Bachelorarbeit, 2021
81 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 SUBSTANZBEZOGENE ABHÄNGIGKEIT
2.1 DEFINITION UND DIAGNOSE
2.2 ÄTIOLOGIE
3 POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG
3.1 DEFINITION
3.2 TRAUMA
3.3 DIAGNOSE
4 KOMORBIDITÄT ABHÄNGIGKEIT UND PTBS
4.1 DEFINITION
4.2 DIAGNOSE
4.3 EPIDEMIOLOGIE
4.4 ZUSAMMENHÄNGE
4.5 NEUROBIOLOGISCHER KONTEXT
4.6 WIRKUNG VON SUCHTMITTELN AUF DIE PTBS
5 BEHANDLUNGSANSÄTZE
5.1 BEHANDLUNGSMODELLE
5.2 TRAUMAPÄDAGOGIK
5.3 KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE
5.4 EMDR-METHODE
5.5 CONCURRENT TREATMENT OF PTSD AND SUBSTANCE USE DISORDERS USING PROLONGED EXPOSURE
5.6 PROGRAMM „SEEKING SAFTEY“
5.7 PHARMAKOTHERAPIE
5.8 ZWISCHENBILANZ
6 HERAUSFORDERUNGEN UND ANFORDERUNGEN AN DIE SOZIALE ARBEIT
6.1 BIOPSYCHOSOZIALE PERSPEKTIVE
6.2 WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN
6.3 SYSTEMEBENE
6.4 PSYCHOEDUKATION UND EINBINDUNG DER FAMILIE
6.5 KOMPETENZEN DES/DER SOZIALARBEITER*IN
6.6 PRÄVENTION
6.7 ANKNÜPFUNGSPUNKTE UND PSYCHOSOZIALE INTERVENTIONSFORMEN
6.8 GENDERPERSPEKTIVE
6.9 BEDEUTUNG FÜR DIE PRAXIS
7 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Abhängigkeitserkrankungen, um daraus Implikationen für die Soziale Arbeit abzuleiten und effektive Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Klienten zu identifizieren.
4.5 Neurobiologischer Kontext
Die Zusammenhänge von PTBS und Abhängigkeit wurde auch im neurobiologischen Kontext untersucht. Es hat sich evolutionär herausgestellt, dass unbewusst eine Reihe von Stressreaktionen nach dem Erleben eines Traumas ablaufen. Bei traumatisierten Süchtigen ist diese Reaktion allerdings an zwei Stellen im limbischen System gestört:
1. Aversive Reize signalisieren trotz überstandener Gefahr weiterhin ständig Gefahr und lösen damit ein Gefühl von Bedrohung und Todesangst aus. Die traumatisierende Situation wird durch äußere Reize (Trigger) wieder hervorgerufen und tritt in Form von Symptomen, wie Intrusionen oder Flashbacks, erneut auf.
2. Die Suchtentwicklung nimmt im intrazerebralen Belohnungssystem ihren Anfang. Durch dieses werden alle Tätigkeiten, die dem eignen Wohlbefinden und dem Zusammenhalt im sozialen Kontext dienen, gefördert. Stimuli des Systems sind Nahrung, Flüssigkeit, Sexualität, Lachen, soziale Nähe, Musik hören etc. Drogen setzen genau an diesem Punkt an und sind problematisch, da sie das Belohnungssystem erheblich stärker aktivieren als die natürlichen Stimuli.
1 EINLEITUNG: Motivation für die Arbeit durch ein Praktikum, Problemstellung der Komorbidität und Forschungsfragen zur Rolle der Sozialen Arbeit.
2 SUBSTANZBEZOGENE ABHÄNGIGKEIT: Definition, Diagnose nach ICD-10/DSM-V und Ätiologie unter Berücksichtigung des biopsychosozialen Modells.
3 POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG: Grundlagen der PTBS, Definition, Symptomatik, Trauma-Verständnis und diagnostische Einordnung.
4 KOMORBIDITÄT ABHÄNGIGKEIT UND PTBS: Definition von Doppeldiagnosen, epidemiologische Daten, Hypothesen zur Entstehung und neurobiologische Hintergründe.
5 BEHANDLUNGSANSÄTZE: Überblick über integrierte und sequenzielle Behandlungsmodelle, spezifische Therapieverfahren wie EMDR, COPE und Seeking Safety sowie Pharmakotherapie.
6 HERAUSFORDERUNGEN UND ANFORDERUNGEN AN DIE SOZIALE ARBEIT: Diskussion der Anforderungen an Fachkräfte, Systemebene, Prävention, Psychoedukation, Genderaspekte und Bedeutung für die Praxis.
7 FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit integrierter Versorgungsstrukturen.
PTBS, Abhängigkeitserkrankung, Komorbidität, Doppeldiagnose, Soziale Arbeit, Sucht, Trauma, Selbstmedikationshypothese, Neurobiologie, Suchtgedächtnis, Integrative Behandlung, Traumapädagogik, Rückfallprävention, Versorgungsmodelle, Gendersensibilität.
Die Arbeit analysiert das gleichzeitige Auftreten von Abhängigkeitserkrankungen und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) sowie deren Auswirkungen auf die betroffenen Menschen und das Versorgungssystem.
Die Schwerpunkte liegen auf der Diagnostik, den Ursachen (Ätiologie), verschiedenen therapeutischen Modellen sowie den konkreten Anforderungen an die professionelle Soziale Arbeit.
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge dieser Doppeldiagnose zu ergründen und aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter Betroffene effektiver unterstützen und in das Hilfesystem integrieren können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende Forschungsergebnisse, klinische Studien und fachwissenschaftliche Theorien zusammenführt und auf den Kontext der Sozialen Arbeit bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beiden Störungsbilder, die detaillierte Analyse der Komorbidität, eine Vorstellung gängiger Behandlungsansätze und die Diskussion spezifischer Herausforderungen für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Die zentralen Schlagworte sind PTBS, Abhängigkeit, Komorbidität, Doppeldiagnose und Soziale Arbeit.
Das Modell verdeutlicht anschaulich, wie sich Suchtmittelkonsum und PTBS-Symptome gegenseitig verstärken, was zum einen die Aufrechterhaltung der Sucht erklärt und zum anderen die Notwendigkeit integrierter Behandlungsansätze unterstreicht.
Sie dient als einer der wichtigsten Erklärungsansätze, warum Betroffene Suchtmittel konsumieren: Sie nutzen Substanzen unbewusst, um die als belastend empfundenen Symptome der PTBS, wie Flashbacks oder Erregungszustände, zu dämpfen.
Da Frauen und Männer unterschiedliche traumatische Erfahrungen machen und verschiedene Bewältigungsstrategien (Coping) nutzen, ist ein geschlechtsspezifisches Vorgehen in Diagnostik und Behandlung für den Therapieerfolg essenziell.
Die Autorin fordert eine verstärkte Sensibilisierung und Weiterbildung von Sozialarbeitern hinsichtlich komorbider Störungsbilder, um diese nicht zu übersehen und eine ganzheitliche Hilfe zu gewährleisten.
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