Bachelorarbeit, 2019
100 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kontextualisierung
2.1 Einleitung
2.2 Politikwissenschaftliche Kontextualisierung
2.3 Psychologische und Sozialwissenschaftliche Kontextualisierung
2.4 Phasenmodell der Eskalation nach Friedrich Glasl
3. Methodische Grundlagen und Forschungsvorgehen
4. Auswertung
4.1 Vorstellung der InterviewpartnerInnen
4.2 Induktive Auswertung
4.3 Auswertung anhand des Phasenmodells der Eskalation nach F. Glasl
5. Fazit
5.1 Selbstreflexion
5.2 Abschließende Darstellung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konfliktpotential innerhalb der deutschen Regierungskoalition durch eine qualitative sozialpsychologische Analyse. Unter Anwendung des Phasenmodells der Eskalation nach Friedrich Glasl wird anhand von Experteninterviews mit Bundestagsabgeordneten analysiert, auf welcher Eskalationsstufe sich die Zusammenarbeit der Koalitionspartner aktuell befindet und welche Dynamiken diesen Prozess beeinflussen.
2.4 Phasenmodell der Eskalation nach Friedrich Glasl
Die für diese Arbeit relevanteste Theorie ist das Phasenmodell der Eskalation nach Friedrich Glasl von 1980. Im konkreten beziehen sich die Ausführungen auf die 9. Auflage (2010) seines Werkes Konfliktmanagement. Bevor das Modell ausführlich dargestellt werden kann, wird kurz Glasls Definition eines sozialen Konfliktes wiedergegeben. Glasl betrachtet zunächst die Definitionsansätze anderer AutorInnen (S.15 -16). Letztendlich entscheidet er sich für folgende sehr umfassende Definition:
„Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor eine Differenz bzw. Unvereinbarkeiten im Wahrnehmen und im Denken bzw. Vorstellen und im Fühlen und im Wollen mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass beim Verwirklichen dessen, was der Aktor denkt, fühlt oder will eine Beeinträchtigung durch den anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge“ Besonders betont er, dass es um Kommunikation an sich geht, es muss also noch keine Gewalt vorliegen (S.17).
Nun folgt die Darstellung des Phasenmodells der Eskalation, da anhand dieses Modells auch die Eskalationsstufe der Regierungskoalition eingeschätzt werden soll. Glasl hält insgesamt neun Stufen fest, die ein Konflikt durch seine Eigendynamik immer weiter durchläuft. Dabei kennzeichnet ein höherer numerischer Wert zwar ein Fortschreiten der Eskalation, Glasl spricht dennoch aber von einer „Abwärtsbewegung“ und betont damit den eskalativen und immer schlechter kontrollierbaren Charakter des Geschehens (S.233). Die neun Stufen können zu drei Oberkategorien geordnet werden, die sich nach dem Ausgang des Konfliktes richten. Stufe 1-3 gehören zu win – win Situationen, Stufe 4 – 6 zu win – lose Situationen und bei Stufe 7 – 9 ist man schließlich bei den lose – lose Situationen angekommen. Er erläutert weiter, dass mit jedem Schritt in Richtung der neunten Stufe eine kritische Schwelle überschritten wird. Das Verhalten, das Wahrnehmen, die Motive und die Ziele der Konfliktparteien schränken sich immer weiter ein und entsprechen nicht mehr dem reifungsangemessenen Verhalten (S.234). Um die Stufen voneinander abzugrenzen, beschreibt Glasl jeweils die Veränderungen auf der Ebene der Perzeptionen, Einstellungen und Intentionen, Interaktionen und Beeinflussungsmethoden. Analog dazu werden auch hier diese Ebenen berücksichtigt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Konfliktpotentials der deutschen Regierungskoalition ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung sowie das methodische Vorgehen.
2. Kontextualisierung: Dieses Kapitel bettet das Forschungsfeld in politikwissenschaftliche, psychologische und sozialwissenschaftliche Rahmenbedingungen ein und stellt das Glasl-Eskalationsmodell vor.
3. Methodische Grundlagen und Forschungsvorgehen: Hier werden die qualitativen Forschungsmethoden, Gütekriterien und der konkrete Prozess der ExpertInneninterviews dargelegt.
4. Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der induktiven Auswertung der Interviews sowie die Anwendung des Phasenmodells nach Glasl auf die Koalition.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert das methodische Vorgehen und gibt Anstöße für weiterführende Forschung.
Koalitionskonflikt, Regierungskoalition, Phasenmodell der Eskalation, Friedrich Glasl, Konfliktmanagement, Experteninterviews, qualitative Inhaltsanalyse, Politikwissenschaft, Sozialpsychologie, Koalitionsstabilität, politische Kommunikation, Parteienforschung, Konfliktkultur, Regierungsbildung, Gruppenpsychologie
Die Arbeit untersucht das Konfliktpotential und die Zusammenarbeit zwischen den Parteien der deutschen Regierungskoalition, insbesondere im Hinblick auf Veränderungen im Vergleich zur vorangegangenen Legislaturperiode.
Die Themenfelder umfassen die Politikwissenschaft (Regierungsarbeit), die Sozialpsychologie (Gruppendynamik, Koalition als Gruppe) sowie Theorien zur Koalitionsstabilität und Konfliktlösung.
Das primäre Ziel ist es, den Status quo der Zusammenarbeit zu erfassen und mittels des Eskalationsmodells von Friedrich Glasl zu analysieren, auf welcher Stufe sich Konflikte zwischen den Regierungsparteien bewegen.
Die Autorin verwendet eine qualitative Methode in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring und führt leitfadengestützte Experteninterviews mit Bundestagsabgeordneten durch.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Kontextualisierung) dargelegt, gefolgt von einer detaillierten methodischen Herleitung und der Auswertung der durchgeführten Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Koalitionskonflikt, Regierungskoalition, das Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl, Experteninterviews, Konfliktmanagement und Koalitionsstabilität.
Der aktuelle Konflikt zwischen CDU und CSU wird von den Interviewpartnern als sehr dominant und destruktiv wahrgenommen, was laut der Analyse die Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Koalition erschwert und eine eigene Dynamik entwickelt.
Die Interviewpartner weisen darauf hin, dass die abgeschlossene Legislaturperiode auf vier Jahren Erfahrung basiert, während die aktuelle Koalition zum Zeitpunkt der Interviews erst 100 Tage im Amt war, was eine fundierte Vergleichsbasis erschwert.
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