Bachelorarbeit, 2019
70 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffe und Definitionen
2.1. Digitale Medien im pädagogischen Kontext
2.2. Medienkompetenz als Lernziel und Schlüsselfertigkeit
3. Kapital, sozialer Raum und Habitus nach Pierre Bourdieu
3.1. Ökonomisches Kapital
3.2. Kulturelles Kapital
3.3. Soziales Kapital
3.4. Sozialer Raum und Habitus
3.5. Kulturelles Kapital in der Informations- und Wissensgesellschaft
4. Stand der Forschung
4.1. „Mediennutzung und Medienkompetenz im Jugendalter“ von Treumann, Meister, Sander, Burkatzki, Hagedorn, Kämmerer, Strotmann und Wegener
4.2. „DIVSI U25“- Studie
4.3. „Soziale Ungleichheit im virtuellen Raum: Wie nutzen Jugendliche das Internet?“ von Otto, Iske, Kutscher und Klein
4.4. „Die Rolle von Medien in sozial benachteiligten Familien“ von Paus-Hasebrink und Kulterer
5. Studiendiskussion
6. Analyse des Forschungsgegenstands
6.1. Beantwortung der Forschungsfrage
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss einer ungleichen Ausstattung mit kulturellem, sozialem und ökonomischem Kapital auf die Bewertung und Nutzung digitaler Medien im Jugendalter. Dabei wird analysiert, inwieweit familiär verinnerlichte Habitusschemata sowie sozioökonomische Ressourcen die mediale Praxis von Jugendlichen strukturieren und zur Reproduktion sozialer Ungleichheit beitragen können.
1. Einleitung
Als zentrale gesellschaftliche Ressource des 21. Jahrhunderts ist Bildung die Voraussetzung, um die komplexen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft bewältigen zu können (vgl. Quenzel 2010, S. 11). Im Zeitalter der Informations- und Kommunikationstechnologien ist Bildung ohne digitale Medien kaum noch denkbar (vgl. Rummler et al. 2016, S. 2). Digitale Medien führen zu erhöhten Qualifikationsanforderungen der Arbeitswelt. Sie bedingen zugleich gestiegene Erwartungen an den Bildungserwerb, da Lernen, auch aufgrund der unzureichenden Implementierung bildungspolitischer Maßnahmen, zunehmend von institutionellen Strukturen entkoppelt wird und der erfolgreiche Erwerb von Bildung und Wissen in der Verantwortung des/ der Einzelnen liegt (vgl. Quenzel 2010, S. 18).
Als nachwachsende Generation gelten Kinder und Jugendliche als Pioniere der Wissens- und Informationsgesellschaft (vgl. Hasebrink / Lampert 2011, S. 3).Jugendliche sind bereits mit digitalen Medien aufgewachsen. Sie zeigen eine hohe Nutzungsfrequenz und scheinen mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien bestens vertraut zu sein (vgl. Hargittai 2010, S. 93). Trotz des ihnen zugeschriebenen Expertenstatus nehmen Heranwachsende das Bildungspotenzial digitaler Medien als inhaltliches Orientierungs- und technisches Verfügungswissen nicht gleichermaßen in Anspruch (vgl. Zorn 2011, S. 192). Ob und inwiefern digitale Medien dem Bildungs- Wissens- und Informationserwerb dienen, variiert in Abhängigkeit von der soziokulturellen Kontextualisierung sowie dem Bildungsniveau der Heranwachsenden (vgl. Niesyto 2009, S. 9). Jugendliche MedienrezipientInnen entstammen unterschiedlichen sozioökonomischen Herkunftsmilieus, ihre Elternhäuser differieren hinsichtlich ihres Bildungs- Berufs- und Einkommensstatus (vgl. Treumann et al. 2007, S. 21).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz digitaler Medien in der Wissensgesellschaft ein und leitet die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit ab.
2. Begriffe und Definitionen: Hier werden zentrale Konzepte wie digitale Medien und Medienkompetenz nach Dieter Baacke als Grundlage für die Arbeit erläutert.
3. Kapital, sozialer Raum und Habitus nach Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel bietet die theoretische Einbettung durch die Vorstellung der Kapitaltheorie und das Konzept des Habitus.
4. Stand der Forschung: Es werden vier ausgewählte empirische Studien vorgestellt, die den Zusammenhang von Mediennutzung und soziokulturellen Faktoren untersuchen.
5. Studiendiskussion: Hier findet eine methodische und inhaltliche Reflexion sowie ein systematischer Vergleich der zuvor vorgestellten Studien statt.
6. Analyse des Forschungsgegenstands: Die Ergebnisse der Studien werden unter Rückgriff auf die Theorie von Bourdieu interpretiert und die Forschungsfrage systematisch beantwortet.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion des eigenen Vorgehens und dem Aufzeigen von Forschungsdesideraten ab.
Digitale Medien, Medienkompetenz, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Habitus, Soziale Ungleichheit, Mediennutzung, Jugendalter, Soziales Kapital, Kulturelles Kapital, Bildungsniveau, Sozialisationsinstanz, Mediensozialisation, digitale Kluft, Informationsgesellschaft
Die Arbeit thematisiert die ungleiche Nutzung digitaler Medien durch Jugendliche und untersucht, wie soziokulturelle Ressourcen und das familiäre Umfeld diese Medienpraxis prägen.
Zentrale Themen sind die Anwendung der Kapitaltheorie Bourdieus auf das Medienverhalten, der Stellenwert von Medienkompetenz und die Analyse sozialer Ungleichheitsmechanismen im digitalen Raum.
Das Ziel ist die theoretisch fundierte Analyse, inwieweit eine ungleiche Ausstattung mit ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital die Medienbewertung und -nutzung im Jugendalter beeinflusst.
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse und Diskussion bestehender empirischer sozialwissenschaftlicher Studien, um Zusammenhänge zwischen Lebenswelt und Mediennutzung aufzuzeigen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Ergebnisse ausgewählter Studien zur Mediennutzung detailliert betrachtet und anschließend mit der Kapital- und Habitustheorie verknüpft.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Mediensozialisation, Habitus und digitale Teilhabe charakterisieren.
Die Studie zeigt, dass Heranwachsende aus bildungsfernen Familien häufiger unbegleitet und eher unterhaltungs- statt bildungsorientiert agieren, was teilweise durch einen Mangel an Ressourcen und elterlicher Unterstützung bedingt ist.
Der Habitus wirkt als verinnerlichtes System von Orientierungen, das beeinflusst, welche digitalen Räume Jugendliche als für sie passend oder exklusiv empfinden und wie sie sich darin darstellen.
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