Bachelorarbeit, 2021
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gender Gap
2.1 Definition
2.1.1 Vier Dimensionen von Gender
2.1.2 Gender Gap
2.2 Bedeutung von Diskriminierung und Intersektionalität
2.3 Gender-Pay-Gap
2.3.1 Gender-Care-Gap
2.3.2 Gender-Pension-Gap
2.4 Ursache für den Gender Gap
3. Hörbehinderung
3.1 Differenzierung von Hörbehinderungen
3.2 Auswirkungen von Hörbehinderungen
3.3 Gebärdensprache und Gehörlosenbewegung
4. Gewalterfahrungen von Frauen mit und ohne Hörbehinderung
4.1 Gewalterfahrungen von Frauen
4.2 Gewalterfahrungen von hörbehinderten Frauen
5. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Benachteiligungen und Diskriminierungserfahrungen hörbehinderter Frauen in Deutschland zu untersuchen und dabei mittels einer intersektionalen Perspektive die komplexen Überschneidungen mehrfacher Diskriminierungsformen sichtbar zu machen, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, die Realität der Gleichstellung von Frauen mit und ohne Hörbehinderung zu beleuchten.
2.3 Gender-Pay-Gap
Der Gender-Pay-Gap gibt einen Überblick über die geschlechtsbezogene Entgeltungleichheit. Die Differenz zwischen Frauen und Männern wird mit den prozentualen Angaben im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst berechnet.
Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2018 in allen Branchen und Berufen 1,9 Millionen sozialversicherte Erwerbstätige registriert. Der errechnete Bruttostundenlohn betrug bei Frauen 17,09 Euro und bei Männern 21,60 Euro. Das bedeutet einen Unterschied von 21 Prozent, der in den Vorjahren fast gleich war. Dies wird als unbereinigter Gender-Pay-Gap beschrieben.57
Mit dem bereinigten Gender-Pay-Gap werden die strukturellen und arbeitsmarktrelevanten Merkmale untersucht und berechnet, die zu unterschiedlichen Einkommen führen, weil Frauen und Männer in verschieden bezahlten Branchen und Berufen beschäftigt sind. Hier bestehen nur 7 Prozent Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern mit gleichen Arbeitsbiografien, Qualifikationen und Tätigkeiten. Jedoch werden nicht alle Ursachen wie Arbeitsunterbrechungen oder Verhandlungsstärke beachtet.58 „Wann immer man vom bereinigten Pay Gap spricht gilt: Nur weil sich Unterschiede erklären lassen, wird die Bezahlung nicht automatisch fair. Nur der unbereinigte Pay Gap weist auf alle strukturellen Merkmale hin, die die Lohnlücke bedingen.“59
Um näher auf dieses Zitat einzugehen, stellt das Gesamtergebnis klar, dass die Beseitigung der strukturellen Merkmale nicht ausreicht, um die Lohnunterschiede zu beseitigen oder die Gleichstellung zu realisieren, da nicht alle Ursachen berücksichtigt werden.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Benachteiligung hörbehinderter Frauen unter Einbeziehung einer intersektionalen Perspektive und formuliert Forschungsfragen zur Gleichstellung.
2. Gender Gap: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Gender und Gendergap, analysiert strukturelle Diskriminierung und beleuchtet die Ursachen des Patriarchats.
3. Hörbehinderung: Hier werden Definitionen, Auswirkungen von Behinderungen sowie die Bedeutung der Gebärdensprache und der Gehörlosenbewegung als soziale Bewegung erörtert.
4. Gewalterfahrungen von Frauen mit und ohne Hörbehinderung: Dieses Kapitel legt die verschiedenen Formen körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt dar, unter denen Frauen mit und ohne Hörbehinderung leiden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit intersektionaler Forschung zur Verbesserung der Gleichstellung von hörbehinderten Frauen.
Gender Gap, Hörbehinderung, Intersektionalität, Diskriminierung, Gender-Pay-Gap, Gender-Care-Gap, Gender-Pension-Gap, Audismus, Ableismus, Gehörlosenbewegung, Gebärdensprache, Gewaltprävention, Patriarchat, Gleichstellung, Soziale Arbeit.
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation und die Benachteiligungen von hörbehinderten Frauen in Deutschland im Vergleich zu hörenden Frauen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Gender Gap (Einkommen, Rente, Care-Arbeit), den spezifischen Diskriminierungsformen bei Hörbehinderung und der Prävalenz von Gewalterfahrungen.
Ziel ist es, Forschungs- und Wissenslücken aufzudecken und durch eine intersektionale Perspektive aufzuzeigen, wie mehrfache Diskriminierung die Lebensrealität hörbehinderter Frauen prägt.
Die Autorin nutzt eine Literaturrecherche und analysiert vorhandene Studien, um die Alltagsressourcen und gesellschaftlichen Benachteiligungen der Zielgruppe zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gender und Behinderung, die Darstellung sozioökonomischer Ungleichheiten sowie eine detaillierte Analyse von Gewalterfahrungen.
Zentrale Begriffe sind Intersektionalität, Gender Gap, Audismus, Ableismus, Hörbehinderung und Gewaltprävention.
Audismus beschreibt die Diskriminierung tauber Menschen aufgrund einer Ideologie, die das Gehör und das Sprechen überbewertet, was für die Analyse der Ausgrenzung essenziell ist.
Der Begriff verdeutlicht die Datenlücken, die entstehen, wenn spezifische Diskriminierungen von hörbehinderten Frauen in der allgemeinen Forschung nicht ausreichend erfasst oder intersektional betrachtet werden.
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