Diplomarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Einreihung des Untersuchungsgegenstandes
1.2 Gang der Arbeit
2. Die Krankenhauslandschaft in Deutschland
2.1 Definitorische Begriffsbestimmung eines Krankenhauses
2.2 Wesentliche Interessensgemeinschaften und beteiligte Institutionen
2.3 Bestandsaufnahme der stationären Patientenversorgung
2.3.1 Klassifizierung von Krankenhäusern
2.3.2 Trägerpluralität in der Krankenhausversorgung
2.3.3 Diversität an Rechtsformen
2.4 Innere und äußere Krankenhausfinanzierung
2.4.1 Überblick über die wichtigsten Krankenhausreformen
2.4.2 Das duale System der Krankenhausfinanzierung
2.4.3 Das G-DRG System zur Abrechnung von Krankenhausleistungen
3. Privatisierung im Krankenhausbereich
3.1 Der Privatisierungsbegriff
3.2 Abgrenzung der Privatisierungsformen
3.3 Motive und Ziele der Privatisierung
3.3.1 Finanzpolitische und ökonomische Ziele
3.3.2 Ordnungs- und wettbewerbspolitische Ziele
4. Status Quo im stationären Sektor
4.1 Der Krankenhausmarkt im Umbruch
4.2 Die Finanzproblematik im Wege der öffentlichen Investitionsförderung
4.3 Implikationen für den Krankenhausmarkt
5. Indikatoren der Privatisierungen in der Praxis
5.1 Die überregionalen privaten Krankenhausketten
5.2 Anwendung von PPP im Krankenhausbereich
5.3 Krankenhausprivatisierung im europäischen Kontext
6. Zwischenfazit zur Entwicklung des Krankenhausmarktes
7. Evaluation der Privatisierung aus ökonomischer Perspektive
7.1 Nutzenstiftende Aspekte einer Krankenhausprivatisierung
7.2 Nachteilige Effekte einer Krankenhausprivatisierung
7.3 Chancen und Risiken der Privatisierung von Krankenhäusern
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand und die Auswirkungen von Privatisierungstendenzen auf dem deutschen Krankenhausmarkt, wobei der Fokus auf der Analyse liegt, inwiefern der Einbezug privater Träger und marktwirtschaftlicher Managementinstrumente zur Überwindung des strukturellen Finanzierungsdefizits beitragen kann.
3.1 Der Privatisierungsbegriff
Der Begriff der Privatisierung ist ein weitläufiger und verschieden umschriebener Terminus, der überdies in der Literatur unterschiedlich gehandhabt wird. Eine erste Begriffserklärung besagt, dass eine Privatisierung existent ist, „wenn eine Verlagerung vom öffentlichen in den privaten Sektor stattfindet, die gleichzeitig eine Verminderung der Herrschaftsmacht des öffentlichen Sektors in finanzieller, rechtlicher oder faktischer Hinsicht bedingt.“ (Völmicke 1996: 54) Der im ersten Moment abstrakt anmutenden Definition fehlt es im Hinblick auf die Mehrdimensionalität einer Privatisierung aber an jeglicher Präzision, weshalb ihr nachfolgend eine andere Erklärung beigestellt ist. Danach ist eine Privatisierung „die Übereignung von staatlichem oder kommunalem Eigentum an Private, wobei es sich um eine vollständige oder teilweise Übertragung bzw. Veräußerung von öffentlichem Vermögen (Grundstücke, Betriebe oder Unternehmensbeteiligungen) an private Personen oder Unternehmen handelt.“ (von Loesch 1983: 28) Gleichwohl ist diese Erläuterung hinsichtlich der Umschreibung der Anteilsverhältnisse exakter, dennoch lässt sie die rechtliche Komponente im Vergleich zur vorangestellten Begriffsbestimmung außer Betracht. Zur Konkretisierung des Privatisierungsbegriffes bietet sich die Einteilung in Vermögensprivatisierung und Leistungsprivatisierung an, wobei die Leistungsprivatisierung näher zwischen einer materiellen oder formellen Privatisierung differenziert (Schauer 1991: 237-240).
