Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Postkoloniale Theorie nach Homi K. Bhabha
1.1 Biographie
1.2 Ursprünge der Denkansätze Bhabhas
1.3 Der Dritte Raum
1.4 Hybridität
1.5 Stereotype
2 Bourdieus Erklärung von Handlungen
2.1 Biographie
2.2 Habituskonzept nach Bourdieu
2.3 Das Kapitalkonzept
2.4 Der Soziale Raum
2.5 Kreativität
3 Vergleich der Theorien
3.1 Macht
3.2 Sprache
3.3 Kultur
3.4 Ästhetik und Kunst
4 Die Schule als Platz der Verhandlung?
4.1 Macht und Autorität im Klassenzimmer
4.2 Soziale Nähe als Chance
Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Raumtheorien von Homi K. Bhabha und Pierre Bourdieu, um zu klären, ob die Konstruktion von Räumen als eine Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung oder als Einschränkung menschlichen Handelns zu verstehen ist. Dabei wird insbesondere der Einfluss von Macht, Sprache und kulturellen Strukturen kritisch analysiert und im Kontext der Institution Schule auf seine praktische Relevanz hin überprüft.
1.3 Der Dritte Raum
Dass Menschen verschiedener Kulturen tagtäglich aufeinandertreffen, ist ein Phänomen der Neuzeit. Vorangetrieben durch technische Erfindungen, ökonomische Denkweisen oder durch reine Neugier, der Mensch strebt nach Kontakt zu anderen. Doch auch aktuelle Migrationsbewegungen, ausgelöst durch Angst, Krieg und Suche nach Sicherheit zeigen, dass ein Aufeinandertreffen von Kultur unvermeidlich ist.
Homi K. Bhabha veröffentlichte 1994 ein Buch, das unter anderem diesen Schwellenraum des Aufeinandertreffens von Kulturen thematisiert. In „The Location of Culture“ beschreibt er einen nicht territorial gebundenen Raum, bzw. eine Zone, die als Erfahrungsbereich fungiert, um Identitäten und Differenzen auszuhandeln. Diese Zone ist geprägt durch Hierarchisierung und Macht, die in diesem Raum jedoch neutralisiert werden können. Bhabha hat viele seiner Überlegungen als Denkfiguren konstruiert, die zum Teil einen sehr metaphorischen Charakter haben und mehrdeutig sind. So nennt er den Raum, den er in „The Location of Culture“ ausführlich thematisiert und als einen kulturtheoretischen Schlüsselbegriff beschreibt, „Third Space“ bzw. „Third Space Theory“ (Babka/Malle 2012: 13).
1. Die Postkoloniale Theorie nach Homi K. Bhabha: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen Bhabhas, insbesondere seine Konzepte des „Dritten Raumes“, der Hybridität und des Umgangs mit Stereotypen zur Dekonstruktion kolonialer Machtverhältnisse.
2 Bourdieus Erklärung von Handlungen: Hier werden die soziologischen Konzepte von Pierre Bourdieu, namentlich der Habitus, das Kapitalkonzept, der soziale Raum und die Kreativität des Handelns als Erklärungsmodell menschlichen Verhaltens vorgestellt.
3 Vergleich der Theorien: In diesem Kapitel werden die Ansätze von Bhabha und Bourdieu hinsichtlich der Aspekte Macht, Sprache, Kultur sowie Ästhetik und Kunst einander gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Differenzen herauszuarbeiten.
4 Die Schule als Platz der Verhandlung?: Das abschließende inhaltliche Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den schulischen Alltag und untersucht Machtverhältnisse sowie Chancen sozialer Nähe im Klassenzimmer.
Homi K. Bhabha, Pierre Bourdieu, Dritter Raum, Hybridität, Habitus, Soziales Feld, Kapital, Macht, Autorität, Identitätskonstruktion, Postcolonial Studies, Bildungssystem, Verhandlung, Sprache, Schule
Die Arbeit befasst sich mit einer theoretischen Untersuchung und einem Vergleich der Raumtheorien von Homi K. Bhabha und Pierre Bourdieu, um deren Relevanz für das menschliche Handeln in gesellschaftlichen Räumen zu beleuchten.
Zentral sind die postkoloniale Theorie (Bhabha), die soziologische Feldtheorie (Bourdieu), Machtmechanismen, der Begriff des sozialen Raumes und deren Anwendung in Bildungsinstitutionen.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die durch die beiden Autoren konstruierten Räume eher Möglichkeiten zur Freiheit eröffnen oder als restriktive Einschränkungen des menschlichen Handelns wahrgenommen werden müssen.
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem theoretische Konzepte beider Autoren detailliert erörtert, miteinander verglichen und anschließend auf einen konkreten Kontext (die Schule) angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien beider Denker, einen direkten Vergleich zu spezifischen Themen wie Macht und Sprache sowie eine Analyse der Schule als Ort der Verhandlung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dritter Raum, Habitus, Hybridität, Machtfeld, soziales Kapital und Identitätskonstruktion.
Während Bhabha Macht primär als etwas betrachtet, das durch demonstrative Verhandlung entsteht und autorisierend wirkt, sieht Bourdieu Macht effektiver, wenn sie durch die herrschende Klasse gesellschaftlich verschleiert bleibt.
Obwohl die Schule als staatliche Institution durch starre Hierarchien geprägt ist, bieten das Konzept der Hybridität und die Entstehung sozialer Nähe zwischen Lehrern und Schülern Spielräume, um Machtstrukturen zu hinterfragen oder abzumildern.
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