Magisterarbeit, 2001
92 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Problemfeld
1.2 Begrenzungen bei der Bearbeitung des Themas
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Situation der Joint Venture in China
2.1 Was ist ein Joint Venture?
2.2 Rolle der Joint Ventures für die VR China
2.3 Die „Danwei-Struktur“
2.4 Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen
2.5 Bildungsbedarf
2.6 Zusammenfassung
3 Einflussfaktoren auf die Personalentwicklung in deutsch-chinesischen Joint Venture
3.1 Bildungsniveau der Arbeitskräfte
3.2 Das Bildungssystem der VR China
3.2.1 Bildung im Großraum Shanghai
3.2.2 „Höhere Berufliche Bildung“
3.2.3 Relevanz der beruflichen Ausbildung für deutsch-chinesische Joint Venture
3.3 Chinesische Modernisierungsansätze im Bildungs- und Berufsbildungssystem
3.3.1 Gesetze als Ausdruck einer grundlegenden Modernisierung des Bildungssystems
3.3.2 Bedeutung der beruflichen Bildung
3.4 Basisqualifikationen und Qualifikationsstandards
3.4.1 Basisqualifikation
3.4.2 Qualifikationsstandards
3.5 Zusammenfassung
4 Deutsch-Chinesische Bildungszusammenarbeit
4.1 Institutionen der Bildungszusammenarbeit
4.1.1 Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
4.1.2 Die Hanns-Seidel-Stiftung
4.2 Maßnahmen der Bildungszusammenarbeit
4.2.1 Das Regionalinstitut für Berufsbildung Shanghai
4.2.2 Modellversuche in der technischen und kaufmännischen Berufsbildung im Großraum Shanghai zur Unterstützung einer praxisorientierten Ausbildung
4.2.3 Berufsbildungszentrum Shanghai
4.2.4 Projekt „FCKW-Substitution im Kältemittelbereich“
4.3 Zusammenfassung
5 Personalentwicklungs- und Qualifikationsstrategien in Unternehmen
5.1 Personalentwicklung in chinesischen Staatsbetrieben
5.2 Personalentwicklung in deutsch-chinesischen Joint Venture
5.2.1 Untersuchungen zum Qualifikationsbedarf
5.2.2 Personalrekrutierung von Joint Venture
5.3 Qualifizierungsstrategien der Joint Venture Unternehmen
5.3.1 Weiterbildungsmöglichkeiten
5.3.2 Interviews in den Unternehmen
5.4 Zusammenfassung
5.5 Fazit
6 Gesamtzusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
8 Anlagen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Rekrutierung und Qualifizierung von Fachpersonal in deutsch-chinesischen Joint-Venture-Unternehmen in der VR China, insbesondere in der Region Shanghai. Das Ziel ist es, den Qualifikationsbedarf zu identifizieren, bestehende Defizite im lokalen Bildungssystem aufzuzeigen und Strategien zur betrieblichen Personalentwicklung sowie Qualifizierung vor dem Hintergrund der deutsch-chinesischen Bildungszusammenarbeit zu analysieren.
Modellversuch an der Yangpu-Berufsschule
An der Yangpu-Berufsschule, eine berufliche Mittelschule, wurde 1995 ein Modellversuch im Bereich der kaufmännischen Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem RIBB - Shanghai durchgeführt. Es wurden drei kaufmännische Ausbildungsgänge (Einzelhandelskaufmann/frau; Außenhandelskaufmann/frau; Finanzkaufmann/frau) entwickelt, denen eine fachrichtungsübergreifende kaufmännischen Grundbildung gemein ist. Erst im 2. Ausbildungsjahr teilen sich die Ausbildungsgänge entsprechend ihrer Fachrichtungen. Die Fachrichtungen sind den speziellen chinesischen Kontext angepasst, so dass keine einfache Übertragung deutscher Lerninhalte in die chinesische Berufsbildungsstruktur vorliegt. Praktika in den Betrieben oder in dem eigenen Schulbetrieb sowie das praktische Arbeiten im Rahmen des grundtechnischen Unterrichts im Lernbüro gehören zu diesem Konzept.
