Magisterarbeit, 2000
138 Seiten, Note: 1,5
1. Problemstellung
2. Theoretischer Hintergrund der Studie
2.1. Animismus- Ein Phänomen in der kindlichen Entwicklung
2.1.1 Animismus im Blickwinkel der Theorie Piagets
2.1.1.1 Die kognitive Entwicklung aus der Sichtweise von Piaget
2.1.1.2 Das klassische Animismuskonzept von Jean Piaget
2.1.2 Konzeption der naiven Theorien
2.1.2.1 Die naive Physik
2.1.2.2 Die naive Biologie
2.1.2.3 Die naive Psychologie
2.1.2.4 Animistisches Denken von Kindern- ein Wissensdefizit?
2.1.3 Alternative Konzepte zur Erklärung des Animismusphänomens
2.2 Medientheoretische Überlegungen
2.2.1 Fernsehnutzung und Präferenzen von Kindern
2.2.2 Die kindliche Entwicklung und das Fernsehverständnis
2.2.2.1 Fernsehen und die kleinsten Zuschauer
2.2.2.2 Das Fernsehverständnis bei Vorschulkindern
2.2.2.3 Zum Fernsehverständnis der Kinder im Grundschulalter
2.2.2.4 Das Fernsehverständnis bei älteren Kindern
2.3 Wissenschaftliche Fragestellung und Hypothesen
3. Methodik der empirischen Untersuchung
3.1 Planung und Vorbereitung
3.1.1 Die Auswahl der Stichprobe
3.1.2 Methode der Datenerhebung- die schriftliche Befragung
3.1.3 Die Auswahl der Comicfiguren
3.1.4 Der Fragebogen
3.2 Durchführung
3.2.1 Die Probanden
3.2.2 Die Durchführung der Untersuchung
3.3 Auswertung
3.3.1 Kategorienbildung- eine wesentliche Grundlage der Auswertung
3.3.2 Die Auswertungsobjektivität
4. Ergebnisse
4.1 Beliebte und unbeliebte Zeichentrickserien
4.2 Der Bekanntheitsgrad der gewählten Zeichentrickfiguren
4.3 Attribution von Leben
4.4 Zuschreibung von Bewußtsein
4.5 Zuschreibung von Leben zu den klassischen Piaget- Objekten
5. Ergebnisse der Hypothesenprüfung
5.1 Auswertung zu Hypothese I
5.1.1 Ergebnisse
5.1.2 Vergleich zwischen den Zeichentrickfiguren
5.1.3 Resümee
5.2 Auswertung zu Hypothese II
5.2.1 Ergebnisse
5.2.2 Vergleich zwischen den Zeichentrickfiguren
5.2.3 Resümee
5.3 Auswertung zu Hypothese III
5.3.1 Ergebnisse
5.3.2 Vergleich zwischen den Zeichentrickfiguren
5.3.3 Resümee
5.4 Auswertung zu Hypothese IV
5.4.1 Ergebnisse
5.4.2 Altersspezifische Betrachtung der Objekte
5.4.3 Die Bewegung der Objekte als entscheidende Begründung
5.4.4 Resümee
5.5 Auswertung zu Hypothese V
5.5.1 Ergebnisse
5.5.2 Die Begründungen der Kinder- ähnlichkeits- orientierte- und kategorienorientierte Attribution
5.5.3 Altersspezifische Betrachtung der ähnlichkeitsorientierten Begründungen
5.5.4 Resümee
5.6 Auswertung zu Hypothese VI
5.6.1 Ergebnisse
5.6.2 Die Begründungen der Kinder- ähnlichkeits- orientierte- und kategorienorientierte Attribution
5.6.3 Altersspezifische Betrachtung der kategorienorientierten Begründungen
5.6.4 Resümee
6. Diskussion der Ergebnisse
6.1 Beurteilung der Lebendigkeit zu den klassischen Untersuchungsfragen Piagets
6.2 Die Wahrnehmung und Interpretation der Trickfiguren
6.3 Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung
7. Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob Grundschulkinder Comic-Figuren animistische Eigenschaften zuschreiben und ob sich Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen verschiedenen Trickfiguren zeigen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob eine Ähnlichkeit zum realen Vorbild die Zuschreibung von Leben beeinflusst und inwieweit das Alter der Kinder eine Rolle bei dieser Attribution spielt.
2.1.1.1 Die kognitive Entwicklung aus der Sichtweise von Piaget
Wie vollzieht sich die kognitive Entwicklung aus der Sicht von Jean Piaget? Theoretische Prämissen Piagets werden vorgestellt, um das Phänomen des Animismus in die Entwickungstheorie Piagets einordnen zu können.
