Magisterarbeit, 2002
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zum Verständnis des Begriff „Aggression“
2.1. Schwierigkeiten bei der genauen Definition von Aggression
2.2. Definitionen und Klassifikation von Aggression
2.3. Aggressionsmotivationen und Erscheinungsformen von Aggression
2.3.1. Ärger-Aggression
2.3.2. Instrumentelle-Aggression
2.3.3. Spontane Aggression
3. Theorien zur Entstehung von Aggression
3.1. Psychoanalyse: Aggression als Ausdruck eines Triebes
3.2. Verhaltensforschung: Aggression als Instinkt
3.3. Frustrations-Aggressions-Hypothesen
3.3.1. Die Frustrations-Antriebs-Hypothesen
3.4. Paradigma der lernpsychologischen Aggressionstheorien
3.4.1. Imitationslernen (Lernen am Modell)
3.4.1.1.Unterschiedliche Modelle
3.4.2. Lernen am Effekt (Erfolg und Misserfolg)
3.4.3. Klassisches Konditionieren bzw. Signallernen
3.4.4. Kognitives Lernen
3.5. Ausblick
4. Kinder (Nicht-Heimkinder) und Aggressionen
4.1. Voraussetzungen und Risikofaktoren für aggressives Verhalten bei Kindern (Nicht-Heimkindern)
4.1.1. Erbanlagen
4.1.2. Familiäre Einflüsse und nahe Umgebung
4.2. Modelle zur Entwicklung aggressiven Verhaltens von Kindern
4.3. Entwicklung von aggressiven Verhaltensweisen in den unterschiedlichen Lebensjahren von Kindern
4.3.1. Phase der Aggressivitätsetablierung und –differenzierung
4.3.1.1. Aggressivitätsentwicklung bei Mädchen und Jungen zwischen etwa sechs Jahren und der Pubertät
4.3.1.2. Beurteilung der Aggressivitätsentwicklung bei Kindern
5. Heimkinder und Aggression
5.1. Das Jugendaufbauwerk und das Angebot
5.2. Die „Familien aktivierende Wohngruppe“ des JAW
5.3. Kinderheim Adalbertstraße und die Heimbedingungen
5.4. Gründe für die Einweisung der Kinder in die „Familien aktivierende Wohngruppe“
5.5. Besondere Verhaltenscharakteristika von Heimkindern (allgemein) in Bezug zu auftretenden Aggressionen
5.6. Methodische Vorbemerkungen
5.7. Verhalten der Kinder nach der Aufnahme und nach der Eingewöhnungszeit
5.8. Beobachtungen von Aggressionen bei den 6-12jährigen Heimkindern in der Adalbertstraße
5.8.1. Aggressionen untereinander
5.8.2. Gruppengröße und aggressives Verhalten
5.8.3. Geschlechterverhältnisse und aggressives Verhalten
5.8.4. Alter und aggressives Verhalten
5.8.5. Geschwisterverhältnisse und aggressives Verhalten
5.8.6. Schulische Situation und aggressives Verhalten
5.8.7. Beziehung der Kinder zum Erziehungspersonal (Lehrern, Hausarbeitshilfe) und aggressives Verhalten
5.9. Zusammenfassung
5.10. Gründe für aggressive Verhaltensweisen bei den Heimkindern in der Adalbertstraße
6. Der Vergleich aggressiver Verhaltensweisen bei Heimkindern und bei Familienkindern
6.1. Erscheinungsweisen aggressiven Verhaltens
6.2. Motivationen aggressiven Verhaltens
6.3. Beurteilung der aufgestellten Hypothesen
6.3.1. Sind Heimkinder die aggressiveren Kinder?
6.3.2. Gibt es Unterschiede in den kindlichen Aggressionsmotivationen
7. Heimaufenthalt und aggressives Verhalten
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen aggressiven Verhaltens bei Heimkindern im Alter von 6-12 Jahren im Vergleich zu Familienkindern, um zu klären, ob ein Heimaufenthalt mit einer erhöhten Aggressivität korreliert. Das zentrale Ziel ist es, die spezifischen Entwicklungsbedingungen und Motivationsstrukturen dieser Altersgruppe in einer familienaktivierenden Wohngruppe zu analysieren und Hypothesen zur Differenz zwischen den beiden Gruppen zu überprüfen.
5.8.1. Aggressionen untereinander
In der Regel bedienen sich die Kinder der verbalen Form von Aggression, aber auch körperliche Aggressionen traten vielfältig, vor allem untereinander auf. Hier geht es z.B. um ein Spielzeug oder auch um eine CD. Die Kinder setzen aggressives Verhalten ein, um das zu bekommen, was sie verlangen. Oft sind es, wie erwähnt, die Älteren, die diese Form des Zwanges oder des Dominanzverhaltens gegenüber den Jüngeren an den Tag legen. In einigen Fällen war auch zu beobachten, daß hier das Nachgeben der angegriffenen Seite dazu beitrug, daß die Aggression beendet wurde, beispielsweise mit Hilfe einer Entschuldigung seitens der Opfer. Wehrte sich das angegriffene Kind jedoch gegen den Provokateur, wurde körperliche Aggressionen gegen das Opfer eingesetzt, die gerade gegenüber den jüngeren Kindern den gezielten Effekt der Durchsetzung und des Gewinns für die Älteren erbrachten. Trotz dieser auftretenden Verhaltensweisen gegenüber den Jüngeren zeigten die älteren Kinder den Jüngeren gegenüber eher ein beschützendes Verhalten.
