Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1,3
I. Problemstellung
II. Definition und Determinanten des Abschlussprüferwechsels
1. Definition des Abschlussprüferwechsels
a) Interne und externe Rotation
b) Horizontaler und vertikaler Wechsel
2. Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
3. Ökonomische Motive
a) Mandanteninduzierter Abschlussprüferwechsel
b) Prüferinduzierter Abschlussprüferwechsel
III. Konsequenzen und empirische Analyse der Veröffentlichung des Abschlussprüferwechsels
1. Pflicht zur Berichterstattung
a) Deutsche Regelungen
b) US-amerikanische Regelungen
2. Konsequenzen der Veröffentlichung am Kapitalmarkt
3. Empirische Erhebung der Gründe und Konsequenzen des Abschlussprüferwechsels in amerikanischen Unternehmen
a) Gestaltung des Erhebungsschemas
b) Darstellung der möglichen Gründe der Abschlussprüferwechsel
c) Würdigung der Konsequenzen am Kapitalmarkt
IV. Thesenförmige Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Motive und Konsequenzen eines Abschlussprüferwechsels bei Kapitalgesellschaften, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der empirischen Analyse amerikanischer Unternehmen liegt. Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen Unternehmen, Management und Abschlussprüfer sowie die Auswirkungen von Prüferwechseln auf den Aktienkurs kritisch zu hinterfragen.
3. Ökonomische Motive
Ein Abschlussprüferwechsel kann entweder durch den Abschlussprüfer oder den Mandanten in die Wege geleitet werden. Bei einem mandanteninduzierten Abschlussprüferwechsel initiiert das prüfungspflichtige Unternehmen die Abberufung des amtierenden Abschlussprüfers und ein neuer Abschlussprüfer wird von der Hauptversammlung gewählt.
Ein Unternehmen ist bestrebt, seine Kosten möglichst gering und seine Reputation möglichst hoch zu halten oder sogar zu verbessern. Der Abschlussprüfer sollte dem nicht im Wege stehen und muss deswegen mit Bedacht ausgewählt werden. Im „Quasi-Renten-Ansatz“ von DeAngelo wird davon ausgegangen, dass ein Mandant einen Abschlussprüfer wählen wird, dessen Honorar möglichst gering ist. Bei einem Wechsel des Abschlussprüfers fallen Transaktionskosten durch die Einarbeitung des neuen Abschlussprüfers an. Folgeprüfungen sind dieser Annahme nach kostengünstiger. Beachtet man nur den finanziellen Aspekt, ist ein Abschlussprüferwechsel also nur dann für den Mandanten erstrebenswert, wenn die Transaktionskosten und das Prüfungshonorar des neuen Prüfers für die nächste Periode zusammen geringer sind als das Prüfungshonorar des bisherigen Prüfers.
Um die Reputation des Mandanten zu erhalten oder gar zu erhöhen, ist er bestrebt, ein positives Testat von seinem Abschlussprüfer erteilt zu bekommen. Der Abschlussprüfer kann kritisch prüfen und seiner vorgeschriebenen Unabhängigkeit gerecht werden oder dem Mandanten zur Sicherung des Mandats trotz Unregelmäßigkeiten im Jahresabschluss ein uneingeschränktes Testat erteilen. Die Suche nach einem Abschlussprüfer, der dem Mandanten trotz eines negativen Prüfungsergebnisses ein uneingeschränktes Testat erteilt, kann als Motiv für einen mandanteninduzierten Abschlussprüferwechsel gewertet werden.
I. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Rolle der Abschlussprüfer im Kontext aktueller Skandale und definiert die Prinzipal-Agenten-Beziehung zwischen Unternehmen und Prüfern.
II. Definition und Determinanten des Abschlussprüferwechsels: Hier werden die verschiedenen Arten des Wechsels (intern/extern, horizontal/vertikal) erläutert sowie die rechtlichen Vorgaben und ökonomischen Motive aus Sicht von Unternehmen und Prüfern detailliert dargestellt.
III. Konsequenzen und empirische Analyse der Veröffentlichung des Abschlussprüferwechsels: Dieses Kapitel vergleicht die Berichterstattungspflichten in Deutschland und den USA und präsentiert eine empirische Untersuchung von 100 US-amerikanischen Fällen hinsichtlich der Gründe und Kapitalmarktreaktionen.
IV. Thesenförmige Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer prägnanten Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse zu Motiven, Risiken und der begrenzten Vorhersagbarkeit von Kapitalmarktreaktionen bei Prüferwechseln.
Abschlussprüferwechsel, Wirtschaftsprüfung, Mandanteninduziert, Prüferinduziert, Kapitalmarkt, Aktienkurs, Opinion Shopping, Unabhängigkeit, Big Four, Berichterstattungspflichten, 8-K Berichte, Corporate Governance, Prinzipal-Agenten-Theorie, Prüfungsqualität, Regulierung.
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen, warum Unternehmen oder Prüfer das Prüfungsverhältnis beenden, und untersucht, wie der Kapitalmarkt auf solche Wechsel reagiert.
Zentrale Themen sind die ökonomischen Anreize für einen Wechsel, wie "Opinion Shopping", sowie die rechtlichen Pflichten zur Berichterstattung in Deutschland und den USA.
Ziel ist die kritische Würdigung des Abschlussprüferwechsels, wobei insbesondere analysiert wird, ob und wie der Kapitalmarkt durch entsprechende Pflichtmitteilungen beeinflusst wird.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine empirische Erhebung von 100 Fällen amerikanischer börsennotierter Unternehmen im Zeitraum von November 2015 bis Januar 2016.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und Determinanten des Wechsels sowie die Analyse der Veröffentlichungspflichten und deren tatsächliche Auswirkung auf Aktienkurse.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Abschlussprüferwechsel, Prüfungsqualität, Kapitalmarktreaktion, 8-K Berichte und Corporate Governance beschreiben.
Während in den USA ein 8-K Bericht zwingend und öffentlich ist, sind in Deutschland Berichte über Wechsel nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und nur bei außerordentlichen Fällen vorgesehen.
Die Untersuchung ergab keine eindeutige Tendenz; Kursveränderungen erfolgten sowohl in positive als auch in negative Richtungen, ohne dass ein signifikanter direkter Zusammenhang nachweisbar war.
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