Masterarbeit, 2011
96 Seiten, Note: 2,0
1. Begriffsbestimmung
1.1 Hausaufgaben als angeleitete Aufgaben
1.2 Hausaufgaben als Schulaufgaben
1.3 Hausaufgaben als Lerntätigkeiten
2. Die historische Entwicklung der Hausaufgaben und ihrer Diskussion
3. Die rechtlichen Grundlagen
4. Formen und Funktionen von Hausaufgaben
4.1 Die drei Formen von Hausarbeiten nach GEIßLER und PLOCK
4.2 Die fünf Funktionsgruppen von KAMM und MÜLLER
4.3 Die drei Funktionsbereiche KECKS
4.4 Die erzieherischen Funktionen der Hausaufgabenformen nach FEIKS und ROTHERMEL
4.5 Zusammenschau
5. Empirische Untersuchungen und Befunde zu den Effekten von Hausaufgaben
5.1 Effekte in Bezug auf die Schulleistungsentwicklung
5.2 Effekte in Bezug auf die Interessenentwicklung
5.3 Lerneffekte verschiedener Hausaufgabenarten
5.4 Effekte von freiwilligen Hausaufgaben
5.5 Abschließende Feststellungen
6. Hausaufgaben in der Diskussion
6.1 Was spricht gegen die Hausaufgaben?
6.2 Was spricht für die Hausaufgaben?
7. Untersuchung in der Grundschule
7.1 Methodik
7.2 Die Schule – offene Ganztagsschule
8. Die Hausaufgabenpraxis
8.1 Das Hausaufgabenkonzept der Schule
8.2 Beobachtung der Hausaufgabenbetreuung in einer 1. Klasse
8.3 Hausaufgabenpraxis und Entwicklung – Interview mit der stellvertretenden Schulleiterin
9. Konformität
9.1 Vergleich mit den internen Vorgaben
9.2 Vergleich mit dem Erlass
10. Schlussfolgerungen zu den Funktionen und der Effektivität der Hausaufgabenpraxis
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle, Effektivität und pädagogische Sinnhaftigkeit von Hausaufgaben im schulischen Alltag, wobei der Fokus auf einer praktischen Untersuchung in einer ersten Klasse einer Grundschule liegt. Dabei soll geklärt werden, inwiefern die aktuelle Praxis den rechtlichen Vorgaben und dem schulinternen Konzept entspricht und wie sie zur Lernentwicklung der Schüler beitragen kann.
Hausaufgaben als angeleitete Aufgaben
Bei SPIEL, WAGNER & FELLNER (2002) lässt sich die `engere´ Definition der Hausaufgaben finden, die schon DIETZ & KUHRT 1960 verwenden. Danach sind Hausaufgaben jegliche Aufgaben, welche die Schüler nicht während des Unterrichts anfertigen, die diesem aber entwachsen. Es kann sich um die Beschaffung von Materialien oder um das mündliche oder schriftliche Bearbeiten von Aufgaben handeln oder aber darum, dass die Schüler etwas beobachten. „Die Hausaufgaben sind dem Inhalt nach nichts anderes als eine Aufforderung an die Schüler zu einer bestimmten Arbeit mit dem Stoff; sie verkörpern sehr gut die dialektische Einheit von pädagogischer Führung und Selbsttätigkeit und sind ein Teil des didaktischen Geschehens, da sie eine typische Lehrer-Schüler-Stoff-Beziehung ausdrücken“ (DIETZ & KUHRT 1960, S. 264).
Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf den Aufgaben, die der Lehrer bewusst initiiert hat. In den 1960er Jahren gibt es ein Verständnis von Hausaufgaben, welches sie also auf das beschränkt, was im direkten Zusammenhang mit dem Unterricht steht und von der Lehrkraft vorgegeben ist.
1. Begriffsbestimmung: Definition und Abgrenzung verschiedener Hausaufgabenverständnisse wie angeleitete Aufgaben, Schulaufgaben und Lerntätigkeiten.
2. Die historische Entwicklung der Hausaufgaben und ihrer Diskussion: Überblick über die zeitliche Entwicklung der Hausaufgabenpraxis und ihre gesellschaftliche sowie pädagogische Einbettung seit dem 15. Jahrhundert.