Die jüngeren Kinder konnten für gewöhnlich zeigen, wenn sie Zuneigung und Nähe bedurften, dennoch kam es bei den Schwächeren unter ihnen oft zu Erlangungs-Aggressionen, wobei sie z.B. wütend gegen einen Gegenstand traten oder sich auf den Boden warfen, um so eine allgemeine Aufmerksamkeit (im Sinne von Zuwendung) zu erlangen. Auch ein Verweigern des Essens oder des Duschens konnten als angestrebtes Ziel der Aufmerksamkeit oder Beachtung des Erziehers (oder auch anderer Kinder) fungieren und ist so als Erlangungs-Aggression einzuordnen. Diese Art von Aggression wird nicht von aggressiven Gefühlen gegenüber Menschen bestimmt, die als `Feinde´ empfunden werden, sondern allenfalls als `Gegner´ von den Kindern erlebt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das weit verbreitete Phänomen kindlicher Aggression und die Forschungsfrage, ob Heimkinder sich von Familienkindern in ihrem aggressiven Verhalten unterscheiden.
2. Zum Verständnis des Begriff „Aggression“: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Schwierigkeiten bei der Definition von Aggression und stellt verschiedene wissenschaftliche Klassifikationsansätze vor.
3. Theorien zur Entstehung von Aggression: Es werden die zentralen Theoriegruppen der Psychologie – Triebtheorien, Frustrations-Aggressions-Hypothesen und lerntheoretische Ansätze – gegenübergestellt und kritisch beleuchtet.
4. Kinder (Nicht-Heimkinder) und Aggressionen: Hier werden Risikofaktoren, genetische Einflüsse und familiäre Bedingungen beschrieben, die das aggressive Verhalten bei Kindern außerhalb eines Heimes prägen.
5. Heimkinder und Aggression: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Fallstudie zu den Lebensbedingungen in einer familienaktivierenden Wohngruppe und analysiert das Verhalten der 6-12-jährigen Kinder unter verschiedenen Aspekten wie Gruppengröße und Geschlechterverhältnis.
6. Der Vergleich aggressiver Verhaltensweisen bei Heimkindern und bei Familienkindern: Hier werden die Hypothesen der Arbeit diskutiert, indem die Erscheinungsformen und Motivationen der beiden Kindergruppen direkt gegenübergestellt werden.
7. Heimaufenthalt und aggressives Verhalten: Abschließend wird untersucht, ob die Unterbringung selbst das Aggressionspotential beeinflusst oder ob sie als pädagogische Unterstützung zur Verhaltensmodifikation fungiert.
8. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Heimkinder in ihrer Entwicklung gegenüber Familienkindern eher verzögert sind, jedoch durch die pädagogische Arbeit im Heim positive Lernprozesse anstoßen können.
Aggression, Heimkinder, Familienkinder, Kindheit, Lerntheorie, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Verhaltensauffälligkeit, Sozialisationsprozess, Erlangungsaggression, Vergeltungsaggression, Gruppendynamik, Erziehungsmethoden, Familiensituation, Selbstwertgefühl, Pädagogische Psychologie
Die Arbeit untersucht das aggressive Verhalten von Heimkindern im Vergleich zu Familienkindern, um die Ursachen und spezifischen Ausprägungen dieses Verhaltens vor dem Hintergrund psychologischer Theorien zu verstehen.
Die Arbeit fokussiert sich auf Aggressionstheorien, den Einfluss von Sozialisation und Erziehung, die Bedeutung der familiären Herkunft sowie die spezifischen Bedingungen in einer familienaktivierenden Wohngruppe.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob Heimkinder aggressiver als Familienkinder sind und inwieweit unterschiedliche Motivationsstrukturen für dieses Verhalten verantwortlich sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine phänomenologisch-impressionistische Beobachtungsweise über einen Zeitraum von sechs Monaten in einer Wohngruppe sowie auf die Analyse von Kinderakten und Elterngesprächen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Aggressionsforschung, die Analyse der Lebensbedingungen im Kinderheim sowie eine vergleichende Untersuchung des Verhaltens zwischen Heim- und Familienkindern.
Zentrale Begriffe sind Aggression, Erlangungs- und Vergeltungsaggression, Sozialisationsprozess, Verhaltensauffälligkeit und die Rolle von Erziehung und Bindung.
Das Dokument weist darauf hin, dass die baulichen Gegebenheiten, insbesondere die 4 Meter hohen Decken, einen hohen Lautpegel begünstigen, was zu einer akustischen Stimulation führen kann, die wiederum aggressives Verhalten durch Lärmbelastung oder den Drang zur Selbststimulierung verstärkt.
Sie gilt als sinnvoll, weil sie nicht nur das Kind betreut, sondern die Eltern eng in den Erziehungsprozess einbindet, um den Familien die Chance zu geben, trotz Fremdunterbringung eine tragfähige Beziehung zum Kind aufzubauen und gemeinsam Kompetenzen für ein Zusammenleben zu erlernen.
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