Entwicklung ist die kognitive Anpassung eines Individuums an die Erfordernisse der Welt. Träger dieses Anpassungsprozesses sind Strukturen, die einerseits das Ergebnis und andererseits die Voraussetzung der Anpassung sind. Spezifische Strukturen werden von Piaget als Schemata bezeichnet. Die Anpassung eines Individuums vollzieht sich in zwei elementaren Prozessen, der Assimilation und der Akkommodation. Der Prozess der Assimilation beinhaltet, daß aufgenommene Informationen so verändert werden, daß sie in vorhandene Schemata eingefügt werden können. Der Prozess der Akkommodation verändert vorhandene Schemata, als Angleichung an die Umwelt. Die kognitive Entwicklung betrachtet Piaget als ein Ergebnis eines ständigen Wechselspiels von Assimilation und Akkommodation. Diesbezüglich bewahrt und erweitert die Assimilation das Bestehende, und die Akkommodation resultiert aus Problemen der Umwelt. Dabei unterliegen beide Prozesse dem Äquilibrationsprinzip. Diesem allgemeinen Entwicklungsprinzip zufolge ist die Entwicklung eine fortlaufende Folge von Gleichgewichts- und Ungleichgewichtszuständen.
Die kognitive Entwicklung durchläuft vier qualitativ verschiedene Stufen. In jeder neuen Entwicklungsstufe erhält ein Individuum neue kognitive Fähigkeiten, die es zuvor nicht besessen hat. Die Invariabilitätsannahme ist hierbei von grundlegender Bedeutung in der Theorie von Piaget. Diese These impliziert, daß jedes Kind in derselben Reihenfolge die verschiedenen Stufen durchläuft, wobei das Entwicklungstempo individuell variieren kann.
1. Problemstellung: Einleitung in das kindliche Mediennutzungsverhalten und die Relevanz des Animismusphänomens für Fernsehangebote.
2. Theoretischer Hintergrund der Studie: Detaillierte Darstellung der kognitiven Entwicklung nach Piaget und der naiven Theorien sowie medientheoretischer Überlegungen.
3. Methodik der empirischen Untersuchung: Beschreibung der Planung, Stichprobenauswahl und Durchführung der schriftlichen Befragung mit Videosequenzen.
4. Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten zum Bekanntheitsgrad der Trickfiguren und deren Wahrnehmung durch die Kinder.
5. Ergebnisse der Hypothesenprüfung: Statistische Analyse und Verifizierung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Animismus und ähnlicher Attributionsmuster.
6. Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführende Einordnung der Resultate in den theoretischen Rahmen und Interpretation der zentralen Fragestellung.
7. Ausblick: Ableitung pädagogischer Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen für die medienpädagogische Arbeit.
Animismus, Kognitive Entwicklung, Jean Piaget, Naive Theorien, Fernsehverständnis, Grundschulkinder, Medienpädagogik, Trickfiguren, Attributionsmuster, Wissensdefizit, Realität, Fiktion, Emotion, Kognition, Mediennutzung.
Die Arbeit untersucht, ob Kinder im Grundschulalter Trickfiguren aus dem Fernsehen animistische Eigenschaften zuschreiben, also ob sie diese als lebendig oder mit Bewusstsein ausgestattet betrachten.
Die zentralen Themen sind die entwicklungspsychologische Theorie des Animismus, die modernen naiven Theorien sowie medientheoretische Konzepte zum Fernsehverständnis von Kindern.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das von Piaget postulierte Animismusphänomen auf Comicfiguren repliziert werden kann und ob sich Unterschiede in der Zuschreibung von Leben je nach Figur feststellen lassen.
Es wurde eine quantitative, schriftliche Gruppenbefragung bei Grundschulkindern zweiter und vierter Klassen durchgeführt, bei der die Kinder Videosequenzen sahen und standardisierte Fragebögen beantworteten.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Methodik der Untersuchung, die deskriptive Ergebnisdarstellung sowie die statistische Überprüfung von sechs wissenschaftlichen Hypothesen.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Animismus, kognitive Entwicklung, naive Theorien, Fernsehverständnis und Medienkompetenz bei Kindern.
Die Untersuchung zeigt, dass Figuren, die dem Menschen ähnlicher sehen, tendenziell häufiger mit Leben und Bewusstsein ausgestattet werden als Figuren, die stärker von einem realistischen Vorbild abweichen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion mit dem Alter zunimmt, wobei sich die Begründungsmuster von ähnlichkeitsorientierter hin zu einer kategorienorientierten Attribution verschieben.
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