Diplomarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Seelsorgekonzeption in „Seelsorge als Gespräch“
2.1 Die historische Verortung der Seelsorge bis Scharfenberg
2.2 „Seelsorge als Gespräch“ – Ziele und Methodologie
2.2.5 Kapitel 1 – Seelsorge und Sprache
2.2.6 Kapitel 2 – Grundformen des Gesprächs
2.2.7 Kapitel 3 – Die interpersonale Dynamik im Gespräch
2.2.8 Kapitel 4 – Mittel und Methoden der Gesprächsführung
2.2.5 Kapitel 5 – Kritische Punkte der Gesprächsführung
2.2.6 Kapitel 6 – Die Gesprächsreihe
2.3 Zusammenfassung
2.4 Weiterführende Überlegungen zum Verhältnis von Religion und Psychoanalyse bei Scharfenberg
3 Das Erbe Scharfenbergs – Jüngere Seelsorgekonzepte und ihr Religionsbegriff
3.1 Anne M. Steinmeier – Wiedergeboren zur Freiheit
3.1.1 Die Fragestellung
3.1.2 Die Auseinandersetzung mit Scharfenberg
3.1.3 Das Religionsverständnis Steinmeiers und das Verhältnis zur Psychoanalyse
3.2 Freimut Schirrmacher – Seelsorge als Beziehungsgeschehen
3.2.1 Die Fragestellung
3.2.2 Die Auseinandersetzung mit Scharfenberg
3.2.3 Das Religionsverständnis Schirrmachers im Rahmen seiner Konzeption
4 Interdisziplinäre Perspektiven – Das Religions- bzw. Spiritualitätsverständnis in der Spiritual Care
4.1 Begriffliche Eingrenzung und jüngere historische Entwicklung
4.2 Das zugrundeliegende Religions- bzw. Spiritualitätsverständnis
5 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Joachim Scharfenbergs Klassiker „Seelsorge als Gespräch“ und dessen tiefenpsychologisch orientierte Seelsorgekonzeption im Kontext eines Paradigmenwechsels innerhalb der Praktischen Theologie. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, was Scharfenberg durch die Öffnung seiner Theologie für einen weiten Religionsbegriff sowie die psychoanalytische Methodologie gewinnt, wie dieses Erbe in neueren Konzeptionen von Anne M. Steinmeier und Freimut Schirrmacher fortgeführt wird und inwieweit sich dies mit dem modernen Konzept der Spiritual Care verbinden lässt.
2.2.6 Kapitel 2 – Grundformen des Gesprächs
Nachdem das praktische Potential tiefenpsychologischer Methodik in der Konkretion des Gesprächs thematisiert worden ist, lenkt Scharfenberg nun den Blick auf insgesamt fünf unterschiedliche Grundformen des Gesprächs. Diese sind das freie Gespräch, das Lehrgespräch, das Explorationsgespräch, die helfende Beziehung und das Seelsorgegespräch.
Das freie Gespräch wird als „Idealtypus des Gesprächs“ gefasst, das durch strukturelle Symmetrie und als Ereignis charakterisiert wird. Darüber hinaus werden ein Ergebnis und das Gefühl der Befriedigung als Kennzeichen genannt. An dieser Stelle wird auch bereits deutlich, dass die Frage nach der Autorität in den Rollen der Gesprächspartner für den jeweiligen Gesprächstypus das entscheidende hermeneutische Prinzip darstellt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Lehrgespräch und Explorationsgespräch durch die größere Autorität beim Sprechenden bzw. Hörenden voneinander unterschieden sind. Grenzen bestehen im Überschreiten der Freiheit des anderen, konkret, wenn das Lehrgespräch suggestiv wird bzw. im Explorationsgespräch eine Diagnose angestrebt wird. Mit dem Hinweis auf das suggestive Lehrgespräch wird auch nochmals die Kritik an der sog. Verkündigenden Seelsorge erneuert.
