Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Kaiser Nero
2.1 Die Herrschaft von Kaiser Nero
2.2 Die Familienverhältnisse von Kaiser Nero
2.3 Nero, der Künstler
3. Der Brandverlauf in den Quellen und Neros Darstellung als Brandstifter ( Annalen / Cassius Dio/ Livius)
3.1 Tacitus Darstellung und Kritik des Brandes Roms {38-44}
3.2 Sueton Darstellung und Kritik des Brandes Roms { Nero 38}
3.3 Brand Roms in der Darstellung bei Cassius Dio { 62, 16-18}
3.4 Vergleich der Darstellungen und Interpretation
3.5 Moderner Diskurs gegen Neros Brandstiftungsrolle
4. Neros Maßnahmen nach dem Brand
4.1 Neros kaiserliche Pflichten und Gegenmaßen
4.2 Die Suche nach dem Schuldigen ,,Christenverfolgung“
5. Resümee
6. Anhang
6.1 Quellenverzeichnis
6.2 Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht kritisch die historische Schuldfrage Kaiser Neros bezüglich des Großen Brandes von Rom im Jahr 64 n. Chr., indem sie antike Quellenberichte mit modernen Forschungserkenntnissen kontrastiert, um zu klären, ob Nero als Brandstifter agierte oder als Sündenbock politischer Gegner instrumentalisiert wurde.
3.1 Tacitus Darstellung und Kritik des Brandes Roms {38-44}
Publius Cornelius Tacitus war ein römischer Historiker und Senator. Er beschrieb in seinen Annalen, wie der Brand in Rom 64 n.Chr. verlief. Weiterhin erwähnt er die Christenverfolgung durch Nero. Die Ursache des Brandes kann aufgrund von Beschuldigungen nicht festgestellt werden. Tacitus positionierte sich für die Ungewissheit, weil nicht genau ermittelt werden konnte, ob es ein Zufall oder ein arglistiger Plan des Kaisers war.44 Es wird deutlich, dass es ein folgenschwerer Brand mit katastrophalen Folgen war. Er beschreibt sehr detailliert den Entstehungsort und die Ausbreitung des Brandes: ,,den Anfang nahm es in dem Teile des Circus, welcher an den palatinischen und cälischen Berg stößt, wo längs der Buden, in denen solche Waren sich befanden, die der Flamme Nahrung geben, das Feuer in demselben Augenblick entstand und auch gleich mächtig, mit dem Winde schnell den Circus seiner Länge nach ergriff.“45 Tacitus Beschreibung ist sehr detailliert, weil er erklärt von wo das Feuer ausbrauch und warum das Feuer ausbrach. In den nachfolgenden Abschnitten des Tacitus wird über die Menschen gesprochen, die durch das Feuer starben und alles verloren haben. Tacitus distanziert sich von der direkten Behauptung und Anschuldigung, dass es Nero gewesen sei. Er stellt nur die Behauptung auf, dass es ,,eine Menge von Menschen“46 gibt, denen befohlen wurde das Feuer zu sabotieren. Es wird aber nicht deutlich, ob dies eine aktive Sabotage oder nur eine plündere Gruppe von Räubern sei. Tacitus letzte Worte: ,,(…) oder wirklich auf Befehl“47 zeigen deutlich, dass er den Kaiser als Brandstifter nicht ausschließt und ihm das zutraut.48
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Großen Brandes von Rom 64 n. Chr. ein und legt die methodische Vorgehensweise sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit dar.
2. Kaiser Nero: Dieses Kapitel skizziert die Biografie und den Herrschaftsstil Kaiser Neros, wobei insbesondere der Wandel von der anfänglichen Beliebtheit hin zur kritisierten künstlerischen Selbstinszenierung im Vordergrund steht.
3. Der Brandverlauf in den Quellen und Neros Darstellung als Brandstifter ( Annalen / Cassius Dio/ Livius): Das Hauptkapitel analysiert und vergleicht die Berichte der antiken Historiker Tacitus, Sueton und Cassius Dio sowie den modernen Forschungsdiskurs über die Brandursache und Neros mögliche Beteiligung.
4. Neros Maßnahmen nach dem Brand: Hier werden Neros tatsächliche Gegenmaßnahmen nach der Katastrophe und die darauf folgende Christenverfolgung als Instrument zur Schuldzuweisung untersucht.
5. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und beantwortet die Leitfrage zur tatsächlichen Verantwortlichkeit Neros am Brand von Rom.
6. Anhang: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Nero, Großer Brand von Rom, 64 n. Chr., Tacitus, Sueton, Cassius Dio, Brandstiftung, Christenverfolgung, Historische Quellenanalyse, Domus Aurea, Pisonische Verschwörung, Antike Historiographie, Sündenbock, Kaiserbiografie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Kontroverse um den Großen Brand von Rom im Jahr 64 n. Chr. und der Frage, ob Kaiser Nero tatsächlich als Brandstifter fungierte oder ob dies eine gezielte Verleumdung durch antike Quellen darstellte.
Die zentralen Themen umfassen die Person Kaiser Neros, die Analyse antiker historiographischer Texte, die Rolle von Gerüchten und politischer Propaganda sowie die Maßnahmen der Stadtverwaltung nach der Katastrophe.
Das primäre Ziel ist es, durch einen Quellenvergleich zwischen Tacitus, Sueton und Cassius Dio sowie unter Einbeziehung moderner Forschungsliteratur zu klären, inwiefern Nero für den Brand verantwortlich gemacht werden kann.
Die Arbeit nutzt die Methode der historischen Quellenanalyse und -kritik, um die verschiedenen Darstellungen der antiken Historiker zu vergleichen, auf ihre subjektiven Hintergründe zu prüfen und mit modernen archäologischen sowie historischen Hypothesen abzugleichen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Analyse des Brandverlaufs in den antiken Quellen, der kritischen Reflexion über Neros angebliche künstlerische Inszenierungen während des Feuers und der Auswertung moderner Forschungsmeinungen zur Schuldfrage.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Nero, Brand von Rom, Quellenkritik, antike Historiographie, Christenverfolgung und Schuldfrage charakterisieren.
Tacitus positioniert sich im Vergleich zu Sueton und Cassius Dio distanzierter und objektiver; er erwähnt explizit, dass es sich bei den Schuldzuweisungen gegen Nero teilweise um Gerüchte handelt, während die beiden anderen Historiker den Kaiser deutlich einseitiger als Brandstifter inszenieren.
Die Christenverfolgung wird als gezielte Strategie Neros analysiert, um die öffentliche Schuldzuweisung vom Kaiser abzulenken und eine religiöse Minderheit als Sündenbock für die Zerstörungen zu instrumentalisieren.
Moderne Forscher wie Scheda, Waldherr und andere argumentieren, dass Nero ein umfassendes Interesse an der Sympathie des Volkes hatte und eine derartige Destabilisierung der Stadt seinen eigenen Palastprojekten sowie seinem Ansehen als Fürsorgekaiser widersprochen hätte.
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