Bachelorarbeit, 2020
98 Seiten
1 Einleitung
2 Das Phänomen der Angst
2.1 Angst als Emotion
2.2 Angstkommunikation
2.3 Protection Motivation Theory
3 Terrorismus
3.1 Definition
3.2 Islamistischer Terrorismus
3.3 Medien und Terrorismus – eine Symbiose?
4 Exkurs: Die Causa Anis Amri
5 Theoretischer Hintergrund
5.1 Konstruktion von Realität
5.2 Framing-Ansatz
5.2.1 Grundlagen
5.2.2 Framing in der Kommunikationswissenschaft
5.2.3 Medien-Frames
6 Angstinduktion durch Medien bei der Terrorismusberichterstattung
7 Methodisches Design
7.1 Zielsetzung und Fragestellung
7.2 Analyseinstrument: Qualitative Inhaltsanalyse
7.3 Qualitative Gütekriterien
7.4 Stichprobenauswahl und Untersuchungszeitraum
7.5 Operationalisierung
7.5.1 Formulierung des Kategoriensystems
7.5.2 Formale Kategorien
7.5.3 Inhaltliche Kategorien
8 Auswertung und Ergebnisse
8.1 Deskriptive Befunde
8.2 Identifizierung von Medien-Frames
9 Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die mediale Vermittlung von Angst im Kontext der Terrorismusberichterstattung. Das primäre Ziel ist es, mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse zu ergründen, welche spezifischen angstinduzierenden Medien-Frames in deutschen Tageszeitungen bei der Berichterstattung über den Terroranschlag am Breitscheidplatz in Berlin verwendet wurden.
3.3 Medien und Terrorismus – eine Symbiose?
Der Terrorismus und die (Massen)Medien unserer Zeit stehen unübersehbar in einer Relation miteinander. Auch in der Forschungsliteratur herrscht weitgehender Konsens darüber, dass diese Verbindung existiert (vgl. Riegler 2007: 306).
Kern der Symbiose-Theorie ist, dass Medien von den terroristischen Anschlägen als auch die Terroristen durch die mediale Berichterstattung Profit ziehen. Auf der Seite der Medien kann der Profit beispielsweise durch erhöhten Umsatz bei einer Steigerung der Auflagenzahlen, Einschaltquoten oder Seitenaufrufe nach terroristischen Anschlägen erzeugt werden. Auf der Seite der Terroristen ist vor allem die Erregung von Aufmerksamkeit durch die Berichterstattung relevant. Aufgrund der Medienberichterstattung steigert sich die Anzahl derjenigen, die von einem Anschlag erfahren und somit indirekt betroffen sind, in beinah Unendliche (vgl. Shoshani/Slone 2013: 628). Diese Möglichkeiten versuchen diese – meist eher als klein zu bezeichnenden – terroristischen Gruppen für sich zu nutzen, da sie meist selbst über keine Ressourcen verfügen, um die Aufmerksamkeit alleine aus eigener Kraft auf sich zu ziehen (vgl. ebd.: 628). Nur mit Hilfe der Medien können die beiden in 3.1 genannten Kommunikationsziele erreicht und auf der Seite der Zielländer Angst und Schrecken, auf der Seite des interessierenden Dritten Anhängerschaft erzielt werden (vgl. Laqueur 1977: 104).
Der Terrorismus als Kommunikationsform ist somit auf den Multiplikatoreneffekt der Medien angewiesen, um sein politisches Potential ausschöpfen zu können (vgl. Weissermel 2017: 39). Beyer (2008: 6) fasst dies wie folgt zusammen: „Der Terrorist bewirkt für sich allein nichts, die Publizität hingegen alles.“
Die hohe Relevanz von Terrorismus in den Medien kann schon 1972 bei der Geiselnahme der palästinensischen Terroristen des Schwarzen Septembers während der olympischen Spiele in München beobachtet werden. Obwohl es der Gruppe nicht gelang, ihr eigentliches Ziel – eine Freilassung von 200 Personen aus israelischer Haft (vgl. Kellerhoff 2012) – zu erreichen, erweckte die terroristische Aktion mediales Interesse und hob die Gruppe gleichzeitig ins Rampenlicht der Weltbühne (vgl. Dietl/Hirschmann/Tophoven 2006: 26).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Angst durch Terrorismusberichterstattung ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Medien-Frames zum Anschlag am Breitscheidplatz.
2 Das Phänomen der Angst: Dieses Kapitel definiert Angst als Emotion, erläutert die Angstkommunikation und stellt die Protection Motivation Theory als theoretisches Modell vor.
3 Terrorismus: Das Kapitel bietet eine Definition des Terrorismus, beleuchtet den islamistischen Terrorismus und diskutiert die Symbiose zwischen Medien und terroristischen Akteuren.
4 Exkurs: Die Causa Anis Amri: Dieser Abschnitt zeichnet das Leben und Wirken von Anis Amri sowie den konkreten Anschlag am Breitscheidplatz nach, um den Kontext der Analyse zu schärfen.
5 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Grundlagen der medialen Konstruktion von Realität sowie die Framing-Theorie und die Definition von Medien-Frames ausführlich erläutert.
6 Angstinduktion durch Medien bei der Terrorismusberichterstattung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur Angstinduktion durch Medien im Rahmen der Terrorismusberichterstattung.
7 Methodisches Design: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, sowie die Stichprobenauswahl und Operationalisierung.
8 Auswertung und Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven Befunde der Analyse präsentiert und die identifizierten angstinduzierenden Medien-Frames detailliert vorgestellt.
9 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert diese im Kontext der Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf möglichen Forschungsbedarf.
Terrorismus, Medien, Angst, Framing, Medien-Frames, qualitative Inhaltsanalyse, Anis Amri, Breitscheidplatz, Terrorismusberichterstattung, Sicherheitslage, Realitätskonstruktion, Bedrohung, Kommunikation, Öffentlichkeit, Nachrichtenwerte
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Tageszeitungen über den Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz berichtet haben und inwieweit diese Berichterstattung angstinduzierende Frames (Deutungsmuster) verwendet hat.
Zentrale Themen sind die psychologische Wirkung von Terrorismusnachrichten, die Symbiose zwischen terroristischen Akteuren und Massenmedien sowie die theoretische Fundierung und Anwendung des Framing-Ansatzes.
Das Ziel ist die Identifizierung und Interpretation von Medien-Frames, die beim Leser Ängste schüren könnten, um zu verstehen, wie mediale Konstruktionen die Wahrnehmung der Sicherheitslage beeinflussen.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewandt, um die Artikel systematisch zu strukturieren und inhaltlich auf angstinduzierende Elemente hin zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Framing-Konzepts und der Angstpsychologie, eine detaillierte methodische Beschreibung sowie die empirische Analyse der Berichterstattung von fünf ausgewählten Tageszeitungen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Terrorismusberichterstattung, Framing, Angstkommunikation, Medien-Frames und qualitative Inhaltsanalyse charakterisieren.
Die Causa Anis Amri dient als konkreter Fall für die Untersuchung. Sie liefert den notwendigen Hintergrund, um zu verstehen, wie die Person des Attentäters medial inszeniert und zur Konstruktion bestimmter Bedrohungs-Frames genutzt wurde.
Im Gegensatz zu rein quantitativen Studien, die oft nur die Frequenz von Schlagworten zählen, ermöglicht dieser qualitative Ansatz eine tiefere Interpretation der inhaltlichen Deutungsmuster und ihrer Funktion im medialen Diskurs.
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