Masterarbeit, 2020
88 Seiten, Note: 1.0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. EINLEITUNG
2. DAS MEME
2.1 FORSCHUNGSSTAND UND ZUSCHREIBUNGSSAMMLUNG
2.2 BEGRIFFSGESCHICHTE
2.2.1 Dawkins
2.2.2 Memes im Internet
2.2.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten Meme und Mem
2.3 UNTERSCHIEDLICHE MEME-FORMEN
2.4 DEFINITIONEN MEME
2.4.1 Bisherige Definitionsversuche
2.4.2 Arbeitsdefinition
2.5 MEME-GENESE
2.5.1 Die Rolle von Social-Media-Netzwerken für Memes und die politische Meinungsbildung mit Fokus auf Twitter
2.5.2 Entstehung eines Meme-fähigen Artefakts
2.5.3 Viralität
2.5.4 Variation und Konventionalisierung
2.5.5 Produktion eines Memes über Meme-Generatoren
3. METHODE UND FRAGESTELLUNG
3.1 THEMENEINGRENZUNG
3.2 FRAGESTELLUNG
3.3 METHODE
3.4 DAS KORPUS
4. DAS MEME ALS KOMMUNIKATIONSFORM
4.1 DAS IMAGE-MACRO UND SEINE FORMALEN BEGEBENHEITEN
4.2 DAS BILD ALS GRUNDLAGE EINES MEMES UNTER BILDRHETORISCHEN ÜBERLEGUNGEN
4.3 BEDEUTUNGSKONSTRUKTION IN ABHÄNGIGKEIT DES VORWISSENS UND DES KONTEXTES
4.4 DAS MEME IN DER POLITISCHEN ALLTAGSKOMMUNIKATION
4.5 ZUSAMMENFASSUNG
5. DAS MEME IN DER STRATEGISCHEN KOMMUNIKATION
5.1 DER MEME-ORATOR
5.2 DAS MEME IN HINBLICK AUF KOMMUNIKATIVE WIDERSTÄNDEN
5.2.1 Der kognitive Widerstand
5.2.2 Der Sprachwiderstand
5.2.3 Der textuelle Widerstand
5.2.4 Der mediale und situative Widerstand
5.3 DAS PERSUASIVE POTENTIAL VON MEMES ANHAND DER ORIENTIERUNGSASPEKTE
5.3.1 Instruktiver Orientierungsaspekt
5.3.2 Verifikativer Orientierungsaspekt
5.3.3 Axiomativer Orientierungsaspekt
5.3.4 Evaluativer Orientierungsaspekt
5.3.5 Emotiver Orientierungsaspekt
5.3.6 Direkt-stimulativer Orientierungsaspekt
5.3.7 Voluntativer Orientierungsaspekt
5.3.8 Zusammenfassung
5.4 DAS MEME ALS MITTEL ZUR ERZEUGUNG VON SYSTASE
5.5 MEMES ALS MITTEL ZUR ERREGUNG, ERHALTUNG UND LENKUNG VON AUFMERKSAMKEIT
6. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, eine erstmalige rhetorische Einordnung von Memes im politischen Kontext vorzunehmen. Dabei wird untersucht, ob Memes ein rhetorisches Potential besitzen, wie sie dieses entfalten können und inwieweit sie als Instrumente der strategischen Kommunikation dienen, um kommunikative Widerstände zu überwinden oder persuasive Effekte zu erzielen.
1. Einleitung
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump postet während des Wahlkampfes 2016 einen Tweet auf Twitter, in dem er vorschlägt, Menschen, die die amerikanische Flagge verbrennen, die Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Unter den 106.816 Retweets und Antworten auf diesen Tweet befindet sich neben vielen kritischen und bestätigenden schriftsprachlichen Antworten unter anderem auch eine, die ein Bild eines berühmten Charakters aus der popkulturell sehr bekannten Film-Trilogie „Der Herr der Ringe“ zeigt. Über das Bild ist ein schriftsprachlicher Text gelegt: „One does not simply ‚revoke‘ citizenship“. Ein abgewandeltes Zitat der originalen Szene. Es ist also ganz offensichtlich eine direkte Reaktion auf die Aussage Trumps, was bedeutet, dass sich jemand, nachdem er den Tweet von Trump gesehen hat, die Mühe gemacht haben muss, dieses Bild mit diesem schriftsprachlichen Text genau so zusammenzufügen und dann als Antwort auf den Tweet von Trump zu posten. Dieser Mix aus Bild und schriftsprachlichem Text wird im Internet-Jargon als „Meme“ bezeichnet. Aber warum hat der Nutzer den Mehraufwand auf sich genommen, dieses Meme zu erstellen, wenn er doch auch einfach seine Meinung schnell tippen und in wenigen Sekunden hätte abschicken können?
