Bachelorarbeit, 2021
38 Seiten, Note: B
1. Einleitung
2. Der Entstehungskontext
2.1. Wer ist eigentlich Erich Kästner? Biographie und Forschungsübersicht
2.2. Erich Kästners Leben als Spiegel im Fliegenden Klassenzimmer
2.3. Handlung und Struktur des Kinderromans
3. Analyse und Ergebnisse
3.1. Die 1930er Jahre und der Kinderroman Das fliegende Klassenzimmer
3.1.1. Die Entstehungszeit
3.1.2. Das Thema Kindheit
3.1.3. Die zeitliche Prägung
3.1.4. Die Moralvorstellungen
3.1.5. Die Schlüsselszene
3.1.6. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis
3.2. Die 2000er Jahre und Wigands Adaption von Das fliegende Klassenzimmer in 2003
3.2.1. Exkurs: Zeitraffer der Geschichte zwischen Buch und Film
3.2.2. Die aktuellste Verfilmung und das Buch im Vergleich
3.2.3. Erzieherische Maßnahmen und Ziele im Film
3.2.4. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis
3.3. Ausblick in die Gegenwart
3.4. Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse
4. Erkenntnis
Die vorliegende Arbeit untersucht Erich Kästners Kinderroman „Das fliegende Klassenzimmer“ im Hinblick auf die darin vermittelten Werte und erzieherischen Absichten. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Werte in Bezug auf heutige pädagogische Anforderungen an Lehrkräfte weiterhin relevant und zeitgemäß sind, indem das Buch aus dem Jahr 1933 mit der Verfilmung von 2003 verglichen wird.
3.1.5. Die Schlüsselszene
Eine Schlüsselszene, die ich näher beschreiben möchte, handelt von Dr. Bökh und einem aufklärenden Gespräch, das er mit den Jungs führt. Auch seine Gerechtigkeit wird in dieser Szene laut Beutler deutlich. Dieses Gespräch findet im fünften Kapitel des Buches statt. Die Jungs wollen ihrem Klassenkameraden aus der Klemme helfen und anhand der Reaktion des Hauslehrers zeigt diese Szene repräsentativ, welche moralischen Werte ihn treiben, wie er diese vermittelt und auch was seine erzieherischen Absichten sind.
Die fünf Freunde verstoßen bewusst gegen die Hausordnung, um ihrem entführten Klassenkameraden und Freund Rudi zu helfen. Er wurde von den gegnerischen Realschülern in einen Keller eingesperrt und mit Ohrfeigen misshandelt. Die Jungs wollen deshalb in einem Zweikampf gegen die Realschüler kämpfen, um ihn zu befreien, und zwar mit jeweils einem Vertreter der Realschüler und einem der Gymnasiasten. Trotz dem Matz den Kampf gewinnt, brechen die Realschüler ihr Versprechen und lassen Rudi nicht frei, woraufhin eine wilde Schneeballschlacht zwischen den beiden Gruppen beginnt, während der sich Matz, Johnny und Matthias fortschleichen, um Rudi eigenhändig zu befreien. Auf dem Rückweg ins Internat werden die Jungs von dem Primaner Theo abgefangen, der die Jungs an Dr. Bökh verrät und sie direkt zu ihm führt. Dr. Bökh empfängt die Jungs zu einem Verhör. Er zieht keine voreiligen Schlüsse, nur um blind den Regeln der Hausordnung zu folgen und den Verstoß gegen diese zu bestrafen, sondern er lässt die Jungs zuerst erklären, was der Beweggrund für deren Handlung war.
‘Wie heißt der einschlägige Artikel der Hausordnung, Uli?‘ ‚Den Schülern des Internats ist es verboten, das Schulgelände außer während der Ausgehzeiten zu verlassen‘, antwortete der Kleine ängstlich. ‚Gibt es irgendwelche Ausnahmefälle?‘, fragte Bökh. ‚Matthias!‘ ‚Jawohl, Herr Doktor‘, berichtete Matz. ‚Wenn ein Mitglied des Lehrkörpers das Verlassen der Schule anordnet oder gestatte.‘ ‚Welcher der Herren hat euch denn in die Stadt beurlaubt?‘ fraget der Hauslehrer. […] ‚Warum musstet ihr in die Stadt hinunter?‘ fragte der Lehrer. ‚[…] um den Gefangenen zu befreien.‘ ‚Habt ihr ihn befreit?‘ fragte der Lehrer. […] ‚Wurde jemand verletzt?‘ fragt er dann.
1. Einleitung: Die Arbeit begründet das Interesse an Kästners Werk aus einer persönlichen Lehramtserfahrung heraus und formuliert die Forschungsfrage zur Lehrerrolle und Wertevermittlung.
2. Der Entstehungskontext: Dieser Abschnitt kontextualisiert Kästners Werk biographisch und forschungstheoretisch sowie strukturell.
2.1. Wer ist eigentlich Erich Kästner? Biographie und Forschungsübersicht: Darstellung des Autors und seiner Bedeutung für die literaturpädagogische Forschung.
