Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 1,5
1 Problemstellung
2 Produktionsplanung und -steuerung
3 Belastungsorientierte Auftragsfreigabe
3.1 Das Verfahren
3.1.1 Vorgehensweise
3.1.2 Veranschaulichung
3.2 Systemeinführung in der Praxis
3.2.1 Anforderungen
3.2.2 Beispiele
3.3 Gegenwärtiger Bezug
3.3.1 Einsatz in Instandhaltungswerkstätten
3.3.2 Dezentralisierung durch cyber-physische Produktionssysteme
3.3.3 Integration komplexer Prioritätsregeln
3.3.4 Beziehung zwischen Arbeitszufluss und Arbeitsabfluss
Die Arbeit untersucht das Verfahren der belastungsorientierten Auftragsfreigabe als Instrument der Fertigungssteuerung. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen zu erläutern, die praktische Anwendung in Unternehmen kritisch zu analysieren und den aktuellen Stellenwert sowie Weiterentwicklungen des Verfahrens zu bewerten.
3.1.1 Vorgehensweise
Bevor die tatsächliche Vorgehensweise detailliert beschrieben werden kann, ist das Prinzip der Belastungssteuerung zu betrachten. Die bereits veranschaulichten Beziehungen zwischen mittlerer Durchlaufzeit MZ und dem Verhältnis von mittlerem Bestand MB zur mittleren Leistung ML dienen als Grundlage für die Belastungssteuerung. Das Prinzip plant die Belastung, die Leistung, den Bestand und die Durchlaufzeit mithilfe einer Belastungsschranke BS, welche sich anhand der geplanten Belastung einstellt und als variabler Steuerungsparameter fungiert. Diese Steuerung über das Verhältnis zwischen Bestand und Leistung verfolgt das Ziel, die Durchlaufzeiten an sämtlichen Arbeitsplätzen im Mittel gleich groß zu halten, um so einen einheitlichen Ablauf der Fertigung zu generieren. Abweichungen vom geplanten Bestand werden dabei mithilfe der Belastungsschranke begrenzt. Von Beginn einer jeden Periode an werden die zufließenden Belastungen anhand der vorhandenen Belastung so begrenzt, dass am Ende der Plan-Periode der geplante Bestand erreicht wird.
Das Verfahren der belastungsorientierten Auftragsfreigabe – welches zur Umsetzung des Prinzips der Belastungssteuerung entwickelt wurde – verfolgt das Ziel eines konstanten Arbeitsvorrats innerhalb des betrachteten Arbeitssystems. Diese Methode entscheidet zu Beginn einer Planungsperiode, welche anstehenden und bisher nicht freigegebenen Aufträge in dieser Periode freigegeben und somit gefertigt werden. Die konkrete Vorgehensweise dieses Verfahrens unterliegt fünf Rahmenbedingungen und besteht aus zwei Schritten. Im Folgenden werden diese Rahmenbedingungen, welche als Voraussetzung des Verfahrens gelten, aufgeführt:
1 Problemstellung: Einführung in die Bedeutung der Produktion für den Unternehmenserfolg und Darstellung der Notwendigkeit einer effizienten Produktionsplanung und -steuerung zur Durchlaufzeitminimierung.
2 Produktionsplanung und -steuerung: Erläuterung des Stufenkonzepts der PPS-Systeme und Einführung des Trichtermodells als Basis für die Modellierung von Arbeitssystemen und Kapazitäten.
3 Belastungsorientierte Auftragsfreigabe: Detaillierte Herleitung des Verfahrens, seiner Schritte, der praktischen Anforderungen sowie aktueller Modifikationen durch cyber-physische Systeme und komplexe Prioritätsregeln.
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Die Arbeit analysiert das Verfahren der belastungsorientierten Auftragsfreigabe, um aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Steuerung des Arbeitsvorrats Durchlaufzeiten minimiert und die Termintreue in der Fertigung erhöht werden können.
Es wird eine theoretische Analyse der PPS-Grundlagen und des Verfahrens der belastungsorientierten Auftragsfreigabe durchgeführt, ergänzt durch eine anschauliche Fallbeispielrechnung und eine Auswertung von Praxiserfahrungen bei namhaften Unternehmen.
Die Belastungsschranke fungiert als variabler Steuerungsparameter, der festlegt, welche Aufträge unter Berücksichtigung der aktuellen Kapazität freigegeben werden können, um Bestände zu glätten und die Fertigung zu stabilisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Verfahrens, die Darstellung der Vorgehensweise (inklusive Berechnungsbeispielen), Anforderungen an die Praxiseinführung sowie aktuelle Erweiterungen wie Dezentralisierung und die Integration in moderne IT-Systeme.
Der Zeitpunkt der Freigabe bestimmt maßgeblich den Bestand in der Fertigung und damit direkt die Durchlaufzeit; eine verfrühte oder zu späte Freigabe kann zu Stillständen oder Kapazitätsengpässen führen.
Direkte Belastungen beziehen sich auf aktuell in Bearbeitung befindliche Arbeitsschritte, während indirekte Belastungen zukünftige Arbeitsinhalte berücksichtigen, die mittels Abwertungsfaktoren auf die aktuelle Planungsperiode umgerechnet werden.
Die Probleme resultierten weniger aus dem Verfahren selbst als vielmehr aus einer mangelhaften Vorbereitung des Systemumfeldes, insbesondere bei der Datenbasis und der personellen Qualifizierung.
Die Dezentralisierung ermöglicht eine höhere Dynamik und Flexibilität, da Arbeitsplätze kurzfristig auf Störungen reagieren können, was die starre, zentralistische Logik traditioneller PPS-Systeme sinnvoll ergänzt.
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