Bachelorarbeit, 2020
100 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Krankheitsbilder
2.1 Schizophrenie
2.2 Affektive Störungen
2.2.1 Depression
2.2.2 Manie
2.2.3 Bipolare Störung
2.2.4 Zwangsstörung
3. Lebenssituation der Eltern
4. Lebenssituation der Kinder
4.1 Das Erleben der Erkrankung
4.2 Folgen für die kindliche Entwicklung
5. Bewältigungsstrategien
5.1 Resilienz
5.2 Resilienzforschung
5.3 Resilienzförderung
5.4 Coping
5.5 Vulnerabilität
6. Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
6.1 Therapeutische Maßnahmen für Eltern mit Kind
6.2 Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe
6.2.1 Hilfen zur Erziehung
6.2.2 Erziehungs- und Familienberatung
6.2.3 Sozialpädagogische Familienhilfe
6.3 Selbsthilfe- und Angehörigengruppen
7. Methode Leitfadengestütztes Interview
7.1 Problemzentriertes Interview nach Witzel
7.2 Beschreibung der Interviewpartner
7.3 Auswertung und Ergebnisse
7.4 Diskussion
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern psychisch kranker Eltern sowie die daraus resultierenden Belastungen und Entwicklungschancen. Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit aufzuzeigen, um die Resilienz der Kinder zu fördern und Entlastungsmöglichkeiten im familiären Umfeld zu identifizieren.
1. Einleitung
„Meine Psychotherapeutin fragte mich einmal, wann die Kindheit zu Ende sei. Erstaunlicherweise konnte ich ihr die Frage nicht beantworten. Dazu fiel mir nur ein, dass meine Kindheit spätestens 1986 - als ich 11 Jahre war - beendet war. 1986 wurde meine Mutter zum ersten Mal krank.“ (Lisofsky & Mattejat, 2005, S.13).
Wie in diesem Beispiel, geht es vielen der ca. 1,5- 3 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die in einem Elternhaus mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen (Deneke, 2009, S.396).
Kinder psychisch kranker Eltern gehören zu einer Risikogruppe und sind besonderen Belastungssituationen ausgesetzt. Loyalitätskonflikte, die Suche nach Nähe und Hilfe auf der einen und die Tabuisierung auf der anderen Seite, sind die entscheidenden Probleme, mit denen sich die betroffenen Kinder auseinandersetzen müssen.
Vergessene Angehörige – so werden Kinder psychisch kranker Eltern häufig genannt. In therapeutischen Beratungsprozessen werden erwachsene Angehörige aufgeklärt, die Betroffenen selbst erfahren Aufklärung, doch die Kinder, die oftmals am meisten in Krisensituationen involviert sind, werden in solchen Situationen alleine gelassen und die Auswirkungen auf die Entwicklung unterschätzt (Lisofski & Mattejat, 2005, S.77f).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Kindern psychisch kranker Eltern ein, benennt die Risikogruppen-Thematik und umreißt den Aufbau der Bachelorarbeit.
2. Krankheitsbilder: Das Kapitel bietet einen Überblick über Schizophrenie, affektive Störungen (Depression, Manie, Bipolare Störung) und Zwangsstörungen, um die Lebensumstände in betroffenen Familien verständlich zu machen.
3. Lebenssituation der Eltern: Hier wird analysiert, wie sich psychische Erkrankungen auf das Erziehungsverhalten, die Feinfühligkeit und die Eltern-Kind-Bindung auswirken.
4. Lebenssituation der Kinder: Dieses Kapitel thematisiert das Erleben der Erkrankung durch die Kinder, einschließlich der Desorientierung, Parentifizierung und der Folgen für die kindliche Entwicklung.
5. Bewältigungsstrategien: Es werden Konzepte wie Resilienz, Coping und Vulnerabilität erläutert, um zu zeigen, wie Kinder trotz belastender Umstände eine gesunde Entwicklung nehmen können.
6. Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit: Das Kapitel präsentiert therapeutische Maßnahmen, Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Selbsthilfe- und Angehörigengruppen als Unterstützungsansätze.
7. Methode Leitfadengestütztes Interview: Dieses Kapitel erläutert das problemzentrierte Interview nach Witzel, beschreibt das methodische Vorgehen bei der empirischen Untersuchung und stellt die befragten Personen vor.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderungen nach niederschwelligen Angeboten und mehr Gehör für die Bedürfnisse der betroffenen Kinder.
Kinder psychisch kranker Eltern, Soziale Arbeit, Resilienz, Bindung, Parentifizierung, Krisenintervention, Coping, Vulnerabilität, Prävention, Kinder- und Jugendhilfe, Familienberatung, psychische Erkrankung, psychische Gesundheit, Kindeswohl, Tabuisierung.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Kindern, die mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, und analysiert, wie die Soziale Arbeit diese Kinder unterstützen kann.
Zu den zentralen Themen gehören die Krankheitsbilder der Eltern, die kindliche Entwicklung unter diesen Belastungen, Konzepte zur Resilienzstärkung sowie bestehende Hilfsangebote der Sozialpädagogik.
Das Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit zu identifizieren, um die psychische Widerstandsfähigkeit der betroffenen Kinder zu stärken und eine angemessene Unterstützung für das gesamte Familiensystem zu etablieren.
Es wurde eine qualitative Forschungsarbeit durchgeführt, die auf der Methode des problemzentrierten Interviews nach Witzel basiert, um sowohl betroffene Kinder (heute Erwachsene) als auch Experten zu befragen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Krankheitsbilder, der kindlichen Lebenssituation, der Resilienzforschung sowie einer detaillierten Analyse von Interventionsmöglichkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe.
Kernbegriffe sind Kinder psychisch kranker Eltern, Resilienz, Parentifizierung, soziale Unterstützung, Coping und Hilfen zur Erziehung.
Die Parentifizierung ist ein zentrales Phänomen, bei dem Kinder die Rollen ihrer Eltern übernehmen, was ihre eigene altersgerechte Entwicklung erheblich beeinträchtigt und zu einem Verlust an kindlicher Unbeschwertheit führt.
Das Schweigegebot verhindert, dass Kinder das Verhalten der Eltern verstehen können, was zu Schuldgefühlen, Ängsten und Isolation führt, da die Kinder ihre Nöte nicht im sozialen Umfeld adressieren können.
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