hinter dem HME
3.7 Der HME im Sportkontext
4. Potenzielle Anwendungsfelder und Forschungsansätze des HME im Sport
4.1 Sportjournalismus
4.1.1 Printmedien
4.1.2 Auditive Medien
4.1.3 Audiovisuelle Medien
4.1.4 Onlinemedien
4.1.5 Crossmediale Ansätze
4.2 Sportmarketing
4.2.1 Unternehmen im Sport
4.2.2 Sportorganisationen
5. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zum Hostile-Media-Effekt (HME), insbesondere im Kontext des Sports, detailliert aufzuarbeiten. Darauf aufbauend werden neue Forschungsansätze und Anwendungsmöglichkeiten für diesen Bereich konzipiert, um die Lücke in der bisherigen medienwissenschaftlichen Betrachtung zu schließen und ein besseres Verständnis für die Wahrnehmung von Sportberichterstattung zu fördern.
3.1 Der Einfluss des Involvements auf den HME
Vallone et al. (1985) beschreiben in ihrer Studie zum HME eine Vorstudie aus dem Jahr 1981, die sich mit der Wahrnehmung der medialen Berichterstattung zum US-Präsidentschaftswahlkampf von 1980 zwischen Jimmy Carter und Ronald Reagan beschäftigte. Sie befragten per Telefonumfrage eine Stichprobe von 160 registrierten Wählern kurz vor der Wahl, ob sie die Wahlberichterstattung der Medien als fair betrachten würden. Das Ergebnis war, dass 66 % der Befragten die Berichterstattung als fair ansahen. Diejenigen Befragten, welche die Berichterstattung nicht als fair betrachteten, waren jedoch erstaunlich häufig der Ansicht, dass die Medien gegen ihren Wunschkandidaten voreingenommen seien. Unter den Anhängern von Carter waren 83 % der Meinung, die Medien hätten Reagan bevorzugt, während 96 % der Reagan-Anhänger der Überzeugung waren, dass die Medien sich für Carter eingesetzt hätten.
Diese Vorstudie zeigte zwar keine allgemeine Tendenz der Befragten für eine feindlich wahrgenommene Voreingenommenheit der Medien, jedoch konnten Vallone et al. deutlich erkennen, dass diese wohl etwas mit den starken persönlichen Voreinstellungen zu dem Thema zu tun hat. Auch wenn die Ergebnisse dieser Studie nicht direkt mit dem HME in Verbindung gebracht werden können, da sich die Probanden ihre Nachrichtenquellen selbst ausgewählt haben und deshalb verschiedene Selektionsmechanismen eine wichtige Rolle gespielt haben könnten, so nahmen Vallone et al. die Ergebnisse zum Anlass, sich mehr auf Personengruppen zu fokussieren, die spezifische Interessen zu einem Thema, und damit eine starke Parteinahme, aufweisen. Eine solche Parteinahme setzt eine gewisse persönliche Relevanz (Petty, Cacioppo, & Goldman, 1981) und eine emotionale Beteiligung an einem Thema voraus. Diese Involviertheit wird in der Forschung, und speziell in der HME-Forschung, mit dem englischen Begriff „Involvement“ beschrieben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Hostile-Media-Effekts ein, erläutert die Zielsetzung sowie Forschungsfragen der Arbeit und begründet die Relevanz des Themas im Sportkontext.
2. Begriffliche Erläuterungen: In diesem Kapitel werden die zentralen theoretischen Begriffe definiert, wobei neben dem Hostile-Media-Effekt auch der relative HME und der Third-Person-Effekt erläutert werden.
3. Forschungsstand: Hier wird der aktuelle Wissensstand zur HME-Forschung umfassend dargestellt, inklusive der einflussreichen Faktoren wie Involvement, Thema, Quelle und Gruppenidentifikation, sowie der bisherige Stand im Sportbereich.
4. Potenzielle Anwendungsfelder und Forschungsansätze des HME im Sport: Dieses Hauptkapitel leitet aus der Theorie konkrete Anwendungsgebiete im Sportjournalismus und Sportmarketing ab und schlägt neue, innovative Forschungsansätze für zukünftige Studien vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet das Potenzial weiterer Forschung zur Optimierung des Verständnisses von HME in der Sportmedienlandschaft.
Hostile-Media-Effekt, HME, Medienwirkungsforschung, Sportjournalismus, Sportmarketing, Involvement, Gruppenidentifikation, relative Hostile-Media-Effekt, Third-Person-Effekt, Medienwahrnehmung, Sportmedien, Forschungsstand, Kommunikationswissenschaft, Bias, Sportberichterstattung.
Die Bachelorarbeit behandelt das medienpsychologische Phänomen des Hostile-Media-Effekts (HME) und untersucht dessen bisher vernachlässigte Anwendung im Bereich des Sports.
Die zentralen Felder sind die medienwissenschaftliche Theorie des Hostile-Media-Effekts, die Analyse moderierender Einflussfaktoren sowie deren Übertragung auf Sportjournalismus und Sportmarketing.
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zum HME im Sportkontext darzulegen und potenzielle neue Forschungsansätze und Anwendungsmöglichkeiten für diesen spezifischen Bereich aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und deren kritischer Betrachtung sowie Verknüpfung mit sportwissenschaftlichen Kontexten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Aufarbeitung des bisherigen Forschungsstands zum HME sowie in die Ableitung spezifischer Anwendungsfelder für verschiedene Sportmedien und Marketingbereiche.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hostile-Media-Effekt, Medienwirkungsforschung, Sportjournalismus, Gruppenidentifikation und Involvement beschreiben.
Der Sport ist aufgrund der häufigen Bildung von starken, emotional involvierten Fangruppen (In-Groups) und der ausgeprägten Konkurrenzsituationen prädestiniert für das Auftreten von Voreingenommenheit in der Medienwahrnehmung.
Eine hohe Identifikation mit einer Gruppe führt dazu, dass sich Individuen bei kritischer Berichterstattung über ihre Gruppe oder ihre Werte angegriffen fühlen und den Bericht daher als verzerrt oder feindselig wahrnehmen, um das eigene Selbstwertgefühl zu schützen.
Da sich die Mediennutzung zunehmend in digitale Räume verlagert, bieten Online-Formate wie Live-Ticker oder Podcasts neue, bisher kaum untersuchte Möglichkeiten, um die Wirkung einseitiger oder als polarisierend empfundener Sportnachrichten zu messen.
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