Bachelorarbeit, 2020
80 Seiten, Note: 2,0
1. Motivation der Arbeit
2. Gerechtigkeit als Grundsatz der Besteuerung
2.1 Was ist Gerechtigkeit? Eine umfassende Definition
2.2 Grundsätze der Besteuerung
2.3 Geschichte der Steuergerechtigkeit
2.4 Grundprinzipien der Steuergerechtigkeit
2.5 Rolle der Steuerpolitik: Reformen und Ansätze für ein gerechtes Steuersystem
3. Grundsystematik der Einkommensteuer in Deutschland und Würdigung wesentlicher Aspekte hinsichtlich ihrer Gerechtigkeit
3.1 Überblick über die Systematik der Einkommensteuer
3.2 Geschichte und Wesen der Einkommensteuer
3.3 Würdigung wesentlicher Aspekte hinsichtlich der Steuergerechtigkeit
3.3.1 Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer
3.3.1.1 Einkunftsarten und deren Behandlung
3.3.1.2 Abziehbarkeit von Aufwendungen der Berufsausbildung
3.3.1.3 Außergewöhnliche Belastung nach § 33 ff. EstG
3.3.2 Tarif der Einkommensteuer
3.3.2.1 Progressiver Einkommensteuertarif
3.3.2.2 Ehegattensplitting
3.3.3 Lenkungsnormen im Einkommensteuerrecht
3.4 Weitere denkbare Regelungen des Einkommensteuerrechts, deren Gerechtigkeit in Frage gestellt werden kann
4. Wahrnehmung der Gesellschaft und Kritik an der Gerechtigkeit der Besteuerung
4.1 Wahrnehmung der Steuergerechtigkeit in Deutschland, sowie verhaltensbezogene und soziale Folgen
4.2 Mögliche Gründe für die Wahrnehmung der Steuergerechtigkeit in Deutschland
4.3 Einfluss soziologischer und psychologischer Aspekte auf die Wahrnehmung von Steuergerechtigkeit
5. Zusammenfassung der Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und kritische Würdigung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Vereinbarkeit einzelner Aspekte des deutschen Einkommensteuerrechts mit dem Grundsatz der Steuergerechtigkeit. Dabei wird sowohl eine theoretische Würdigung der steuerlichen Bemessungsgrundlage, der Tarife und Lenkungsnormen vorgenommen, als auch analysiert, wie diese Gerechtigkeit von der Bevölkerung wahrgenommen wird, um darauf basierend Handlungsempfehlungen abzuleiten.
2.1 Was ist Gerechtigkeit? Eine umfassende Definition
Dem Rechtswissenschaftler Bernd Rüthers nach, ist Gerechtigkeit „ein Urtrieb von oft unterschätzter Wirkungsmacht, vergleichbar dem Durst, dem Hunger und der Sexualität“9. Mit dieser Aussage verdeutlichte er die Tragweite der menschlichen Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Bei dem Versuch ein System auf seine Gerechtigkeit zu prüfen, ist es unumgänglich den Begriff der Gerechtigkeit zunächst genau zu bestimmen und bestimmte Kriterien festzulegen, anhand derer dieser Wert gemessen werden kann.
Der römische Jurist Ulpian definierte die Tugend der Gerechtigkeit als „beständigen und dauerhaften Willen, jedem sein Recht zuteilwerden zu lassen“1011. Als kritisch gesehen wird bei dieser Definition, dass es an der Festlegung von Kriterien fehlt, anhand derer Gerechtigkeit festgemacht werden kann. So kann diese lediglich eine erste Orientierung geben. Bei dem Versuch Ungerechtigkeit von Gerechtigkeit abgrenzen könnte man ein Verhalten ohne Bindung an Regeln und Willkür anführen. Da der Begriff der Gerechtigkeit als wandelbar gilt und abhängig von Zeit und Kultur ist, kann eine wissenschaftliche Begründung nur in Gestalt von Konsistenz- und Kohärenzanforderungen erfolgen12.