2.2. Erich Kästners Leben als Spiegel im Fliegenden Klassenzimmer: Untersuchung der autobiographischen Parallelen zwischen Kästners eigener Kindheit und den Figuren im Roman.
2.3. Handlung und Struktur des Kinderromans: Überblick über die erzählerische Gestaltung und die zentralen Charaktere des Buches.
3. Analyse und Ergebnisse: Untersuchung der historischen und medialen Einflüsse auf die Wertevermittlung im Roman und der Adaption.
3.1. Die 1930er Jahre und der Kinderroman Das fliegende Klassenzimmer: Analyse der zeitgenössischen Umstände und der moralischen Positionierung des Autors während der Entstehungszeit.
3.1.1. Die Entstehungszeit: Beleuchtung der politischen Situation vor der NS-Machtübernahme und deren Einfluss auf die Rezeption des Werkes.
3.1.2. Das Thema Kindheit: Erörterung der Kindheit als zentralem Motiv und pädagogischem Appell bei Kästner.
3.1.3. Die zeitliche Prägung: Analyse der gesellschaftlichen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit und deren Spiegelung im Roman.
3.1.4. Die Moralvorstellungen: Diskussion der im Buch propagierten Tugenden und Werte.
3.1.5. Die Schlüsselszene: Exemplarische Analyse eines entscheidenden Dialogs zwischen Lehrer und Schülern zur Illustration des erzieherischen Stils.
3.1.6. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis: Untersuchung des Verhältnisses als Idealmodell von Mentorschaft und Vertrauen.
3.2. Die 2000er Jahre und Wigands Adaption von Das fliegende Klassenzimmer in 2003: Vergleich der modernen Verfilmung mit der literarischen Vorlage.
3.2.1. Exkurs: Zeitraffer der Geschichte zwischen Buch und Film: Historischer Überblick über die Entwicklung des Erziehungswesens bis in die 2000er Jahre.
3.2.2. Die aktuellste Verfilmung und das Buch im Vergleich: Herausarbeitung inhaltlicher Unterschiede und Anpassungen im Film.
3.2.3. Erzieherische Maßnahmen und Ziele im Film: Analyse des modernen erzieherischen Vorgehens in der Verfilmung.
3.2.4. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis: Reflexion der Lehrer-Schüler-Interaktion im Kontext der modernen filmischen Darstellung.
3.3. Ausblick in die Gegenwart: Einordnung der Kästnerschen Idealvorstellung in moderne pädagogische Diskurse und gesetzliche Rahmenbedingungen.
3.4. Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der Zeitlosigkeit der Kästnerschen Werte.
4. Erkenntnis: Abschließende Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Fazit, dass das Werk trotz des historischen Abstands eine hohe pädagogische Aktualität besitzt.
Kästner, Werte, Moral, Vorbild, Lehrer, erzieherische Absichten, Freundschaft, Vertrauen, Kinderbuch, Verfilmung, Schule, Pädagogik, Aufklärung, Sozialisation.
Die Arbeit analysiert Erich Kästners Kinderroman „Das fliegende Klassenzimmer“ (1933) im Vergleich zur Verfilmung aus dem Jahr 2003, um zu untersuchen, ob die darin vermittelten Werte und pädagogischen Absichten für die heutige Zeit relevant bleiben.
Zentrale Themen sind die erzieherischen Absichten des Autors, die Rolle des Lehrers als Mentor und Vorbild, die Bedeutung von Freundschaft und Zivilcourage sowie die Anpassung der Wertevermittlung im Wandel der Zeitgeschichte.
Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, dass Kästners Vision eines auf einer Vertrauensbasis beruhenden Lehrer-Schüler-Verhältnisses trotz gesellschaftlicher Veränderungen einen bleibenden Zeitwert hat und den heutigen Anforderungen an ein demokratisches Erziehungsziel entspricht.
Die Arbeit nutzt eine qualitative und intermediale Inhaltsanalyse, bei der der literarische Originaltext als Ausgangspunkt dient und mit der filmischen Adaption von 2003 kontrastiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Entstehungskontexts der 1930er Jahre, die Analyse zentraler Schlüsselszenen im Buch, den Vergleich mit der filmischen Neuinterpretation und einen Ausblick auf gegenwärtige pädagogische Standards im deutschen Schulgesetz.
Neben dem zentralen Akteur Erich Kästner sind Begriffe wie „Wertevermittlung“, „erzieherische Absichten“, „Vorbildfunktion“, „Vertrauen“ und „pädagogische Aktualität“ entscheidend für die inhaltliche Ausrichtung.
Während der Lehrer im Buch als fast utopische, väterliche Figur dargestellt wird, zeigt die Verfilmung den Lehrer menschlicher, indem er auch eigene Schwächen und emotionale Reaktionen zeigt, was ihn für ein modernes Publikum greifbarer macht.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Werk keinesfalls veraltet ist. Kästners pädagogischer Ansatz, Kinder zu selbstständigem Denken und moralischem Handeln zu erziehen, deckt sich weitgehend mit aktuellen Anforderungen an Lehrkräfte in der modernen Schule.
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