3. Die rechtlichen Grundlagen: Analyse der niedersächsischen Erlasse zur Hausaufgabenpraxis von 1977 bis 2005 und deren rechtliche Vorgaben für den Schulalltag.
4. Formen und Funktionen von Hausaufgaben: Systematisierung der Hausaufgaben nach verschiedenen Autoren und theoretischen Modellen zur Bestimmung ihrer pädagogischen Ziele.
5. Empirische Untersuchungen und Befunde zu den Effekten von Hausaufgaben: Darstellung wissenschaftlicher Studien zu Lerneffekten, Leistungssteigerung und Auswirkungen auf die Schülerinteressen.
6. Hausaufgaben in der Diskussion: Gegenüberstellung von Argumenten, die gegen oder für die Hausaufgabenpraxis sprechen, unter Berücksichtigung psychologischer und soziologischer Aspekte.
7. Untersuchung in der Grundschule: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise der empirischen Studie, inklusive Beobachtung und Interview an einer Grundschule.
8. Die Hausaufgabenpraxis: Vorstellung des hausinternen Konzepts der untersuchten Grundschule und Auswertung der durchgeführten Beobachtungen sowie Experteninterviews.
9. Konformität: Abgleich der beobachteten Praxis mit den schulinternen Regelungen sowie den ministeriellen Erlassen.
10. Schlussfolgerungen zu den Funktionen und der Effektivität der Hausaufgabenpraxis: Fazit und Ableitung von Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung der Hausaufgabenpraxis.
Hausaufgaben, Schulleistung, Grundschule, Hausaufgabenpraxis, Pädagogik, Lernprozesse, Hausaufgabenkonzept, Erlass, Schülerinteressen, Leistungsentwicklung, Ganztagsschule, Didaktik, Selbstständigkeit, Empirische Untersuchung, Hausaufgabenbetreuung
Die Arbeit untersucht die Funktion, Effektivität und Gestaltung von Hausaufgaben in der Grundschule, basierend auf sowohl theoretischer Literaturanalyse als auch einer konkreten praktischen Untersuchung in einer ersten Klasse.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung von Hausaufgaben, deren rechtliche Grundlagen, verschiedene theoretische Funktionsmodelle sowie deren tatsächliche Auswirkungen auf Schülerleistung und -motivation.
Die Arbeit fragt danach, wie sinnvoll die gegenwärtige Hausaufgabenpraxis in der untersuchten Klasse ist und welche Änderungen vorgenommen werden müssten, um eine höhere Effektivität zu erzielen.
Es handelt sich um eine Kombination aus einer Literaturanalyse (theoretischer Teil) und einer qualitativen empirischen Studie (praktischer Teil), bestehend aus einer teilnehmenden Beobachtung der Hausaufgabenbetreuung und einem leitfadengestützten Experteninterview mit einer stellvertretenden Schulleiterin.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Geschichte, Recht, Effekte) und eine praktische Untersuchung (Vorstellung des Schulkonzepts, Beobachtungsergebnisse, Interviewanalyse), die schließlich zu einer Bewertung der Konformität der Praxis mit den Vorgaben führt.
Neben dem zentralen Begriff "Hausaufgaben" sind "Grundschule", "Hausaufgabenpraxis", "Lernentwicklung" und "pädagogisches Konzept" entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Die interviewte Lehrkraft übt deutliche Kritik und beschreibt die aktuelle Praxis teilweise als "Zeitverschwendung", da sie oft nicht differenziert genug ist und die Kinder eher belastet als fördert.
Die Arbeit analysiert, dass freiwillige Hausaufgaben bei älteren Schülern die Motivation steigern können, während bei jüngeren Schülern im Anfangsunterricht eine stärkere Strukturierung und Anleitung durch die Lehrkraft erforderlich ist.
Die Untersuchung zeigt, dass die Praxis zwar weitgehend konform mit den offiziellen Vorgaben ist, aber an der fehlenden Differenzierung und einer zu einseitigen Aufgabenstellung krankt, die den individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler nicht immer gerecht wird.
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