Examensarbeit, 2017
76 Seiten, Note: 1,0
1. Fragestellung und Methodologie
2. Come Dio comanda
2.1 Handlung
2.2 Adoleszenter Charakter
2.2.1 Der eigene Körper
2.2.2 Das andere Geschlecht
2.2.3 Schule
2.3 Jugendprobleme
2.3.1 Illegale Aktionen
2.3.2 Rinos Erziehungsmaßnahmen
2.3.3 Sein und Schein
2.4 Bindungsstörung
2.4.1 Bindung zur Mutter
2.4.2 Die Rolle von Peppina
2.4.3 Die ambivalente Bindung zum Vater
2.5 Erwachsenwerden Cristianos:
2.5.1 Schlüsselszene in der Beziehung zum Vater
2.5.2 Wandlung zum Erwachsenen durch Übernahme von Verantwortung
2.5.3 An der Schwelle zwischen Kind und Erwachsenem
2.5.4 Rinos Omnipräsenz und seine Rolle als Vorbild
2.5.5 Stellung beziehen
3. Io e te
3.1 Handlung
3.2 Adoleszenter Charakter
3.2.1 Der eigene Körper
3.2.2 Das andere Geschlecht
3.3 Jugendprobleme
3.3.1 Keine typischen Jugendprobleme
3.3.2 Narzisstische Störung
3.3.3 Keine Ablösung von der Mutter
3.3.4 Kein Anschluss an Gleichaltrige
3.3.5 Schule
3.3.6 Die Lüge
3.4 Bindungsstörung
3.4.1 Bindung zur Mutter
3.4.2 Bindung zum Vater
3.4.3 Brüche in der Eltern-Kind-Beziehung
3.4.4 Bindung zu Olivia
3.5 Erwachsenwerden Lorenzos
3.5.1 Verantwortung für Olivia
3.5.2 Metageschichte
3.5.3 Vorbild Mutter
3.5.4 Ursache der Bindungsstörung
3.5.5 Absprung ins Erwachsenenleben
4. Parallelen und Unterschiede in Io e te und Come Dio comanda
4.1 Umfeld und Lebenssituation
4.2 Schule und Bildung
4.3 Determiniertheit versus Offenheit
4.4 Bindungsstörung
4.5 Kognitiver und körperlicher Entwicklungsstand
4.6 Abhängigkeitsverhältnisse
4.7 Wandlung zum Erwachsenen
4.8 Sprachliche Vergleichspunkte
5. Fazit
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit analysiert die Figurationen männlicher Adoleszenz und Bindungsstörungen in den Romanen "Come Dio comanda" und "Io e te" von Niccolò Ammaniti, wobei insbesondere der Einfluss des sozialen Umfelds und die Beziehung zu den Eltern als entwicklungspsychologisch relevante Faktoren für den Übergang zum Erwachsensein untersucht werden.
2.2.1 Der eigene Körper
Der adoleszente Protagonist des Romans ist Cristiano Zena, ein dreizehnjähriger Junge aus Varrano, einem kleinen Ort in Norditalien. Im Verlauf der Romanhandlung wird deutlich, dass Cristiano sich mit dreizehn Jahren mitten in der Pubertät befindet. Dafür gibt es klare Anzeichen, wie etwa sein Körper und sein Verhältnis zu eben diesem. Cristiano wird folgendermaßen beschrieben: „ […] un ragazzino esile, alto per i suoi tredici anni, con i polsi e le caviglie sottili, le mani lunghe e scheletriche e il quarantaquattro di piede. […] guance con due basette poco curate.”3 Er ist größer als Gleichaltrige, was darauf hinweist, dass er sich bereits in der Pubertät befindet, in deren Verlauf Wachstumsschübe gerade bei männlichen Jugendlichen typisch sind. Kessels schreibt in ihrem Artikel zur Jugend, dass ein „bei beiden Geschlechtern eintretender Wachstumsschub […] und die vor allem bei Jungen erfolgende Zunahme der Muskelkraft“4 typisch für die Phase der Pubertät sind. Durch das schnelle Wachstum sind die Jungen oft schlank, da der Körper mehr Kalorien für das Wachstum benötigt als zugeführt werden. Unproportional lange Gliedmaßen sind auch ein Merkmal von Pubertierenden. Dies bestätigt sich durch die Ausführungen von Kaplan: „Die auffälligsten wachstumsbedingen Veränderungen betreffen die langen Röhrenknochen der Beine, Arme und des Rumpfes.“5 Die Jugendlichen fühlen sich selbst dadurch oft unproportioniert und haben das Gefühl, mit ihren Gliedmaßen nicht geschickt umgehen zu können.
1. Fragestellung und Methodologie: Einleitung in die Themen Adoleszenz und Bindungsstörungen, Vorstellung der Zielsetzung und der verwendeten psychologischen Quellen.
2. Come Dio comanda: Detaillierte Untersuchung des Romans bezüglich der adoleszenten Entwicklung von Cristiano, seiner Jugendprobleme und der verzerrten Vater-Sohn-Beziehung.
3. Io e te: Analyse des Romans von Lorenzo, seiner Isolation, der Rolle des Psychologen und der entscheidenden Begegnung mit seiner Halbschwester Olivia.
4. Parallelen und Unterschiede in Io e te und Come Dio comanda: Vergleichende Betrachtung der beiden Romane hinsichtlich Umfeld, Schule, Bindungsstörungen und des Prozesses des Erwachsenwerdens.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse zum Prozess des Erwachsenwerdens und der Bedeutung von Verantwortung als Auslöser für die Reifung der Protagonisten.
Adoleszenz, Bindungsstörung, Niccolò Ammaniti, Come Dio comanda, Io e te, Männliche Jugend, Entwicklungspsychologie, Identitätsbildung, Familiäre Beziehungen, Vater-Sohn-Beziehung, Erwachsenwerden, Pubertät, Sozialisation, Narzissmus, Verantwortung.
Die Arbeit untersucht, wie männliche Jugendliche in den Romanen von Niccolò Ammaniti den Übergang zum Erwachsenenleben meistern und welche Rolle Bindungsstörungen zu ihren Eltern dabei spielen.
Die zentralen Themen sind Adoleszenz, die psychologische Entwicklung männlicher Jugendlicher, die Auswirkungen familiärer Strukturen sowie das Phänomen der Bindungsstörung.
Die Arbeit arbeitet die Figurationen männlicher Adoleszenz und spezifische Bindungsstörungen in den Romanen "Come Dio comanda" und "Io e te" heraus.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung entwicklungspsychologischer Quellen durchgeführt, um das Verhalten der Romanfiguren zu interpretieren.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Charaktere Cristiano und Lorenzo, ihrer jeweiligen Lebensumstände, Probleme, Bindungsmuster und ihrer Wandlungsprozesse zum Erwachsensein.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adoleszenz, Bindungsstörung, Identitätsbildung, Familiendynamik und entwicklungspsychologische Einflüsse charakterisiert.
Rino vermittelt Cristiano ein verzerrtes Bild von Männlichkeit und Stärke, was dazu führt, dass Cristiano unter Leistungsdruck steht und versucht, seinem Vater durch gewalttätiges Verhalten zu gefallen, anstatt eigene Bedürfnisse zu entwickeln.
Die Begegnung mit Olivia bricht Lorenzos Isolation und seine erzwungene Fassade. Durch die Übernahme von Verantwortung für seine Schwester lernt er, echte Emotionen zuzulassen und sein wahres Selbst zu entdecken.
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