Am Ende des Modellversuchs wurde im September 2000 eine Absolventen-Verbleibsanalyse durchgeführt. Ziel dieser Verbleibsanalyse war es u.a., sich über den gegenwärtigen Beschäftigungsstand der nach dem “Dualen System-Modell“ ausgebildeten Schüler zu informieren. Zu erfahren galt es auch, inwieweit die erlernten Kenntnisse und die technischen Fertigkeiten am Arbeitsplatz in dem Betrieb angewandt werden können. Von den 92 Absolventen des Modellversuchs sind 61 nach Beendigung der Berufsschule von unterschiedlichen Hochschulen zum Studium aufgenommen worden. Hier zeigt sich auch die Durchlässigkeit des Bildungssystems. Ein Übergang von der Berufsschule zur Hochschule ist durch diese Ausbildung gegeben worden. Allerdings ist für das hier zu bearbeitende Thema entscheidender, was aus den anderen Absolventen mit dieser Ausbildung geworden ist. Von den acht Betrieben, die befragt wurden, waren vier staatliche Betriebe, drei Joint Ventures und ein eigenständiger Betrieb.
1. Einleitung: Einführung in das Problemfeld der Personalqualifizierung für Joint Ventures in China und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Situation der Joint Venture in China: Analyse der Rahmenbedingungen, der Danwei-Struktur und des arbeitsrechtlichen sowie bildungspolitischen Kontextes in China.
3 Einflussfaktoren auf die Personalentwicklung in deutsch-chinesischen Joint Venture: Untersuchung des Bildungsniveaus, des Bildungssystems und der staatlichen Modernisierungsansätze sowie Basisqualifikationen.
4 Deutsch-Chinesische Bildungszusammenarbeit: Darstellung der Rolle von Institutionen wie GTZ und HSS sowie konkreter Modellprojekte in Shanghai.
5 Personalentwicklungs- und Qualifikationsstrategien in Unternehmen: Analyse von Personalstrategien, Rekrutierungsmethoden und Fallstudien in verschiedenen Joint Ventures.
6 Gesamtzusammenfassung: Zusammenfassende Darstellung der Hauptergebnisse zur Rekrutierung und Qualifizierung von Fachkräften in chinesisch-deutschen Kooperationen.
Joint Venture, Personalentwicklung, Berufliche Bildung, VR China, Qualifizierungsstrategien, Shanghai, Duales System, Fachkräfte, Arbeitsrecht, Bildungszusammenarbeit, Rekrutierung, Personalmanagement, Qualifikationsbedarf, Berufsbildungsgesetz, Danwei-Struktur
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Strategien zur Rekrutierung und Qualifizierung von Fachpersonal in deutsch-chinesischen Joint-Venture-Unternehmen in der VR China.
Die zentralen Felder sind das chinesische Bildungssystem, die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren, die Rolle der deutsch-chinesischen Bildungszusammenarbeit und die konkrete betriebliche Personalentwicklung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Joint Ventures trotz des Mangels an qualifiziertem Fachpersonal auf dem lokalen Arbeitsmarkt geeignete Mitarbeiter finden und durch spezifische Maßnahmen qualifizieren können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen empirischen Untersuchung, die durch Experteninterviews mit General Managern und Bildungsverantwortlichen in verschiedenen Unternehmen geführt wurde.
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren auf die Personalentwicklung, das Bildungssystem in China (mit Fokus auf Shanghai), die Unterstützung durch deutsche Institutionen sowie konkrete Rekrutierungs- und Weiterbildungsstrategien der untersuchten Joint Ventures.
Zentrale Begriffe sind Joint Venture, Personalentwicklung, berufliche Bildung, Qualifikationsstrategien und die deutsch-chinesische Bildungszusammenarbeit.
Die Danwei-Struktur ist ein Erbe der chinesischen Planwirtschaft, das über die rein wirtschaftliche Funktion hinaus auch soziale und administrative Aufgaben übernahm; ihre allmähliche Auflösung beeinflusst die heutige Personalrekrutierung und -bindung erheblich.
Shanghai dient als Fallbeispiel, da die Region als Küstenstadt eine Vorreiterrolle bei der wirtschaftlichen Modernisierung und dem Bildungsreformprozess einnimmt und dort besonders viele deutsch-chinesische Joint Ventures angesiedelt sind.
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