Examensarbeit, 2017
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht“
2.1 Definitionsansätze des Begriffes „Kinder- und Jugendliteratur“
2.2 Argumente für und gegen die unterrichtliche Verwendung von Kinder- und Jugendliteratur im Fach Französisch
2.3 Zielsetzungen beim Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht
2.4 Methodische Verfahren im Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht
2.4.1 La lecture en classe
2.4.2 La lecture individuelle
2.4.3 La lecture interactive
2.4.4 Le Prix des lycéens allemands
2.5 Die Rezeptionsästhetik als literaturwissenschaftliche Theorie und ihr Einfluss auf die Literaturdidaktik sowie auf den fremdsprachlichen Literaturunterricht
2.6 Kinder- und jugendliterarische Texte in den bildungspolitischen Vorgaben: Die nationalen Bildungsstandards und das hessische Kerncurriculum
3. Unterrichtspraktischer Teil der Wissenschaftlichen Hausarbeit zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht“
3.1 Analyse des Bilderbuches Paris Rutabaga. Souvenirs d’enfance 1939-1945 von Jean-Louis Besson
3.2 Bericht über die Erprobung einer Unterrichtseinheit zu dem Bilderbuch Paris Rutabaga. Souvenirs d’enfance 1939-1945 von Jean-Louis Besson
3.2.1 Erläuterung der Unterrichtsbedingungen
3.2.1.1 Schulprofil des Max-Planck-Gymnasiums in Groß-Umstadt
3.2.1.2 Stand des Faches Französisch am Max-Planck-Gymnasium
3.2.1.3 Lerngruppenanalyse
3.2.2 Darstellung und Begründung der Hauptlernziele der Unterrichtseinheit
3.2.3 Ablauf der durchgeführten Unterrichtsstunden
3.2.4 Beschreibung und Auswertung der Lernergebnisse
3.2.5 Reflexion der Unterrichtseinheit
4. Abschließende Bemerkungen
5. Conclusion et perspectives
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential von Kinder- und Jugendliteratur zur Kompetenzentwicklung im Französischunterricht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch kreative, schülerorientierte Methoden die Lesekompetenz sowie die interkulturelle Handlungsfähigkeit der Lernenden gezielt gefördert werden können.
2.4.1 La lecture en classe
In didaktischen Beiträgen werden für den Literaturunterricht im Fach Französisch überwiegend methodische Verfahren vorgeschlagen, die eine Stärkung der Rolle von Schülern als Rezipienten im Lese- und Verstehensprozess beabsichtigen. Nach dem unterrichtlichen Zeitpunkt ihres Einsatzes lassen sie sich in activités avant la lecture, activités pendant la lecture und activités après la lecture einteilen (vgl. Caspari, 1994, S. 200; vgl. Nieweler, 2006c, S. 212f.). Die Erschließung eines literarischen Textes im Rahmen der lecture en classe beruht demnach auf drei Phasen. Diese berücksichtigen die Vielschichtigkeit des Lesevorgangs, bei dem sich Textinformationen mit den Erwartungen und den individuellen Wissensbeständen der Schüler verbinden. Zudem schulen sie Lernende schrittweise im Verstehen französischer Literatur und versuchen auf diese Weise, deren Ängste abzubauen, die durch sprachliche, inhaltliche und kulturelle Hindernisse in fremdsprachlichen literarischen Texten ausgelöst werden können (vgl. Bartels et al., 1999a, S. 2-4 / S. 13-25).
Am Anfang des Projektes der lecture en classe, in der Phase vor dem Lesen, stimmt die Lehrkraft die Schüler emotional, sprachlich und inhaltlich auf eine von ihr ausgewählte französische Lektüre ein, um ihnen den Zugang zu dem fremdsprachlichen literarischen Text zu erleichtern. Dies geschieht beispielsweise mithilfe des Buchcovers (einschließlich des Titels). Ein solcher visueller bzw. stummer Impuls aktiviert mögliches Vorwissen (u.a. zum Autor, zum Thema, zur Gattung, zum kulturellen und geschichtlichen Hintergrund sowie zum Wortschatz eines literarischen Werkes) und ruft affektive Reaktionen hervor. Auch sind Abbildungen besonders geeignet, die Neugier und das Interesse der Lernenden zu wecken (vgl. ebd., S. 63f.).