Bei einer Vermögensprivatisierung werden entweder alle Unternehmensanteile an eine private Person bzw. an ein privates Unternehmen veräußert (Vollprivatisierung) oder lediglich bestimmte Unternehmensanteile auf eine private Organisation übertragen (Teilprivatisierung). Die Leistungsprivatisierung, bei der materiell abermals zwischen einer funktionalen und organisatorischen Privatisierung zu unterscheiden ist, führt zu einer Reduktion des öffentliches Leistungsspektrums oder der Leistungstiefe (Reisner 2000: 6-7). Die folgende Abbildung verdeutlicht die vielfältigen Privatisierungsformen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Privatisierungswelle im deutschen Krankenhaussektor ein und definiert die zentralen Fragestellungen und Ziele der Arbeit.
2. Die Krankenhauslandschaft in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen, einschließlich der Krankenhausfinanzierung und -klassifizierung, um ein Verständnis für das bestehende System zu schaffen.
3. Privatisierung im Krankenhausbereich: Hier werden die verschiedenen Formen der Privatisierung theoretisch definiert und voneinander abgegrenzt.
4. Status Quo im stationären Sektor: Dieses Kapitel analysiert den Strukturwandel im Krankenhausmarkt, insbesondere den Bettenabbau und die zunehmende Finanzproblematik der öffentlichen Hand.
5. Indikatoren der Privatisierungen in der Praxis: Die praktische Anwendung der Privatisierung wird anhand großer Klinikketten, PPP-Projekte und der europäischen Marktentwicklung aufgezeigt.
6. Zwischenfazit zur Entwicklung des Krankenhausmarktes: Das Zwischenfazit fasst die ökonomischen Auswirkungen der Reformen zusammen und begründet die Notwendigkeit der folgenden Evaluation.
7. Evaluation der Privatisierung aus ökonomischer Perspektive: Dieser Hauptteil bewertet die Chancen und Risiken der Privatisierung aus betriebswirtschaftlicher und ordnungspolitischer Sicht.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert alternative Lösungswege zur Bewältigung des Finanzierungsdefizits.
Privatisierung, Krankenhaussektor, Krankenhausfinanzierung, G-DRG-System, Gesundheitsökonomie, Klinikketten, Public Private Partnership, Investitionsstau, Ökonomisierung, Patientenversorgung, Strukturwandel, Trägerpluralität, Krankenhausplanung, Leistungsmanagement, Daseinsvorsorge
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Stand der aktuellen Privatisierungstendenzen im deutschen Krankenhaussektor und prüft, inwieweit diese zur Überwindung des bestehenden Finanzierungsdefizits beitragen können.
Zentrale Themen sind die Krankenhausfinanzierung, die verschiedenen Rechtsformen von Kliniken, die Rolle privater Klinikbetreiber sowie die Auswirkungen von Ökonomisierung und Wettbewerbsdruck auf die stationäre Versorgung.
Das Hauptziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob die Privatisierung eine zielführende Alternative zur öffentlichen Aufgabenwahrnehmung darstellt oder ob sie mit negativen Konsequenzen für das Gesundheitswesen verbunden ist.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse relevanter Gesetzestexte, statistische Daten des Statistischen Bundesamtes und eine kritische Gegenüberstellung ökonomischer und ordnungspolitischer Sichtweisen.
Der Hauptteil analysiert den Status Quo des Krankenhausmarktes, erläutert die verschiedenen Formen der Privatisierung und evaluiert kritisch deren Nutzen und Risiken, wie z.B. das Phänomen der „Rosinenpickerei“ oder die Auswirkung auf die Qualität der Patientenversorgung.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Krankenhausfinanzierung, Privatisierung, G-DRG-System, Investitionsstau und Klinikketten charakterisieren.
Diese Unterscheidung ist essenziell, um zu verstehen, dass ein bloßer Rechtsformwechsel (formell) lediglich betriebswirtschaftliche Flexibilisierungen bewirkt, während eine materielle Privatisierung eine echte Aufgabenverlagerung auf private Akteure darstellt.
Der Autor bewertet die Spezialisierung privater Kliniken auf gewinnbringende Fachbereiche kritisch, da sie zu einer Patientenselektion führt, die die Kalkulationsbasis der verbleibenden öffentlichen Häuser schwächen und die flächendeckende Versorgung gefährden kann.
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