Masterarbeit, 2018
78 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Forschungsdesign
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Kooperative Lernformen und kooperatives Lernen
2.2 Heterogenität in Lerngruppen
3. Forschungsstand
3.1 Einsatz kooperativer Lernformen in deutschen Schulen
3.2 Positive und negative Wirkungen des kooperativen Lernens
3.3 Voraussetzungen und Hemmnisse des kooperativen Lernens
3.4 Gestaltung kooperativer Unterrichtseinheiten
3.5 Die Rolle der Lehrkräfte in kooperativen Lernsettings
3.6 Lehrersicht auf kooperatives Lernen
3.7 Kooperatives Lernen in heterogenen Lerngruppen
4. Auswertung und Interpretation der Interviews
4.1 Datenerhebung
4.2 Kategoriensystem
4.3 Heterogenität: Herausforderungen und Umgang
4.4 Kooperatives Lernen: Bekanntheit und Einsatz im Unterricht
4.5 Kooperatives Lernen: Wirkungen – positiv und negativ
4.6 Kooperatives Lernen: Voraussetzungen und Hemmnisse
4.7 Kooperatives Lernen: Übergreifende Sicht der Lehrkräfte
5. Formulierung explorativer Hypothesen
6. Konklusion und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Einstellung und Praxis von Lehrkräften an einer Berliner Gemeinschaftsschule bezüglich kooperativer Lernformen in zunehmend heterogenen und inklusiven Klassen, um zu ergründen, ob diese Methoden als geeignetes didaktisches Mittel wahrgenommen und effektiv umgesetzt werden.
1.1 Problemstellung
Die unbefriedigenden Ergebnisse Deutschlands in den PISA-Studien veranlassten die Unterrichtsforschung und Bildungspolitik nach Mitteln und Wegen zu suchen, die Qualität des Unterrichts zu verbessern. Als ein Ansatz zur Steigerung der Unterrichtsqualität wird die flächendeckende Verbreitung von kognitiv anregendem fachlichem Lernen gefordert (Rabenstein/Reh 2007: 23), welches als ein Merkmal guten Unterrichts gilt (Klieme/Schümmer/Knoll 2001: 43). Eine Möglichkeit der didaktischen Umsetzung bieten hierzu kooperative Lernformen. Der zentrale Ansatz kooperativer Lernformen ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler (SuS) im Unterricht aktiv sein sollen. Es gilt, gemeinsame Prozesse in Lerngruppen anzustoßen. Kooperatives Lernen kann dabei durch eine Vielzahl von Lernmethoden realisiert werden. Es handelt sich um ein langfristiges Konzept, „das aus methodisch durchdachten Arbeitsformen, Feedbacks und Gruppengestaltungsprozessen besteht“ (Weidner 2003: 10).
Auch als didaktische Antwort auf die zunehmende Heterogenität der Lerngruppen werden kooperative Lernformen betrachtet. Insbesondere die Inklusion von SuS mit Förderbedarfen in die Regelklassen, welche nach der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen im Deutschen Bundestag im Jahr 2009 in den deutschen Schulen zunehmend umgesetzt wird, trägt zu einer ansteigenden Heterogenität der Lerngruppen bei. Heterogene Klassen benötigen Lernmethoden, die darauf ausgerichtet sind, alle SuS zu fördern und auf die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Lernenden einzugehen. Hierfür eignen sich kooperative Ansätze: „Kooperatives Lernen wird immer wieder ins Spiel gebracht, wenn es um die Frage nach geeigneten Unterrichtsformen für heterogene Lerngruppen geht. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit in einer inklusiven Schulklasse werden hierbei nicht als Hindernisse gesehen, sondern als Ressourcen genutzt“ (Avci-Werning/Lanphen 2013: 150).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, skizziert die zunehmende Heterogenität durch Inklusion und definiert das Ziel, die Sichtweise von Lehrkräften auf kooperatives Lernen zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des kooperativen Lernens, seine Basiselemente sowie die Bedeutung von Heterogenität und Inklusion im modernen Schulsystem.
3. Forschungsstand: Hier werden bestehende Studien zum Einsatz kooperativer Lernformen, deren Wirkungen auf SuS, notwendige Voraussetzungen für Lehrkräfte sowie die Gestaltung von Unterrichtseinheiten zusammengefasst.
4. Auswertung und Interpretation der Interviews: Dieses Kapitel stellt die empirischen Ergebnisse der Lehrerinterviews dar, kategorisiert diese in einem System und analysiert spezifische Aspekte wie Bekanntheit, Wirkungen und Herausforderungen im Schulalltag.
5. Formulierung explorativer Hypothesen: Basierend auf den Interviewergebnissen werden explorative Hypothesen zu Faktoren wie Ressourcen, Lehrerfahrung und dem Einfluss von Forschung auf die Unterrichtspraxis aufgestellt.
6. Konklusion und Ausblick: Der Abschluss fasst die zentralen Befunde zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe im Kontext inklusiver Schulen.
Kooperatives Lernen, Heterogenität, Inklusion, Lehrersicht, Unterrichtsqualität, Gruppenarbeit, Förderbedarf, Lehrerfahrung, didaktische Ansätze, Schulentwicklung, qualitative Inhaltsanalyse, Differenzierung, soziale Kompetenz, Lehrerrolle, Unterrichtspraxis.
Die Arbeit untersucht die Anwendung und Beurteilung kooperativer Lernformen an einer Berliner Gemeinschaftsschule durch Lehrkräfte im Kontext zunehmender Heterogenität und Inklusion.
Zu den Kernbereichen zählen die Umsetzung kooperativer Methoden, die Herausforderungen durch Inklusion, die Sichtweise der Lehrkräfte sowie die Auswirkungen dieser Lernformen auf soziale und fachliche Kompetenzen.
Das Ziel ist die explorative Erfassung der Lehrerhaltung gegenüber kooperativem Lernen und die Identifikation von Faktoren, die dessen Einsatz in heterogenen Klassen begünstigen oder behindern.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus leitfadengestützten Interviews mit Lehrkräften, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands und die detaillierte Auswertung des empirischen Interviewmaterials zur Lehrersicht.
Kooperatives Lernen, Inklusion, Heterogenität, Lehrerperspektive, Unterrichtsqualität und Schulentwicklung sind die zentralen Begriffe.
Die Lehrkräfte berichten von einem hohen Vorbereitungsdruck, der Notwendigkeit räumlicher Anpassungen und der Herausforderung, Schüler bei Störungen oder sozialen Konflikten zu steuern.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erfahrene Lehrkräfte kooperative Methoden häufiger und zielgerichteter einsetzen, während sich Berufseinsteiger mitunter stärker auf frontale Instruktion verlassen, um Zeitdruck und Komplexität zu bewältigen.
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