Jedoch plädiert Scharfenberg trotz des Ereignischarakters des freien Gesprächs gegen Gerhard Ebeling dafür, dass durch Anwendung tiefenpsychologischer Erkenntnisse die Chance für das Gelingen eines freien Gespräches erhöht werden könnten.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in den Paradigmenwechsel der Poimenik ein, skizziert die Bedeutung von Joachim Scharfenbergs „Seelsorge als Gespräch“ und setzt den Rahmen für die Analyse nachfolgender Seelsorgekonzepte sowie des Spiritual Care-Ansatzes.
2 Die Seelsorgekonzeption in „Seelsorge als Gespräch“: In diesem Kapitel werden die Ziele und die methodische Fundierung von Scharfenbergs Ansatz dargestellt, der Psychoanalyse als hermeneutisches Prinzip für die Seelsorge fruchtbar macht.
3 Das Erbe Scharfenbergs – Jüngere Seelsorgekonzepte und ihr Religionsbegriff: Die Konzepte von Anne M. Steinmeier und Freimut Schirrmacher werden auf ihre Auseinandersetzung mit Scharfenberg sowie ihre spezifische Verhältnisbestimmung von Theologie und Psychologie hin untersucht.
4 Interdisziplinäre Perspektiven – Das Religions- bzw. Spiritualitätsverständnis in der Spiritual Care: Dieser Teil analysiert das Konzept der Spiritual Care im Gesundheitswesen und diskutiert die Problematik einer rein funktionalen oder zu weiten Definition von Spiritualität.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bewertet Scharfenbergs Beitrag zur Operationalisierbarkeit seelsorgerlichen Handelns, mahnt jedoch gleichzeitig vor einer unkritischen Funktionalisierung der christlichen Religion durch psychologische Deutungsmuster.
Seelsorge, Pastoralpsychologie, Joachim Scharfenberg, Psychoanalyse, Verkündigende Seelsorge, Hermeneutik, Religion, Spiritual Care, Anthropologie, Übertragung, Gegenübertragung, Seelsorge als Gespräch, Theologie, Psychotherapie, Glaubensbeziehung.
Die Arbeit analysiert Joachim Scharfenbergs einflussreiches Werk „Seelsorge als Gespräch“ und untersucht, wie sein tiefenpsychologisch geprägter Ansatz die moderne Seelsorge theoretisch und praktisch verändert hat.
Die zentralen Themen umfassen den Dialog zwischen Theologie und Psychoanalyse, das Verständnis von Seelsorge als Beziehungsgeschehen sowie die Rolle von Religion und Spiritualität in modernen Beratungskontexten wie der Spiritual Care.
Ziel ist es zu klären, was Scharfenberg durch die Öffnung für tiefenpsychologische Methoden gewinnt und welche theologischen Konsequenzen diese „Verwissenschaftlichung“ der Seelsorge für den Wahrheitsanspruch christlicher Religion hat.
Die Arbeit nutzt hauptsächlich die Methode des historisch-systematischen Vergleichs, um die Konzepte von Scharfenberg, Steinmeier und Schirrmacher kritisch gegenüberzustellen und in den Kontext aktueller Debatten zu setzen.
Der Hauptteil behandelt die methodischen Bausteine der Seelsorgekonzeption Scharfenbergs, vergleicht diese mit den neueren Ansätzen von Steinmeier und Schirrmacher und diskutiert abschließend die Anwendbarkeit dieser Theorien innerhalb der klinischen Spiritual Care.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie „Pastoralpsychologie“, „anthropologische Hermeneutik“, „Übertragung“, „Gegenübertragung“ und „Religionskritik“ geprägt.
Der Autor zeigt auf, dass Scharfenberg die Freudsche Religionskritik als „Illusion“ produktiv aufgreift, indem er religiöse Symbole als Mittel der utopischen Progression und Lebensgestaltung deutet, anstatt sie bloß als infantile Regression abzutun.
Die Arbeit warnt davor, Religion und Spiritualität im klinischen Umfeld auf eine rein funktionale, therapeutische Ressource zu reduzieren, da dies die spezifisch christliche Dimension und die Unverfügbarkeit des Glaubens untergraben könnte.
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