Bachelorarbeit, 2021
29 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Der Durchbruch des postmodernen Kinos
2. Fragestellung und Zielsetzung
3. Vorgehensweise: ein scheiternder Versuch
II. Deleuze: der Film als denkendes Medium
1. Hintergrundgedanken: über Materie & Gedächtnis
2. Bild = Bewegung = Materie
2.1 Der innere Kinematograph
2.2 Das Universum als Anordnung von Bewegungsbildern
2.3 Die Dreiteilung des Bewegungsbildes
2.4 Bilder als Zeichen – Kino als Sprache
2.4.1 Sprache ohne Sprachsystem
2.4.2 Die Zeichen des Bewegungsbildes
2.4.3 Denkende Bilder: das Relationsbild
3. Die Krise des Aktionsbildes
3.1 Das sensomotorische Band
3.2 Der Italienische Neorealismus: Alltag in der Nachkriegszeit
4. Das Zeitbild: Auftakt des europäischen Autorenfilms
4.1 Ozus Vase
4.2 Von Gegenwartsspitzen und Vergangenheitsschichten
4.2.1 Erinnerung und Gedächtnis
4.2.2 Bergson – zum Zweiten
4.2.3 Das Kino denkt!
5. Zusammenfassung und Ausblick
III. Die Nouvelle Vague
1. Die politique des auteurs
1.1. Vorbilder
1.2. Die Kamera als Federhalter
2. Jean-Luc Godard als Inbegriff der politique des auteurs
2.1. Le Mépris: erster Archetypus für einen postmodernen Film
2.2. À bout de souffle: zweiter Archetypus für einen postmodernen Film
3. Die Nouvelle Vague und der postmoderne Film: eine Zwischenbilanz
IV. Das postmoderne Kino
1. Unterschiede zur Nouvelle Vague
1.1. Zeitgeschichtlicher Aspekt: Massenkultur und Fernsehen
1.2. Ideologischer Aspekt: Pluralismus in der Postmoderne
2. Was bedeutet postmodern überhaupt?
2.1. Der Postmoderne-Begriff nach Lyotard
2.2. Der Pluralismus siegt
3. Das Kino denkt… in Filmen
4. Quentin Tarantino: der Idealtypus des postmodernen Kinos
4.1. Diskontinuitäten und fehlende Erzählstruktur
4.2. Intertextualität
4.3. Selbstreferentialität
4.4. Das Spiel mit dem Genre: eine Stilikone
V. Schlussbemerkung
VI. Quellen und Referenzen
Die vorliegende Arbeit untersucht das postmoderne Kino als ein Medium, das einerseits durch eine intermediale Verflechtung geprägt ist und andererseits als Reaktion auf kulturelle sowie gesellschaftliche Entwicklungen fungiert, wobei Gilles Deleuzes theoretischer Rahmen – insbesondere seine Klassifizierung von Bildern und Zeichen – als analytische Grundlage dient, um zu prüfen, ob sich diese Taxonomie auf den postmodernen Film anwenden lässt oder ob hier neuartige Bildtypen vorliegen.
4.1. Diskontinuitäten und fehlende Erzählstruktur
Wie auch schon in den Filmen von Godard gezeigt, charakterisieren sich die meisten Filme Tarantinos mit einer non-linearen Erzählstruktur. Doch im Gegenzug steht hier nicht ein Werden im Mittelpunkt des Films, sondern ein Pastiche und ein ironisches Spiel mit Filmzitaten und filmästhetischen Mitteln. Der Film entfaltet sich vor diesem Hintergrund und es lässt sich behaupten, dass sich darin – und wie später noch gezeigt wird zwecks reiner Ästhetik – sein Sinn konstituiert.
Eine Erzählstruktur kann im postmodernen Film entweder mit diskontinuierlichen Sequenz- und Bildübergängen aufgebrochen werden, die sich anschließend nicht zwingend über einer zeitlichen Instanz schließen müssen. Bei Tarantino tun sie es meistens. Auffällig ist seine stilistische Eigenart einen Film in Kapitel zu unterteilen, die speziell bei der Kill Bill-Reihe keiner übergeordneten strukturellen Logik unterliegt. Er tut dies in Pulp Fiction, Kill Bill, Inglourious Basterds und The Hateful Eight.
