Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Definition von Sprachpolitik
III. Sprachpolitische Situation in Peru
3.1 Historischer Abriss
3.2 Sprachen in Peru und ihre Verbreitung
3.2.1 Spanisch
3.2.2 Quechua
3.2.3 Aymara
3.3 Die Mehrsprachigkeit in der Verfassung
3.3.1 Der Artikel 48 und das Ley No. 29735 in der peruanischen Verfassung
3.3.2 Institutionen für den Spracherhalt
IV. Indigene Sprachen in der peruanischen Gesellschaft
4.1 Indigene Sprachen in der peruanischen Kultur
4.2 Indigene Sprachen in den peruanischen Medien
4.3 Indigene Sprachen im öffentlichen Leben
V. Indigene Sprachen in den Bildungsinstitutionen
5.1 Das Bildungsministerium und die Educación Intercultural Bilingüe (EIB) als politische Maßnahme für Mehrsprachigkeit in Bildungsinstitutionen
5.2 Entwicklung der EIB in den letzten 10 Jahren
VI. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die peruanische Sprachpolitik seit der Unabhängigkeit unter dem Fokus der wachsenden Offenheit gegenüber Plurikulturalität und Mehrsprachigkeit, insbesondere im Bildungssystem, um zu bewerten, inwieweit verfassungsrechtliche Ideale der Sprachenvielfalt in der Realität umgesetzt werden.
3.2.1 SPANISCH
Das Spanische in Peru bzw. in ganz Südamerika unterscheidet sich natürlicherweise vom europäischen Spanisch. Es unterlag bzw. unterliegt bis heute dem Einfluss der indigenen Sprachen und hat sich eigenständig und unabhängig vom europäischen Spanisch weiterentwickelt (cf. Steckbauer 2000, 79). Beispielsweise lernten die ersten Eroberer, als sie auf die Antillen ankamen, Namen für ihnen unbekannte Früchte und Pflanzen von der dort einheimischen Bevölkerung. Ab diesem Zeitpunkt bereicherte sich die spanische Sprache mit indoamericanismos, welche für die Eroberer unbekannte Begriffe für bestimmte Objekte, Gewohnheiten oder Ideen waren. Auch aus dem Quechua gibt es einige Lehnwörter wie Alpaca, Coca, Mate, oder Cóndor. Als mit der Gründung der Real Academia die wichtigste normative Institution für die spanische Sprache geschaffen wurde, veröffentlichte diese das Diccionario de Autoridades, welches bereits 150 Amerikanismen umfasste und damit auch die Relevanz des Einflusses der Indigenismen zeigt (cf. Id., 80).
Am speziellen Beispiel von Peru lässt sich feststellen, dass es während der Zeit der Eroberung wenig Sprachkontakt zwischen den sozialen und kulturellen Klassen gab und der sprachliche Einfluss daher auch gering war. Es ist deswegen anzunehmen, dass das Spanisch, was dort gesprochen wurde, eher dem europäischen Spanisch nahekam als dem der anderen südamerikanischen Länder (cf. Id., 84).
Außerdem war die castellanización, also der Prozess, der peruanischen Bevölkerung die spanische Sprache zu lehren, das hauptsächliche Interesse der Sprachpolitik. Aufgrund dessen gibt es auch bis heute wenige Studien über das Spanische in Peru. Jedoch lässt sich feststellen, dass das Resultat der jahrelangen Koexistenz und Zusammenleben der spanischen Sprache, des Quechua und anderen indigenen Sprachen eine neue Varietät des Spanischen ist, die die andine sowie andere in Peru existierende Realitäten widerspiegelt. (cf. Id., 93)
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die kulturelle und sprachliche Vielfalt Perus sowie die Herausforderung, das koloniale Erbe der Sprachverdrängung zu überwinden und Mehrsprachigkeit zu fördern.
II. Definition von Sprachpolitik: Das Kapitel differenziert zwischen Sprachpolitik und Sprachenpolitik und begründet, warum in der Arbeit der umfassendere Begriff der Sprachpolitik als politisches Handeln zur Einflussnahme auf sprachliche Situationen verwendet wird.
III. Sprachpolitische Situation in Peru: Hier wird der historische Wandel von der kolonialen Hispanisierung hin zu modernen verfassungsrechtlichen Ansätzen zur Anerkennung indigener Sprachen und deren kooffiziellem Status untersucht.
IV. Indigene Sprachen in der peruanischen Gesellschaft: Es werden staatliche Projekte und zivilgesellschaftliche Bemühungen beleuchtet, indigene Sprachen in Kultur, Medien und dem täglichen Leben zu revitalisieren.
V. Indigene Sprachen in den Bildungsinstitutionen: Das Kapitel analysiert die Rolle des Bildungsministeriums und die Umsetzung der Educación Intercultural Bilingüe (EIB) sowie deren statistische Entwicklung in den letzten Jahren.
VI. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der erzielten Fortschritte bei Alphabetisierung und bilingualem Unterricht und betont, dass trotz verfassungsrechtlicher Verankerung die soziale Realität weiterhin von Armut und Diskriminierung geprägt ist.
Peru, Sprachpolitik, Mehrsprachigkeit, Indigene Sprachen, Quechua, Aymara, Educación Intercultural Bilingüe, EIB, Sprachrevitalisierung, Spanisch, Plurikulturalität, Alphabetisierung, Sprachverdrängung, Kultur, Identität
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und aktuelle Situation der Sprachpolitik in Peru mit dem Ziel zu bewerten, wie die in der Verfassung verankerten Ideale der Sprachenvielfalt und Plurikulturalität in der gesellschaftlichen Realität umgesetzt werden.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der Sprachbeziehungen, die verfassungsrechtliche Anerkennung indigener Sprachen, deren Integration in Medien und Kultur sowie die Analyse des bilingualen Bildungswesens (EIB).
Das Ziel ist es, einzuschätzen, inwieweit die offiziellen politischen Maßnahmen und die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen ausreichen, um die indigenen Sprachen zu erhalten und die plurikulturelle Realität des Landes zu stützen.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche sowie der Auswertung aktueller Regierungsdokumente, offizieller Statistiken und Berichte peruanischer Institutionen basiert.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die rechtliche Situation, die Rolle indigener Sprachen in Gesellschaft und Medien sowie detailliert die Fortschritte und Herausforderungen im bilingualen Bildungssystem.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie peruanische Sprachpolitik, Mehrsprachigkeit, indigene Sprachen, Quechua, Aymara, interkulturelle Bildung (EIB) und Sprachrevitalisierung charakterisiert.
Dies ist historisch begründet durch eine jahrhundertelange Sprachverdrängung, durch die das Spanische als Prestigesprache etabliert wurde, was zu einer asymmetrischen Zweisprachigkeit führt, bei der viele Sprecher aus ökonomischen und sozialen Gründen Spanisch bevorzugen.
Das IPELI wurde geschaffen, um die Kenntnisse über indigene Sprachen zu aktualisieren, den Zugang zu Informationen für diese Völker zu verbessern und insbesondere vom Aussterben bedrohte Sprachen gezielt zu erforschen und zu schützen.
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