Bachelorarbeit, 2013
38 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Reale und fiktive Welten
2. Daniel Defoe - Eine reale Person in einer fiktionalen Erzählung
2.1 „Den kenne ich doch!?“ –Historische Person und Figur im Vergleich
2.1.1 Defoes letzte Lebensjahre
2.1.2 Die Familienverhältnisse
2.1.3 Die finanzielle Notlage
2.1.4 Politische Beziehungen
2.1.5 Der Schriftsteller
2.2 Forsters Verwendung historischer Realität für seine Fiktion
3. Der König: Fiktion ist realistisch, märchenhaft, symbolisch
3.1 Eine politische Figur
3.2 Ein Märchenkönig
3.3 Der „Freund des Königs“ ist ein Freund der Literatur
4. Formen der Fiktion in der fingierten Wirklichkeit von Forsters Erzählung
4.1 Defoes Traum
4.2 Das Spiel der Jungen
4.3 „Mister Pums alberne Lügen“
4.4 Von Prinzen und Königen
4.5 Die Erwachsenen verweigern den Konsum von Dichtung
4.6 „sie öffnete die Augen“ – Der Traum von Maud?
5. Wer oder was ist Robinson?
5.1 Das Abbild des realen Alex Selkirk?
5.2 Ein neues Bild von „Robinson Crusoe“?
5.3 Robinson, das Vorbild oder Gegenbild?
5.4 Das materielle Medium der Literatur „Robinson Crusoe“
5.5 Robinson, ein Abbild des Schriftstellers?
6. Fazit: Robinson kann nicht sterben, denn Fiktion „taugt“
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wechselspiel von Fiktion und Wirklichkeit in Friedrich Forsters Erzählung „Robinson soll nicht sterben“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Forster historische Gegebenheiten mit fiktionalen Elementen verknüpft, um die grundsätzliche Bedeutung literarischen Schaffens zu betonen und für den Erhalt von Literatur zu werben.
1. Einleitung: Reale und fiktive Welten
Ein Autor erschafft im Schreiben, in der sprachlichen Ausformulierung eine fiktionale Welt, die je nach Thema, Genre oder Intention realitätsnah oder realitätsfern ist. Dabei besteht zwar ein permanenter Bezug zur Wirklichkeit des Autors und des Lesers, weil der geschaffene Text von einem 'wirklichen' Menschen (Autor) an einen anderen 'wirklichen' Menschen (Leser) gerichtet ist. Doch während des Lesens taucht der Rezipient in diese fiktionale Welt ein und gemäß dem Fiktionsvertrages akzeptiert er deren fiktive Wirklichkeit innerhalb der fiktionalen Grenzen.
Und indem der Leser die Fiktion – wenn auch nur distanziert – miterlebt, wird seine eigene Wirklichkeit mit neuen „Daten“ ergänzt oder gar beeinflusst und auch die Wirklichkeit der fiktiven Figuren erhält Gültigkeit.
In Friedrich Forsters Erzählung „Robinson soll nicht sterben“ (1949) wird dieses Verhältnis potenziert, indem ein intertextueller Bezug zu einem wirklichen Werk hergestellt wird und sich unter dem figuralen Personal des Textes eine Person unserer Realität befindet: der Autor des „Robinson Crusoe“ - Daniel Defoe. Außerdem begegnet man im Text immer wieder den Begrifflichkeiten „Wahrheit“ und „Lüge“, sodass im Folgenden eine Betrachtung der außerfiktionalen und der innerfiktionalen Ebene vorgenommen wird, um den Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Wirklichkeit bei Forsters Erzählung auf den Grund zu gehen. Weil allein schon der Titel „Robinson soll nicht sterben“ die Unsterblichkeit bzw. Unvergänglichkeit literarischer Fiktion fordert, soll anschließend überprüft werden, inwieweit das wechselseitige Spiel von Fiktion und Wirklichkeit dazu beiträgt, fiktionalen Sachverhalten zu einer dauerhaft gültigen Existenz zu verhelfen.
1. Einleitung: Reale und fiktive Welten: Einführung in das Thema der Fiktionalität und Erläuterung des Untersuchungsgegenstandes.
2. Daniel Defoe - Eine reale Person in einer fiktionalen Erzählung: Untersuchung, wie Forster die historische Figur Defoe in den fiktionalen Kontext einbettet und von der Realität abweicht.
3. Der König: Fiktion ist realistisch, märchenhaft, symbolisch: Analyse der Königsfigur als Bindeglied zwischen realistischen Alltagsszenen, märchenhaften Elementen und Symbolik.
4. Formen der Fiktion in der fingierten Wirklichkeit von Forsters Erzählung: Untersuchung verschiedener Arten des fingierten Erzählens, darunter Tagträume, Spiele der Kinder und bewusste Lügen.
5. Wer oder was ist Robinson?: Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Figur Robinson als Identifikationsfigur für verschiedene Charaktere und als Träger des literarischen Kanons.
6. Fazit: Robinson kann nicht sterben, denn Fiktion „taugt“: Zusammenfassende Bewertung der Unvergänglichkeit von Literatur durch ihre stetige Wirkung in der Wirklichkeit.
Fiktion, Wirklichkeit, Friedrich Forster, Daniel Defoe, Robinson Crusoe, Literatur, Märchen, Intertextualität, Rezeption, Literaturkanon, Fiktionsvertrag, Lebenshilfe, Schriftstellertum, Kinderliteratur, Wahrheitsgehalt
Die Arbeit analysiert Friedrich Forsters Erzählung „Robinson soll nicht sterben“ und untersucht, wie der Autor durch die Vermischung von Fakten und Fiktion die Bedeutung literarischer Werke thematisiert.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Fiktion und Wirklichkeit, die Funktion von Literatur als Vorbild sowie die unterschiedliche Wahrnehmung von Fiktion durch Kinder und Erwachsene.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Forster das wechselseitige Spiel zwischen der realen Welt und der fiktionalen Welt des Romans „Robinson Crusoe“ nutzt, um die Unvergänglichkeit von Literatur zu demonstrieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die unter anderem erzähltheoretische Ansätze und einen Vergleich zwischen historischen Biographien und der fiktionalen Darstellung nutzt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Darstellung von Daniel Defoe als Figur, der Funktion der Märchenelemente, den unterschiedlichen Formen der Fiktion sowie der Rolle der Figur Robinson für die verschiedenen Protagonisten.
Zu den prägenden Begriffen zählen Fiktion, Wirklichkeit, Intertextualität, Literaturrezeption und das Potenzial dichterischer Fiktion für die Lebensführung.
Forster nutzt Defoe als Symbol für den notleidenden Schriftsteller, um exemplarisch auf die grundsätzliche Bedeutung literarischen Schaffens hinzuweisen und den Schutz der Literatur einzufordern.
Die Kinder fungieren als „Literaturfreunde“, die die Fiktion aktiv in ihren Alltag integrieren, während die Erwachsenen dieser distanziert oder gar ablehnend gegenüberstehen.
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