Welchen kommunikativen Mehrwert sah er in der Verwendung eines Memes? Welche kommunikativen Funktionen kann so ein Meme erfüllen? Dass diese Fragestellungen durchaus relevant sind und immer wichtiger werden, zeigt sich nicht nur daran, dass Memes seit einigen Jahren immer häufiger von InternetnutzerInnen zur alltäglichen und auch politischen Kommunikation herangezogen werden, sondern auch darin, dass die Forschung sich verstärkt mit diesem Phänomen beschäftigt. Dabei wird dieses Phänomen von vielen verschiedenen Seiten betrachtet, wobei eine eingehende rhetorische Untersuchung bisher noch fehlt. Dass Memes auch für die Rhetorik, also die Untersuchung strategischer Kommunikation, einiges an Relevanz besitzen, zeigt sich darin, dass Memes nicht nur in der Alltagskommunikation, sondern auch in der politischen Kommunikation, unter anderem auch von offiziellen Parteien im Wahlkampf, verwendet werden und das in immer größerem Umfang. Also in Kommunikationssituationen, in denen Menschen von anderen Standpunkten überzeugt werden sollen, per definitionem dem Kerngebiet der Rhetorik. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit der Blick auch spezifisch auf Memes im politischen Kontext gerichtet.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz von Internet-Memes in der politischen Kommunikation und Formulierung der Forschungsfrage nach ihrem rhetorischen Potential.
2. DAS MEME: Untersuchung der Begriffsgeschichte, der Genese von Meme-Artefakten sowie der verschiedenen Meme-Formen, um eine Arbeitsdefinition für die Untersuchung zu etablieren.
3. METHODE UND FRAGESTELLUNG: Definition des Untersuchungsgegenstands, der Fragestellungen sowie der qualitativen methodischen Vorgehensweise anhand des Korpus auf Twitter.
4. DAS MEME ALS KOMMUNIKATIONSFORM: Analyse formaler Aspekte von Image-Macros, bildrhetorischer Grundlagen sowie der Bedeutungskonstruktion in Abhängigkeit von Kontext und Vorwissen.
5. DAS MEME IN DER STRATEGISCHEN KOMMUNIKATION: Rhetorische Untersuchung des Memes in Bezug auf den Orator, die Überwindung von Widerständen, Persuasion mittels Orientierungsaspekten sowie die Erzeugung von Systase und Aufmerksamkeit.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Internet-Memes, Rhetorik, Politische Kommunikation, Image-Macro, Persuasion, Strategische Kommunikation, Digitale Partizipation, Systase, Bildrhetorik, Internet-Kultur, Soziale Medien, Twitter, Bedeutungskonstruktion, Kommunikative Widerstände, Online-Diskurs
Die Arbeit untersucht das rhetorische Potential von Internet-Memes, insbesondere von sogenannten Image-Macros, innerhalb des politischen Kontextes des amerikanischen Wahlkampfes 2016.
Die Arbeit verknüpft die Rhetoriktradition mit digitalen Phänomenen, wobei Themen wie Begriffsgeschichte, Genese, Kommunikationsformen, die Rolle des Orators und die persuasive Wirkung von Memes im Mittelpunkt stehen.
Die zentrale Leitfrage lautet: Können Memes rhetorisches Potential entfalten? Dabei wird untersucht, welche Funktionen sie in der politischen Kommunikation übernehmen und worin ihr spezifischer kommunikativer Mehrwert liegt.
Die Autorin wählt einen qualitativen Ansatz und analysiert ein Korpus aus 61 Memes (mit eingehender Untersuchung von 15 Beispielen), die von Twitter stammen, unter Anwendung rhetorischer Analysekategorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Memes als Kommunikationsform (Form, Bildrhetorik, Kontextabhängigkeit) und als Mittel der strategischen Kommunikation (Orator, Widerstandsanalyse, Persuasion durch Orientierungsaspekte, Systase-Bildung und Aufmerksamkeitssteuerung).
Zu den prägenden Begriffen zählen Internet-Memes, Rhetorik, Politische Kommunikation, Persuasion, Image-Macros, Systase sowie die digitale Partizipationskultur.
Stock-Character-Macros besitzen meist eine höhere Komplexität und einen größeren Interpretationsspielraum, während sie in der politischen Kommunikation oft eine emphatische Funktion erfüllen. Thematische Bilder dienen hingegen eher der Kontextualisierung und erfüllen häufig pejorative Funktionen.
Der Meme-Orator ist Teil einer kollektiven Bearbeitungskultur. Seine Kontrolle über das Kommunikat ist aufgrund der Anonymität und der dynamischen Natur der Memesphere begrenzt, da er nicht sicher sein kann, wie sein Meme von anderen Oratoren umgedeutet oder weiterverwendet wird.
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