Bachelorarbeit, 2021
40 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Forschungstand
3 Methode
4 Resilienz
4.1 Begriffsbestimmung Resilienz
4.2 Schutz- und Risikofaktoren
4.3 Resilienzmodelle
4.4 Erklärungsmodelle von Resilienz
4.5 Resilienzförderung
4.6 Kritik am Resilienzkonzept
5 Sozialpsychiatrie
5.1 Begriffsbestimmung Sozialpsychiatrie
5.2 Geschichte der Sozialpsychiatrie
5.3 Zielgruppen der Sozialpsychiatrie
5.4 Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie
6 Resilienzförderung bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen
6.1 Anwendung des Resilienzkonzeptes in der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch
6.2 Resilienzförderung durch das Empowerment-Konzept
6.3 Resilienz und Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
6.4 Praktische Umsetzung von Resilienzförderung in der Sozialpsychiatrie
7 Ergebnisse
8 Diskussion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welchen Beitrag die Sozialpsychiatrie mit ihren spezifischen Handlungskompetenzen zur Resilienzförderung leisten kann, um die langfristige Widerstandsfähigkeit von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu stärken. Dabei wird analysiert, wie durch die Anwendung verschiedener professioneller Konzepte und Methoden ein Perspektivwechsel von der Defizit- zur Ressourcenorientierung erreicht werden kann, um den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen zu begegnen.
4.1 Begriffsbestimmung Resilienz
Der Begriff Resilienz kommt aus dem lateinischen und meint so viel wie „zurückspringen, abprallen“ (Rolfe, 2019). Zu Anfang bezog sich der Begriff in der Werkstoffkunde auf die Fähigkeit eines Materials wieder in die Ursprungsform zurückzukehren, nachdem es verformt wurde (Rolfe, 2019). Im deutschen Sprachraum wird Resilienz häufig als Synonym für „Belastbarkeit, Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Krisenfestigkeit“ (Rolfe, 2019) verwendet. Eine genaue Definition des Begriffes gibt es jedoch nicht.
Seit Beginn der wissenschaftlichen Forschungen zu diesem Thema werden unterschiedliche Meinungen vertreten. In Deutschland wird Resilienz meist als „Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken“ (Wustmann, 2004) verstanden. Laut Rönnau-Böse und Fröhlich-Gildhoff (2015) definiert sich Resilienz am ehesten als Fähigkeit der Menschen Lebenskrisen zu bewältigen, indem auf sozial vermittelte persönliche Ressourcen zurückgegriffen wird, mit der Folge, dass eine Entwicklung des Individuums stattfindet. Alle Definitionen haben miteinander gemein, dass Resilienz sich erst zeigt, wenn eine Krisensituation bewältigt werden muss. Resilienz ist somit keine angeborene Fähigkeit, sondern wird im Laufe der Entwicklung erworben (Huber, 2019).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Resilienzförderung in der Sozialpsychiatrie und Darstellung der Relevanz aufgrund zunehmender psychischer Erkrankungen.
2 Forschungstand: Überblick über klassische Langzeitstudien zur Resilienz sowie Erkenntnisse zur Salutogenese und kognitiven Reserve.
3 Methode: Beschreibung des methodischen Vorgehens der Arbeit als systematische Literaturarbeit.
4 Resilienz: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffsdefinitionen, Risikofaktoren, Modellen und der Kritik am Resilienzkonzept.
5 Sozialpsychiatrie: Erörterung der Definition, Geschichte und Zielgruppen der Sozialpsychiatrie sowie der Rolle der Sozialen Arbeit.
6 Resilienzförderung bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen: Analyse der praktischen Anwendung von Konzepten wie Lebensweltorientierung, Empowerment und Lebensbewältigung.
7 Ergebnisse: Synthese der zentralen Erkenntnisse aus der Literaturrecherche hinsichtlich Schutzfaktoren und Interventionsmöglichkeiten.
8 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf Limitationen sowie zukünftige Forschungsbedarfe.
Resilienz, Resilienzförderung, Sozialpsychiatrie, Soziale Arbeit, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Lebensweltorientierung, Empowerment, Lebensbewältigung, Salutogenese, Prävention, Ressourcenorientierung, Krisenintervention, psychische Gesundheit, Teilhabe.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, durch die Soziale Arbeit in der Sozialpsychiatrie die Resilienz von Klienten zu fördern, um deren psychische Widerstandsfähigkeit langfristig zu stärken.
Die zentralen Themen umfassen das Resilienzkonzept, die theoretischen Grundlagen und Arbeitsweisen der Sozialpsychiatrie sowie die praktische Anwendung von Empowerment, Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, was die Sozialpsychiatrie mit ihren Handlungskompetenzen zur Resilienzförderung beitragen kann, um die Widerstandsfähigkeit von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu verbessern.
Die Arbeit ist als eine systematische Literaturarbeit angelegt, die eine breite Sichtung einschlägiger Fachliteratur aus dem Zeitraum 1950 bis 2020 vornimmt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Resilienz, die Darstellung der Geschichte und Aufgaben der Sozialpsychiatrie sowie die Analyse spezifischer Konzepte wie der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und des Empowerment-Ansatzes.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Resilienzförderung, Sozialpsychiatrie, Empowerment, Ressourcenorientierung und Lebensweltorientierung charakterisiert.
Dieser Ansatz ist essenziell, da er den Alltag des Klienten in den Mittelpunkt stellt und durch Strukturmaximen wie Prävention und Alltagsnähe eine direkte Anknüpfung für resilienzförderndes Handeln in der Sozialpsychiatrie bietet.
Die Autorin weist darauf hin, dass Resilienz heute oft fälschlicherweise als Mittel zur Selbstoptimierung missverstanden wird, was dazu führen kann, dass die Verantwortung für psychische Gesundheit einseitig auf das Individuum verschoben wird, anstatt gesellschaftliche Belastungsfaktoren zu adressieren.
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