Die Phase während des Lesens dient der Erarbeitung und der Sicherung des Textverständnisses, indem die Schüler zum aktiven, eigenständigen Lesen sowie zur Interaktion mit der fremdsprachlichen Lektüre, also mit ihrem Inhalt, ihren stilistischen Merkmalen und ihrer außergewöhnlichen Sprache, angeregt werden. In diesem Zusammenhang ist es von großer Bedeutung, die individuellen Sinnbildungsprozesse der Lernenden zu intensivieren (vgl. Nünning / Surkamp, 2006, S. 74). Ein häufig verwendetes Verfahren im Französischunterricht zur Förderung des aktiven Lesens stellt die „Puzzletechnik“ dar: Die Schüler fügen auseinandergeschnittene Passagen eines für sie noch unbekannten literarischen Textes zu einem sinnvollen Handlungsverlauf zusammen. Anschließend erfolgt ein Vergleich mit dem Originaltext.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das wachsende Interesse an Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht und formuliert die Forschungsfrage zur Kompetenzentwicklung.
2. Theoretische Grundlagen zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht“: Dieses Kapitel erläutert Definitionen, Argumente für den Einsatz sowie methodische Verfahren und theoretische Hintergründe wie die Rezeptionsästhetik.
3. Unterrichtspraktischer Teil der Wissenschaftlichen Hausarbeit zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht“: Dieser Teil beinhaltet die Analyse eines spezifischen Bilderbuches sowie einen detaillierten Bericht über die Erprobung einer Unterrichtseinheit.
4. Abschließende Bemerkungen: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die Bedeutung kreativer Verfahren für einen kompetenzorientierten Unterricht unterstrichen.
5. Conclusion et perspectives: Ein Fazit in französischer Sprache, das die Notwendigkeit empirischer Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur betont.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Kinder- und Jugendliteratur, Französischunterricht, Lesekompetenz, Rezeptionsästhetik, Interkulturelles Lernen, Schülerorientierung, Kreative Methoden, Bilderbuch, Kompetenzorientierung, Literaturdidaktik, Fremdverstehen, Bildungsstandards, Paris Rutabaga, Lesestrategien, Textarbeit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Rolle von Kinder- und Jugendliteratur im Französischunterricht der Sekundarstufe I und deren Beitrag zur Kompetenzentwicklung der Schüler.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung (inkl. Rezeptionsästhetik), die methodische Gestaltung von Lektüreprojekten sowie die kritische Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Vorgaben wie den nationalen Bildungsstandards.
Die Arbeit möchte aufzeigen, wie ein kreativer und schülerorientierter Umgang mit kinder- und jugendliterarischen Texten zur Kompetenzentwicklung von Französischlernenden beitragen kann.
Neben der theoretischen Reflexion wird ein unterrichtspraktischer Teil präsentiert, in dem eine selbst konzipierte Unterrichtseinheit zu dem Bilderbuch "Paris Rutabaga" analysiert und ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Zielen und Methoden des Literaturunterrichts und einen praktischen Teil, der die konkrete Erprobung an einem Gymnasium in Groß-Umstadt dokumentiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Lesekompetenz, interkulturelles Lernen, handlungs- und produktionsorientierte Methoden sowie die kritische Analyse von Bildungsstandards geprägt.
Das Werk dient als exemplarisches Beispiel, um zu zeigen, wie komplexe zeitgeschichtliche Inhalte durch Bilderbücher für Lernende zugänglich gemacht werden können.
Die Autorin kritisiert, dass literarische Bildung in aktuellen Bildungsstandards oft zugunsten leicht messbarer funktional-kommunikativer Kompetenzen in den Hintergrund gedrängt wird.
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