Bachelorarbeit, 2021
22 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Inhaltlicher Horizont und Hypothesenformulierung
3. Wissenschaftliche Methodik und Definitionen
4. „Songs from the Second Floor“ von Roy Andersson
5. Otto Dix und das ausgewählte Werk „Die Kreuztragung“
6. Vergleich von Andersson’s Tableaux mit Dix’ Malerei
7. Fazit und Diskussion der Hypothese
8. Quellenangaben
Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetischen, narrativen und moralischen Parallelen zwischen dem Film „Songs from the Second Floor“ des Regisseurs Roy Andersson und dem Gemälde „Die Kreuztragung“ des Malers Otto Dix. Ziel ist es, nachzuweisen, dass beide Künstler trotz unterschiedlicher Medien und zeitlicher Kontexte vergleichbare Methoden nutzen, um gesellschaftliche Strukturen und Missstände kritisch zu beleuchten.
4. Otto Dix und das ausgewählte Werk „Die Kreuztragung“
Otto Dix war ein deutscher Maler, dessen Schaffenszeit vor allem zwischen den beiden Weltkriegen lag. Ein Großteil seiner Kunst wird der Kunstepoche „Neue Sachlichkeit“ zugerechnet. Im Jahr 1943 schuf er das Werk ,,Die Kreuztragung“.
Für eine strukturierte Beschreibung soll das Bild zunächst in drei verschiedene Abschnitte eingeteilt werden: den Vorder-, den Mittel- und den Hintergrund. Nicht für die Beschreibung der einzelnen Bildelemente, sondern auch für die dargestellte Handlung ist dies sinnvoll.
Wie bereits im methodischen Teil angekündigt, soll sich die Interpretation an dem Modell von Erwin Panofsky orientieren. ,Nur’ orientieren deswegen, weil eine Bildinterpretation in ihrem gesamten Detailreichtum und voller Länge den Rahmen des dafür vorgesehen Teils sprengen würde.
Der Vordergrund wird von vier Personen dominiert. Auf der linken Seite befinden sich zwei Männer, welche sich leicht gebeugt der Mitte des Bilds zuwenden. Der erste Mann ganz links hält in seiner Hand ein stramm gezogenes Seil, welches an einem Holzkreuz in der Mitte des Bild befestigt ist. Seine Mimik ist entschlossen und grimmig.
Die Körperhaltung der zweiten Person von links ist ähnlich, die Körpersprache aggressiver. In der linken Hand befindet sich eine Art Stock oder Zweig, der Arm hat zum Schlag ausgeholt. Mit der anderen Hand greift die Mann nach der dritten Person. Auch seine Mimik ist ernst und entschlossen. Die Kleidung lässt den Schluss zu, dass es sich um einen Matrosen handelt.
Der Mann im Bildzentrum liegt bzw. kriecht auf dem Boden, auf seinen Schultern trägt er den oberen Teil eines Holzkreuzes. Der Mann trägt keine Schuhe und ist in ein rotes Gewand gehüllt.
Sein Blick richtet sich nach rechts auf die vierte Person. Seine Mimik wirken schmerzerfüllt und erschöpft. Ohne zu weit auf die ikonographische Bedeutung dieser Person einzugehen, kann man den leidenden Jesus Christus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung erkennen. Bei der vierten Person handelt es sich um eine Frau. Sie hebt sich durch Größe und Farbe von dem restlichen Bild ab. In ihren Händen hält sie ein weißes Tuch, welches sie dem am Boden liegenden Jesus überreicht. Die Frau trägt ein rosa farbendes Gewand. Sie ist im Vergleich zu den anderen Akteuren kleiner und zarter gemalt. Darstellung und Gestik lassen auch hier schnell auf die Identität der Frau schließen. Es handelt sich um die heilige Veronica, welche Jesus ein sauberes Tuch überreicht.
1. Einleitung: Die Arbeit stellt Roy Andersson und den Film „Songs from the Second Floor“ vor und leitet die Forschungsfrage nach den intermedialen Ähnlichkeiten zu Otto Dix ein.
2. Inhaltlicher Horizont und Hypothesenformulierung: Dieses Kapitel definiert den Aufbau der Untersuchung und erläutert die zugrundeliegende These zur Kritik gesellschaftlicher Missstände in beiden Werken.
3. Wissenschaftliche Methodik und Definitionen: Hier werden das Modell von Erwin Panofsky zur Bildanalyse sowie zentrale Begriffe wie Narration, Ästhetik, Moral und der Tableau-Begriff definiert.
4. „Songs from the Second Floor“ von Roy Andersson: Der Film und dessen inhaltliche Stimmung werden analysiert, wobei der Fokus auf der spezifischen Sequenz zwischen 25:31 und 28:52 Minuten liegt.
5. Otto Dix und das ausgewählte Werk „Die Kreuztragung“: Das Gemälde wird detailliert in Vorder-, Mittel- und Hintergrund analysiert, eingebettet in den historischen Kontext der Neuen Sachlichkeit.
6. Vergleich von Andersson’s Tableaux mit Dix’ Malerei: Die Ergebnisse der Einzelanalysen werden gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten in der Narration und der bühnenhaften Ästhetik herausgearbeitet werden.
7. Fazit und Diskussion der Hypothese: Die Arbeit fasst zusammen, wie beide Künstler religiöse Symbole als Vehikel für ihre Gesellschaftskritik nutzen und bestätigt die ursprüngliche Hypothese.
8. Quellenangaben: Auflistung der verwendeten Literatur und Bildquellen.
Roy Andersson, Otto Dix, Songs from the Second Floor, Die Kreuztragung, Neue Sachlichkeit, Bildanalyse, Erwin Panofsky, Intermedialität, Gesellschaftskritik, Tableau, Ästhetik, Narration, Moral, Filmregie, Kunstgeschichte.
Die Arbeit untersucht die inhaltlichen und optischen Gemeinsamkeiten zwischen den Werken des schwedischen Regisseurs Roy Andersson und des Malers Otto Dix.
Die zentralen Themen sind Narration, Ästhetik und Moral, durch die beide Künstler gesellschaftliche Strukturen und menschliche Verhaltensweisen kritisieren.
Es soll geklärt werden, ob sich trotz unterschiedlicher Medien (Film vs. Malerei) Parallelen in der Kritik gesellschaftlicher Missstände und in der Nutzung religiöser Symbole nachweisen lassen.
Zur methodischen Untersuchung wird das ikonographische und ikonologische Modell des Kunsthistorikers Erwin Panofsky angewandt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung und Analyse von Szenen aus Anderssons „Songs from the Second Floor“ sowie des Gemäldes „Die Kreuztragung“ von Otto Dix.
Besonders prägend sind die Begriffe „Tableaux“ oder „Tableaux vivants“ im Kontext der bühnenartigen filmischen Darstellung sowie die Epoche der „Neuen Sachlichkeit“.
Während Jesus Christus bei Dix als reines Opfer eines Systems fungiert, zeigt Andersson den Protagonisten Pelle als jemanden, der durch das System zu eigenem moralisch fragwürdigem Verhalten getrieben wird.
Die bewusst gewählte, statische Kameraarbeit von Andersson erzeugt einen Effekt, der dem Betrachter die Möglichkeit gibt, die Szene wie ein Gemälde zu explorieren, was direkte Berührungspunkte zur statischen Kunstform der Malerei schafft.
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