Bachelorarbeit, 2020
44 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
2.1 Transformationsprozess des Wohlfahrtsstaates
2.2 Kinder im Aktivierenden Sozialstaat
3. Die Ganztagsschule als Zweig der Entwicklung des Transformationsprozesses
3.1 Die Ganztagsschule – eine Begriffsbestimmung
3.2 Aufgaben und Funktionen der Schule und Lehrenden
3.3 Lebenswelt Schule
3.4 Notwendigkeit der Schulsozialarbeit
4. Schulsozialarbeit – das Bindeglied zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schule
4.1 Das Feld der Kinder- und Jugendhilfe
4.2 Entstehung und Funktion der Schulsozialarbeit
4.3 Methoden der Schulsozialarbeit
4.4 Erforderliche Kompetenzen der Schulsozialarbeiter*innen
5. Die Kooperation zwischen Ganztagsschulen und der Schulsozialarbeit
5.1 Die unterschiedlichen Anforderungen an die Institution Schule und die Schulsozialarbeit
5.2 Gestaltung der Kooperation und Kooperationsbedingungen
5.3 Kooperation verbessern und Potentiale nutzen
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Institution Ganztagsschule. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Rolle der Schulsozialarbeit als Bindeglied in einem sich durch den Transformationsprozess des Wohlfahrtsstaates wandelnden gesellschaftlichen Kontext, um die Forschungsfrage zu beantworten, was für eine gelingende Zusammenarbeit elementar ist.
3.3 Lebenswelt Schule
Wie im vorherigen Abschnitt erläutert, hat die Schule einer gesellschaftlichen Funktion nachzukommen, allerdings ergeben sich ebenfalls diverse Funktionen für das dort zu findende Klientel. Es liegt auf der Hand, dass sich in der Schule mehr als lediglich das Lernen abspielt. Jedoch wird die Bedeutung dessen für die Schüler(innen) häufig unterschätzt. Bevor die Lebenswelt ‚Schule‘ von Kindern und Jugendlichen genauer umrissen werden kann, gilt es zunächst ein Begriffsverständnis zu entwickeln, das als Basis für die Arbeit dienen kann. Der Begriff ‚Lebenswelt‘ ist soziologisch vielfach geprägt und zeigt je nach Kontext unterschiedliche Nuancen auf. Im Rahmen dieser Arbeit soll auf die Definition nach Beck und Greving Bezug genommen werden, laut welcher eine Lebenswelt sich auf die „Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen räumlich-zeitlicher Bedingungen und sozialer Beziehungen“ (Beck/Greving 2012, S. 15) bezieht. Bei dieser klingt das Wechselspiel individueller und gesellschaftlicher Bedingungen durch, was im Kontext Schule ebenfalls der Fall ist – De facto sind auch hier abseits der Vermittlung von Wissen Aneignungsprozesse möglich.
Die außerschulischen Lebenswelten werden etwa durch die Familie, das soziale Milieu, die Nachbarschaft, Gleichaltrige, Bezugspersonen und Freizeitaktivitäten bestimmt. Interessant dabei ist, dass die Schule häufig in Kontrast dazu steht (vgl. Mack 2012, S. 89f.). Die dort erlangte Bildung ebnet den Weg in die Zukunft und Themen wie Leistungsdruck rücken damit ins Licht. Sie wird mehr als Institution anstatt als die eigene Lebenswelt wahrgenommen. Das Leben der Schüler(innen) ist allerdings auf das Hier und Jetzt ausgerichtet – die eigene Identitätsfindung, aktuelle Probleme und Gleichaltrige haben Priorität. Die überwiegend auf Bildung und Zukunft ausgerichtete Schule deckt sich daher nicht unbedingt mit den Interessen der Kinder und Jugendlichen. Der erzeugte Anpassungs- und Leistungsdruck, das Milieu von Konkurrenz sowie die Selektion und der Belastungsstress werden für Schüler(innen) zur Herausforderungen und konterkarieren mit den individuellen Bedürfnissen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Thematik der Kooperation zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Ganztagsschulen vor und definiert die leitende Fragestellung sowie den Fokus auf die Schulsozialarbeit.
2. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Hier wird der Transformationsprozess des Wohlfahrtsstaates in einen aktivierenden Sozialstaat analysiert und dessen Auswirkungen auf das Kindheitsverständnis und die Rolle des Kindes beleuchtet.
3. Die Ganztagsschule als Zweig der Entwicklung des Transformationsprozesses: Das Kapitel definiert die Ganztagsschule, untersucht ihre Aufgaben sowie Funktionen und begründet die Notwendigkeit der Schulsozialarbeit in diesem schulischen Setting.
4. Schulsozialarbeit – das Bindeglied zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schule: Hier wird die Schulsozialarbeit als eigenständiges Feld der Kinder- und Jugendhilfe verortet, ihre Entstehung und Funktion beschrieben sowie notwendige Methoden und Kompetenzen erarbeitet.
5. Die Kooperation zwischen Ganztagsschulen und der Schulsozialarbeit: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Anforderungen an Schule und Schulsozialarbeit gegenübergestellt, Kooperationsbedingungen analysiert und Ansätze zur Verbesserung der Zusammenarbeit aufgezeigt.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung der Arbeit unter Berücksichtigung der herausgearbeiteten Potenziale, Herausforderungen und notwendigen Rahmenbedingungen für eine gelingende Kooperation.
Schulsozialarbeit, Ganztagsschule, Kooperation, Kinder- und Jugendhilfe, Transformationsprozess, Aktivierender Sozialstaat, Schulentwicklung, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Bildungsauftrag, Erziehungsauftrag, Multiprofessionelle Teams, Chancengerechtigkeit, Sozialraumorientierung, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen der Institution Ganztagsschule und der Kinder- und Jugendhilfe, wobei der Fokus auf dem wachsenden Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit liegt.
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Wandel durch den aktivierenden Sozialstaat, das sich wandelnde Verständnis von Kindheit, die Entwicklung der Ganztagsschule und die Professionalisierung der Schulsozialarbeit.
Ziel ist es zu klären, was für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule elementar ist und welche Anforderungen sowie Grenzen dabei entstehen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive, die Erkenntnisse aus Studien und Projekten zur Kooperation heranzieht und kritisch analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die Analyse der Schule als Lebenswelt, die Darstellung der Schulsozialarbeit und die detaillierte Betrachtung der Kooperationsprozesse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Lebensweltorientierung, der Transformationsprozess des Sozialstaates, das doppelte Mandat der Sozialen Arbeit und die notwendige Gleichrangigkeit der Professionen.
Der Wandel hin zum aktivierenden Sozialstaat führt zu neuen Regulierungslogiken wie ‚Fordern und Fördern‘, die den Druck auf Individuen erhöhen und auch die Institution Schule sowie die Aufgaben der Schulsozialarbeit maßgeblich beeinflussen.
Da die Ganztagsschule auch erzieherische und soziale Funktionen übernehmen muss, reicht die reine Wissensvermittlung nicht aus. Die Schulsozialarbeit bringt die notwendige Lebensweltorientierung ein, um den Anforderungen gerecht zu werden.
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