Gerechtigkeit kann auch im Sinne seiner sozialen Funktionen gesehen werden. Dabei sieht der Rechtswissenschaftler Winfried Kluth in Gerechtigkeit auch ein Mittel zur Bewahrung des sozialen und inneren Friedens. Als schlüssige Kriterien nennt er die konstitutionelle Gründungsfunktion der Menschenwürde und die Ausgestaltung einzelner Freiheits- und Gleichheitsrechte. Ersteres entsteht durch die Anerkennung des Menschen als Rechtssubjekt und fundamentale Gleichheit aller Menschen.
1. Motivation der Arbeit: Einführung in die Relevanz der Steuergerechtigkeit und Formulierung der Forschungsfrage zur Objektivität des Einkommensteuerrechts sowie der subjektiven Wahrnehmung.
2. Gerechtigkeit als Grundsatz der Besteuerung: Definition des Gerechtigkeitsbegriffs, Darlegung historischer Hintergründe und Vorstellung grundlegender Steuermethoden und Prinzipien.
3. Grundsystematik der Einkommensteuer in Deutschland und Würdigung wesentlicher Aspekte hinsichtlich ihrer Gerechtigkeit: Eingehende Analyse der Einkommensteuer als Hauptsteuerquelle, Bewertung spezifischer Regelungen wie Einkunftsarten, Abziehbarkeiten und Tarifgestaltung auf ihre Konformität mit Gerechtigkeitsgrundsätzen.
4. Wahrnehmung der Gesellschaft und Kritik an der Gerechtigkeit der Besteuerung: Analyse empirischer Daten zur Einstellung der Bevölkerung zum Steuersystem und Untersuchung der psychologischen sowie soziologischen Hintergründe der Wahrnehmung.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und kritische Würdigung: Synthese der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Gerechtigkeit und Akzeptanz.
Steuergerechtigkeit, Einkommensteuer, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuerpsychologie, Steuerreform, Steuerlast, Gerechtigkeitsempfinden, Steuerhinterziehung, Bemessungsgrundlage, Steuertarif, Lenkungsnormen, Steuerreform, Soziale Gerechtigkeit, Steuervereinfachung, Gemeinwohl.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen den formalen Prinzipien der Steuergerechtigkeit im deutschen Einkommensteuerrecht und der subjektiven Wahrnehmung dieser Gerechtigkeit durch die Bevölkerung.
Die Arbeit behandelt die historischen und rechtlichen Grundlagen der Steuergerechtigkeit, die Systematik der Einkommensteuer inklusive ihrer Ausnahmeregelungen sowie die psychologischen Faktoren, die das Steuerempfinden beeinflussen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit einzelne Aspekte des deutschen Einkommensteuerrechts den Besteuerungsgrundsatz der Gerechtigkeit erfüllen und wie das Steuersystem von der Bevölkerung wahrgenommen wird.
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturrecherche in juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Datenbanken sowie die Auswertung empirischer Studien und Umfragen, um eine fundierte Würdigung der Thematik vorzunehmen.
Der Hauptteil analysiert die Bemessungsgrundlage (z.B. Einkunftsarten, Berufsausbildungskosten), den progressiven Tarif inklusive des Ehegattensplittings sowie die Lenkungsnormen im Hinblick auf ihre Übereinstimmung mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Steuergerechtigkeit, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuerpsychologie, Einkommensteuer und Steuerreform.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass viele Lenkungsnormen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes verletzen, da sie oft nicht sachlich gerechtfertigt sind und das System durch Komplexität und Intransparenz belasten.
Die Arbeit zeigt auf, dass komplexe und für den Laien intransparente Steuergesetze zu einem verzerrten Gerechtigkeitsempfinden führen, was sich wiederum negativ auf die Steuermoral und Akzeptanz auswirken kann.
Die Autorin empfiehlt eine stetige Anpassung des Steuersystems an die Inflation, die Umwandlung von Steuersubventionen in direkte Subventionen sowie eine verbesserte Aufklärungsarbeit, um Transparenz und Akzeptanz zu erhöhen.
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