Diplomarbeit, 1998
146 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
Danksagung
1. WAS SIND DROGEN?
1.1. Drogenbetrachtungen: Verherrlichung und Verdammung
1.2. Drogen, Drogennutzen und Rauschzustände
1.3. Das Belohnungssystem
1.4. Zusammenfassung
2. DER BEGRIFF DER SUCHT
2.1. Nebel um den Suchtbegriff
2.2. Klassische Ansätze zur Erklärung von Sucht
2.3. Gängige Suchtformen im Vergleich
2.4. Was also ist Sucht?
2.5. Zusammenfassung
3. GESELLSCHAFT UND SUCHT
3.1. Gesellschaftliche Suchtförderung
3.2. Gesellschaftliche Funktion der Sucht
3.3. Zusammenfassung
4. BAUSTEINE FÜR EINE NEUE DROGENPOLITIK
4.1. Drogenrecht und Drogenunrecht
4.2. Fernziele und Nahziele
4.3. Suchthilfe: Abstinenz oder Akzeptanz
4.3.1 Drogenarbeit im klassich-konservativen Stil
4.3.2 Progressive Formen der Drogenarbeit
4.4. Prävention: Dogma oder Ehrlichkeit?
4.5. Zusammenfassung und Ausblick
Schlußbemerkungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Suchtforschung und der aktuellen Realpolitik zu überbrücken, um für eine pragmatischere Drogenpolitik zu plädieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Sucht als Phänomen, eingebettet in soziokulturelle Kontexte, verstanden werden kann, ohne die Betroffenen durch Kriminalisierung weiter zu marginalisieren.
1.1. Drogenbetrachtungen: Verherrlichung und Verdammung
Soweit sich die Geschichte der Menschheit zurückverfolgen läßt, waren Rauschzustände, Ekstase oder Trance Teil der menschlichen Kultur. Dennoch existieren nicht viele Begriffe, die geeignet sind, ähnlich ambivalente Assoziationen auszulösen, wie dies der Begriff DROGEN vermag. Die Palette der jeweils damit verbundenen Zusammenhänge reicht heute von den stark negativ besetzten Aspekten der Drogenproblematik (einhergehend mit Stichworten wie Rauschgiftmafia, Drogenhandel, Drogen- und Beschaffungskriminaltität, Rauschgifttote usw. und all den damit verbundenen Ängsten) über die - rein wissenschaftlich betrachtet - recht willkürliche Einteilung in legale und illegale Drogen mit den entsprechenden Gesetzgebungs- und Strafverfolgungstendenzen von HändlerInnen und KonsumentInnen bis hin zu den in der Drogenkultur eher positiv besetzten Aspekten, wie Euphorie, Bewußtseinserweiterung, Erschließung intensiver Gefühlswelten und des Unbewußten, spirituelle Erkenntnis, Schaffung geistiger Traumwelten, Entspannung, Überwindung von Ängsten und Hemmungen etc.
Mystifizierung und Faszination auf der einen Seite, Dämonisierung und irrationale Ängste auf der anderen Seite begleiten die Verwendung von Drogen durch die Jahrtausende menschlichen Daseins. Selten jedoch waren die Menschen im Lauf der Zeiten in der Lage, das Thema sachlich zu behandeln und darzustellen; - und dies gilt, je nach Zeitalter und kulturellem Hintergrund, für alle Drogen. Ziel dieses ersten Kapitels ist es deshalb, anhand der Kulturgeschichte der gebräuchlichsten Drogen aufzuzeigen, wie sich die Art und Weise der Betrachtung und Verwendung von Drogen und Rauschmitteln aller Art je nach zeitlichem Kontext und entsprechendem Kulturzusammenhang bis zum heutigen Tag verändert hat. Außerdem sollen auch deren Wirkungen und Gefahren dargestellt werden.
1. WAS SIND DROGEN?: Dieses Kapitel beleuchtet die Kulturgeschichte von Drogen, von deren historischer Nutzung bis zu den aktuellen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn und das Belohnungssystem.
2. DER BEGRIFF DER SUCHT: Hier wird der historische Bedeutungswandel des Suchtbegriffs nachgezeichnet und die verschiedenen theoretischen Erklärungsmodelle für Suchtentstehung kritisch hinterfragt.
3. GESELLSCHAFT UND SUCHT: Dieses Kapitel analysiert, wie moderne kapitalistische Gesellschaften Konsum fördern und dadurch Suchtstrukturen mitbeeinflussen, sowie die Rolle der Stigmatisierung als gesellschaftliches Instrument.
4. BAUSTEINE FÜR EINE NEUE DROGENPOLITIK: Der abschließende Teil bewertet das Drogenrecht, stellt die Paradigmen Abstinenz und Akzeptanz gegenüber und entwirft Perspektiven für einen humaneren Umgang mit Drogenkonsum.
Drogen, Sucht, Rausch, Suchtprävention, Drogenpolitik, Abstinenzparadigma, Akzeptanzparadigma, Belohnungssystem, Suchtgenese, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Legalisierung, Konsumgesellschaft, Harm Reduction, Drogenhilfe.
Es ist eine Streitschrift für eine pragmatische und an der Realität orientierte Drogenpolitik, die wissenschaftliche Erkenntnisse stärker gewichtet als ideologisch geprägte Verbote.
Die Arbeit behandelt die Kulturgeschichte des Drogengebrauchs, die neurobiologischen Grundlagen des Belohnungssystems sowie die soziologischen und politischen Rahmenbedingungen von Sucht und Drogenhilfe.
Das Ziel ist der Aufruf zu einem Paradigmenwechsel: weg von einer rein repressiven Drogenpolitik und dem dogmatischen Abstinenzideal, hin zu akzeptierenden und risikomindernden Ansätzen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, eine Zusammenführung systemtheoretischer und interdisziplinärer Ansätze sowie eine kritische Hinterfragung aktueller juristischer und gesellschaftlicher Diskurse.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Sucht als Überlebensstrategie, die Rolle des Konsums in kapitalistischen Systemen und die negativen Auswirkungen der Kriminalisierung auf die Drogenhilfe.
Kernbegriffe sind Suchtgenese, Akzeptanzparadigma, Stigmatisierung, Drogenprohibition und die Forderung nach einem bewussten, kontrollierten Umgang mit psychoaktiven Substanzen.
Er sieht es kritisch, da es eine Verquickung von Strafe und Therapie darstellt, bei der der therapeutische Erfolg durch den Zwang und die Motivation des "kleineren Übels" von vornherein gefährdet ist.
Druckräume werden als notwendige akzeptierende Angebote bewertet, um einen hygienischen und sichereren Konsum zu ermöglichen und die gesundheitliche Verelendung der Betroffenen zu mindern.
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