Eine andere, raffinierte Art Erzählstrukturen aufzubrechen unternimmt Tarantino in seinem Regiedebüt Reservoir Dogs. Ein Heist-Movie, bei dem der eigentliche Mittelpunkt der Handlung – der Banküberfall – nie gezeigt wird. Da es sich dabei um seinen ersten Film handelte, erregte er mit diesem Erwartungsbruch eine breite Aufmerksamkeit. Tarantino verweist damit einerseits auf längst langweilig gewordenen Erzählmuster und zeigt zugleich auf, dass es diese nicht brauche, dass Filme auch in einer rein ästhetischen Form Unterhaltung bieten können. Dem Zuschauer wird so mitgeteilt, dass er nie unvoreingenommen einen Film konsumiert, sondern eine gewisse genrespezifische Erwartungshaltung besitzt. Der Bruch mit Genres ist wiederum ein eigenes Thema, das im folgenden Abschnitt aufgegriffen wird.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Durchbruch des postmodernen Kinos in den 1990er Jahren, diskutiert die Schwierigkeit der Begriffsbestimmung und erläutert die Zielsetzung, Deleuzes Kinotheorie auf postmoderne Filme anzuwenden.
II. Deleuze: der Film als denkendes Medium: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament durch Deleuzes Analyse von Bild, Bewegung und Materie, untersucht die Krise des Aktionsbildes im Italienischen Neorealismus und entwickelt das Konzept des Zeitbildes als Auftakt des modernen europäischen Autorenfilms.
III. Die Nouvelle Vague: Der Abschnitt analysiert die filmgeschichtliche Bedeutung der Nouvelle Vague, insbesondere das Konzept der politique des auteurs, und untersucht anhand von Godards Filmen die Stilmittel, die den Grundstein für das postmoderne Kino legten.
IV. Das postmoderne Kino: Hier werden die spezifischen Merkmale des postmodernen Kinos – wie Diskontinuität, Intertextualität und Selbstreferentialität – anhand des Œuvres von Quentin Tarantino und im Vergleich zu den Theorien von Lyotard und Bordwell detailliert erörtert.
V. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die zentrale Rolle des postmodernen Kinos in der massenmedialen Gesellschaft und reflektiert über die anhaltende Fähigkeit Hollywoods zur Kommerzialisierung neuer filmischer Trends.
Postmodernes Kino, Gilles Deleuze, Nouvelle Vague, Zeitbild, Bewegungsbild, Intertextualität, Selbstreferentialität, Metafiktion, Jean-Luc Godard, Quentin Tarantino, Mediatisierung, Filmanalyse, Filmästhetik, Pluralismus, Kino als denkendes Medium.
Die Arbeit untersucht das postmoderne Kino als ein Medium, das auf kulturelle Umbrüche reagiert. Dabei wird geprüft, inwiefern Gilles Deleuzes philosophische Taxonomie von Filmbildern auf moderne und postmoderne Filmwerke anwendbar ist.
Die zentralen Felder umfassen die Theoriebildung nach Gilles Deleuze, die filmgeschichtliche Bedeutung der Nouvelle Vague, die Rolle der Postmoderne als kultureller Zeitgeist sowie die Analyse spezifischer stilistischer Merkmale wie Intertextualität und Bruch mit Erzählstrukturen.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sich das postmoderne Kino – beispielhaft analysiert an Quentin Tarantino – in das theoretische System von Deleuze einbinden lässt oder ob die durch die Postmoderne ausgelöste kulturelle "Sinnzirkulation" neue Bildtypen und Kategorien erforderlich macht.
Es wird eine hermeneutische und filmwissenschaftliche Methode angewandt, die auf der Literaturanalyse (insbesondere Deleuze, Bordwell, Engell) und der komparativen Filmanalyse basiert, um stilistische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Filmepochen herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der deleuzeschen Zeichentheorie, die Analyse der Nouvelle Vague als stilistischer Vorläufer (mit Fokus auf Godard) und die detaillierte Untersuchung der postmodernen Merkmale im Werk von Quentin Tarantino.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Postmodernes Kino, Intertextualität, Zeitbild, Nouvelle Vague, Metafiktion, Deleuze und Mediatisierung charakterisiert.
Godard gilt als Regisseur, der bereits mit der Nouvelle Vague viele der stilistischen Brüche und Meta-Techniken einführte, die das postmoderne Kino später aufgriff. Seine Filme dienen daher als archetypische Vergleichspunkte für die postmoderne Ästhetik.
Tarantino bricht bewusst mit linearen Erzählstrukturen und Genre-Konventionen. Er nutzt Pastiche, Intertextualität und Selbstreferentialität, um das Publikum zur Reflexion über das Medium Film selbst anzuregen, anstatt eine reine, durchgehende filmische Illusion aufrechtzuerhalten.
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